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23. November 2003
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Branchenexperten zufolge hinkt die aktuelle Entwicklung im deutschen Markt für interaktives Fernsehen (iTV) den Ansprüchen der Marktteilnehmer hinterher.

Nicht nur unzureichend ausgestattete Set-Top-Boxen, sondern auch kaum abgestimmte Geschäftsmodelle und nicht ausgebaute rückkanalfähige Kabelnetze sind demnach die wichtigsten Bremsfaktoren.

„Ein Standard wie MHP (Multimedia Home Platform) kann den Nutzern garantieren, dass alle denkbaren, interaktiven Angebote aus einer Box kommen. Gleichzeitig haben alle Marktbeteiligten vom Gerätehersteller über die Entwickler und Inhalteanbieter bis hin zum Sender und Netzwerkbetreiber Investitionssicherheit, weil sie alle mit dem selben Standard arbeiten können“, sagt Marcus Garbe, Leiter des Arbeitskreises iTV des deutschen Multimedia-Verbandes dmmv.

Die Mitglieder des Arbeitskreises fordern daher alle Marktteilnehmer auf, verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, denn offenbar seien die zahlreichen Anwendungen und Vorteile durch einen Standard wie MHP bisher noch nicht richtig klar.

Anders ist nach Auffassung der dmmv-Experten die zögerliche Haltung einiger Hersteller und Kabelnetzbetreiber in puncto MHP kaum zu erklären. „Ohne die Bereitschaft der Hardwareanbieter, in MHP-fähige Set-Top-Boxen zu investieren, bleibt der deutsche iTV-Markt in den Kinderschuhen“, argumentiert Garbe.

So sorge das Reichweitendefizit vor allem bei Werbetreibenden, Entwicklern und Inhalteanbietern momentan für Zurückhaltung.

Einen Ausweg aus der Sackgasse bietet laut dmmv möglicherweise das Beispiel des Mobilkommunikationsmarktes: „Die Mobilfunkanbieter haben für einen gewaltigen Push gesorgt, indem sie die Endgeräte subventioniert haben.

Denkbar ist, dass - in Analogie zur Mobilfunkbranche - Endgeräte, in diesem Fall also die Set-Top-Boxen bei Abo-Modellen von Plattformbetreibern mitvertrieben werden“, so Heine.

Ein weiterer kritischer Faktor bei der Einführung von iTV sei der integrierte Rückkanal. „Letzlich fehlt dieser bei allen Betreibermodellen. Doch ohne ihn kann der Konsument nicht direkt auf Angebote reagieren. Ähnlich wie beim PC ohne Internetanbindung ist dies der kritische Erfolgsfaktor für die Einführung von iTV“, so Marcus Garbe.
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