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Publikationsdatum
21. Mai 2003
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Antennenanlagen waren einst die Grundlage von Telanor. Während langer Jahre stellte man in Lostorf selber terrestrische Antennen her. Heute werden nur noch kleine Mengen produziert.

Immer noch sind Empfangsanlagen, im speziellen Satellitenanlagen, das Kerngeschäft der Telanor. Doch hat man sich auf weitere Standbeine gestellt wie Fernseher, HiFi-Produkte und Zubehör. Im HiFi-High-End Sektor war die Übernahme des Schweizer Vertriebes von T+A natürlich eine kleine Sensation. Anwesend waren denn auch die T+A-Verantworlichen Siegfried Amft und Helmut Schäfer.

Neuheiten bei Canton

René Schärli präsentiert Canton-Lautsprecher. Der meistverkaufte Canton-Lautsprecher ist die ultraschlanke Alu-Klangsäule CD 100René Schärli präsentiert Canton-Lautsprecher. Der meistverkaufte Canton-Lautsprecher ist die ultraschlanke Alu-Klangsäule CD 100
René Schärli, Verkaufsverantwortlicher für Canton, gab einen Überblick über die neuen Canton-Produkte und zeigte sich vom Verkaufserfolg in einer eher schwierigen Zeit erfreut: Im ersten Quartal 2003 war gegenüber letztem Jahr sogar eine Steigerung festzustellen.

Die ultraschlanke Trend-Alusäule CD 100 (629.-/Stk) ist momentan der Renner unter den Canton-Lautsprechern. Sie wird mit einem frei wählbaren Subwoofer kombiniert, und liefert dann vom Tiefstbass bis zum Diskant eine erstaunliche Klangqualität.

Neu sind auch die Lautsprecher LE 207 (Dreiweg, 479.-/Stk), LE 202 (Zweiweg, 249.-/Stk) und LE 205 (Center, 439.-/Stk)

Interview mit Roger Kissling

Der Der "Shop in Shop" von T+A ermöglicht dem Händler T+A-Produkte und Kombinationen optimal vorzuführen. (rechts Herr Schäfer)
Hans Jürg Baum sprach mit Roger Kissling von Telanor über die Strategie mit T+A und Canton sowie über andere neue Produkte.

avguide: Seit wann hat Telanor den Vertrieb von T+A übernommen?

Kissling: Wir sind richtig happy, dass wir T+A in der Schweiz ab 1. April 2003 übernehmen konnten. Wir sind mit viel Arbeit konfrontiert, T+A seriös nach deutschen Vorgaben im Schweizer Markt neu zu lancieren. T+A läuft nur über den Fachhandel. Wir machen da klare Abgrenzungen in der Distribution.

avguide: Ist das zu Canton nicht eine direkte Konkurrenz?

Kissling: Nein. Die Übernahme von T+A wurde mit Canton abgesprochen. Canton führt keine Elektronik, und das ist genau das Schwergewicht bei T+A. Und wenn wir die TCI-Linie im Lautsprecherbereich anschauen, kann Canton gerade mit der Reference Linie knapp mithalten. Es gibt lediglich Überschneidungen im TLS-Bereich, wobei es auch da andere Preisklassen sind. Erfreulich sind jedoch Synergieeffekte im Verkauf und im Service.
Das neue Line-Up der Finlux Fernseher, alle mit nicht brennbaren Gehäusen, 100 Hz-Technik, attraktiver Bedienung
Das neue Line-Up der Finlux Fernseher, alle mit nicht brennbaren Gehäusen, 100 Hz-Technik, attraktiver Bedienung
avguide: werden Sie diese Produkte auch an der kommenden "Advanced", der neu benannten High-End-Ausstellung in Pfäffikon zeigen?

Kissling: In einem grossen, zweiteiligen 80 m2-Raum werden wir mit T+A und Canton dabei sein.

avguide: Was gibt es bei Finlux neues?

Kissling: Finlux präsentiert eine brandneue Line: Helles Silber als Gehäusefarbe, neues Chassis MC2b, neue Fernbedienung, neue Software mit attraktiver und einfacher Bedienerführung sowie drei werkmässig eingebaute Games.

avguide: Wie steht es mit der Brennbarkeit der Finlux Fernseher?

Kissling: Alle Geräte sind nun "nicht brennbar". Gemäss BfB (Beratungsstelle für Brandverhütung) brennen aufgrund eines Kurzschlusses oder unsachgemässer Handhabung mehr als 300 Fernseher pro Jahr in der Schweiz. Das ist in Anbetracht der rund 5 Millionen Fernseher relativ wenig, aber trotzdem sind es über 300 kleine Katastrophen, die man vermeiden könnte. Eigentlich sollten alle Hersteller dazu übergehen, nicht brennbare Geräte anzubieten.
Absolut unbrennbar: Auch Versuche mit simulierten Kurzschlüssen im Inneren der Geräte konnten keine Brände verursachen.
Absolut unbrennbar: Auch Versuche mit simulierten Kurzschlüssen im Inneren der Geräte konnten keine Brände verursachen.
avguide: Ich sehe hier einen etwas angekohlten Fernseher mit einer Kerze und ein geschwärztes Fernsehchassis. Was hat es damit auf sich?

Kissling: Da wurde versucht, das Finlux-Safety++Gerät in Brand zu setzen und zwar mit allen Mitteln. Mit einem Zündwürfel für den Cheminee-Einsatz produzierten wir einen "überdimensionierten Kurzschluss". Das Chassis mit Zündwürfel befand sich im Gerät. Eine halbe Stunde loderte eine Stichflamme aus dem Gerät. Nach 30 Minuten war alles vorbei: Es gab ein Loch in der Rückwand, aber gebrannt hatte nichts. Dieses Experiment wurde für die Versicherungen gemacht, die uns nicht geglaubt haben und neben Anzündversuchen von Aussen mit einer Kerze zusätzlich einen Kurzschluss im Geräteinneren verlangten. Anschliessend waren die Versicherungsleute begeistert und hätten gerne, dass alle Hersteller dieses Konzept übernehmen würden.
Das eigentliche Kerngeschäft der Firma Telanor sind nach wie vor Antennen. Hier das hochwertige Sortiment an Parabolantennen.
Das eigentliche Kerngeschäft der Firma Telanor sind nach wie vor Antennen. Hier das hochwertige Sortiment an Parabolantennen.
avguide: SAT-Antennen sind immer noch das Kerngeschäft. Was bieten Sie heute hauptsächlich an?

Kissling: Wir haben drei verschiedene Sorten von Parabolspiegeln: Stahlspiegel TR von Triax in 3 verschiedenen Farben, Aluspiegel von Gibertini, das sind GI-Spiegel, und dann neu ein robuster Aluspiegel von einem französischen Werk. Der Händler verlangt von uns Gesamtlösungen. Wenn ein Kunde zum Beispiel Astra, Hotbird, Atlanticbird und Télécom empfangen will, dann stellen wir ihm ein voreingestelltes Set zusammen. Er muss dann die Antenne nur noch auf einen Sender auf Hotbird einstellen und alles ist fix und fertig.
LCD-Technik auch bei Finlux. Hier ein 17
LCD-Technik auch bei Finlux. Hier ein 17" Version mit 16:9 LCD-Panel. (2490.-)
avguide: Es gibt Leute, die behaupten Parabolspiegel seien schwierig zu montieren. Gibt es auch hier Spezial-Lösungen?

Kissling: Der TR 0085 ist praktisch Plug and Play. Man klappt den Arm heraus und alles ist voreingestellt und damit empfangsbereit. Einerseits sagen die Händler, dass dieser Typ sehr einfach zum Montieren sei und sehr beliebt ist, andrerseits ist die Sache nicht ganz so stabil und hat grössere Toleranzen. Das heisst, bei Schneefall, Regen und starken Wolken und vor allem, wenn die Antenne nicht optimal ausgerichtet ist, ist bei dieser Lösung bei einigen schwach empfangbaren Sendern früher Schluss als bei den aufwändigeren, teureren Systemen.

avguide: Wie steht es beim terrestrischen Empfang?

Kissling: Der terrestrische Empfang ist im Moment praktisch tot, da passiert nichts mehr. Man hofft, dass mit der Digitaltechnik DVB-T ein weiterer Schub kommt.
Service wird bei Telanor gross geschrieben: In einem grossen, neu ausgebauten Raum beschäftigt man 6 Techniker
Service wird bei Telanor gross geschrieben: In einem grossen, neu ausgebauten Raum beschäftigt man 6 Techniker
avguide: Der Service ist auch heute noch eine immens wichtige Sache. Was kann Telanor hier bieten?

Kissling: In einem neu ausgebauten Grossraum beschäftigen wir sechs Leute. Hier reparieren wir TV-Geräte der Marken Finlux und alle TV-Geräte aus der Nokia-Vergangenheit (Nokia, ITT, Schaub Lorenz, usw.). Weiter wurden alle Arbeitsplätze für Reparaturen an Satelliten-Empfängern ausgerüstet. Ein spezieller Raum steht für HiFi-Produkte zur Verfügung. Für den T+A-Service zum Beispiel sind Leute bereits in Deutschland geschult worden.

avguide: Besten Dank, Herr Kissling, für das aufschlussreiche Gespräch.
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