19. August 2018 | seit 1999
MAGAZIN
ARTIKEL
Publikationsdatum
13. August 2001
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
Diese Top of Swiss Audio- High -End-Anlage der Superlative ist von Redaktoren der Magazine HOMEelectronic und avguide zusammengestellt worden und wird an der High end 2001 zu bestimmten Zeiten von Fachleuten vorgeführt.

High-End-Audio made in Switzerland - gibts das überhaupt noch? Aber klar, und sogar vom Feinsten. Wir machten die Probe aufs Exempel und stellten eine Anlage der absoluten Spitzenklasse bestehend aus Einzelkomponenten zusammen, die allesamt hierzulande liebevoll von Hand gefertigt werden.

von Martin Freund und Hans Jürg Baum
Bilder: Felix Eidenbenz

Die Schweiz als High-Tech-Produktionsstandort?

Nicht nur in der Maschinen- oder Uhrenindustrie wird bei uns noch Qualität hochgeschrieben. Auch im Bereich der High-Fidelity werden nach wir vor Geräte hergestellt, die sich im internationalen Vergleich mühelos messen können und meist sogar ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis aufweisen.

Detailfetischisten

Filigran von Hand gefertigt: Benz Micro Ruby II mit einem Nadelträger aus Rubin und einem Gehäuse aus edlem Holz.
Filigran von Hand gefertigt: Benz Micro Ruby II mit einem Nadelträger aus Rubin und einem Gehäuse aus edlem Holz.
In Neuhausen am Rheinfall werden die weltberühmten Benz Micro-Tonabnehmer in Uhrmacherpräzision filigran von Hand gefertigt. Firmenchef und Entwickler Albert Lukaschek hat jüngst eine grundlegend erneuerte Generation an Moving-Coil-Abtastern ins Leben gerufen.
Beim Spitzenmodell Ruby II wurde nicht nur die Masse der bewegten Spulen reduziert; stärkere Magnete sorgen für leicht höhere Ausgangsspannung (0,3 mV). Ein Problem war es, die für die Systemdämpfung und damit für Klang und Langzeitkonstanz massgebende Gummiaufhängung zu realisieren, zumal der bisherige Hersteller Sony nicht mehr liefern konnte. Hier wurde man schliesslich bei einem Anbieter fündig, der auch die Raumfahrttechnik mit seiner High-Tech-Gummimischung bedient.
Besonderheit der teureren Benz Micro-Abtaster: Der filigrane Bor-Nadelträger, kombiniert mit einem ebenso exklusiven Rubin-Spulenträger anstelle des sonst üblichen Eisenträgers. Der mit einem Spezialschliff versehene Abtastdiamant wird durch ein schmuckes Holzgehäuse wirksam vor versehentlicher Beschädigung geschützt.
Die für eine MC-Zelle relative hohe Impedanz von 45 Ohm empfiehlt eine Abschlussimpedanz von mindesten 500 Ohm. Klar, dass wir mit der neusten, ebenfalls überarbeiteten Version der Lukaschek Phono-Vorstufe, dem Modell PP1 T9, das kürzlichen den Golden Globe Award der renommierten amerkanischen High-End-Zeischrift the absolute sound verliehen bekam, bestens bedient waren.

Innere Ruhe

Ein Plattenspieler mit innerer Ruhe: Holborne Laufwerk bestückt mit SME-Tonarm und Benz Micro Ruby II
Ein Plattenspieler mit innerer Ruhe: Holborne Laufwerk bestückt mit SME-Tonarm und Benz Micro Ruby II
Im alten Schulhaus in Buus (BL) werden nicht nur die Holborne Plattenspieler, sondern auch Verstärker in liebevoller Handarbeit von einem Kleinstbetrieb gefertigt.
Meinrad Müller, Leiter der nach dem englischen Komponisten Holborne benannten Firma, ist nicht nur ein begeisterter HiFi-Konstrukteur, sondern auch ein passionierter Musiker und Freund der analogen Tontechnik. Nicht weniger als 5 Jahre und vier Prototypen dauerte die Entwicklung seines Plattenspielers. Als Material für die Plattenteller erwies sich Acryl als ideal.
Das perfekte Zusammenspiel zwischen Motor und Drehscheibe übernimmt hier ein ganz normales Tape von einem Spulentonband, welches kaum Ermüdungen und keinerlei Schlupf zeigt. Da dieser Riemen aber auch gnadenlos alle Geräusche vom Motor zum Teller überträgt, suchte Müller den absolut geräuschlosen Motor und fand ihn in einem Schweizer High-Tech-Modell welches auch beim ferngesteuerten Marsmobil der NASA (!) zum Einsatz kam.
Für hohe innere Dämpfung und damit innere Ruhe sorgt die aus einem Aluminium-Plexiglas-Verbund bestehende Basisplatte, was der musikalischen Aussage, inbesondere bei klassischer Musik, zugute kommt.
Raffiniert einfach oder einfach raffiniert: Die Entkopplung durch vier Squash-Bälle in Aluminiumsockeln! Müller arbeitet bereits an einem eigenen Tonarm, bis zu dessen Finalisierung allerdings noch etwas Zeit vergehen kann. Wir setzten daher mangels eines Swissmade-Tonarms das Spitzenmodell V des britischen Herstellers SME ein.

Avantgardistisch

Die dreieckige Form des AvantGarde CD I-CD-Players ist kein Zufall und verhindert stehende Wellen und Resonanzen im Inneren des
Die dreieckige Form des AvantGarde CD I-CD-Players ist kein Zufall und verhindert stehende Wellen und Resonanzen im Inneren des
Die dreieckige Form dieses in Biel bei der Firma AvantGarde gefertigten CD-Spielers CD I ist kein Zufall. Konstrukteur Fred Gassmann hat sie so gewählt, um Resonanzen und stehende Wellen im Inneren des Gehäuses gar nicht entstehen lassen.
Als Material wählte Gassmann Chromstahl, welcher kunstvoll verschweisst und poliert ist. Das Entfernen von Fingerabdrücken macht denn auch genau gleich viel Spass wie das genüssliche Polieren einer Harley Davidson. Der Player besitzt, wie ein guter alter analoger Plattenspieler, ein Schwingchassis. Die Elektronik und das Laufwerk sitzen dabei, von schädlichen Vibrationen völlig entkopelt, auf einer über Federn aufgehängten, 10 kg schweren Platte.
Das CDM9-Laufwerk stammt von Philips, die 16-bit-vierfach-Oversampling-Wandler sind ein Teamwork von Philips und Arcam.
Eine Spezialität, die man in ähnlicher Form auch bei anderen namhaften Herstellern findet, ist die zusätzliche Bestrahlung der CD mit Störlicht von roten LEDs. Was dies genau bewirkt, weiss eigentlich niemand so recht. Damit aber noch nicht genug des geheimnisvollen Lichtspieles: Rundum den CD-Schacht verteilte, grüne LEDs bestrahlen die CD seitlich mit einem zum Laserstrahl komplementären Licht. Dies soll das Streulicht des eigentlichen Lasers vernichten und den gleichen Effekt bewirken, wie wenn die CD mit einem grünen Filzstift seitlich bemalt wird.
Tatsache ist, dass diese geheimnisvollen Geisterlichter dem Klang den letzten Schliff geben.

Nicht nur für Profis

Der Nagra PL-L verdankt seinen perfekten Klang nicht zuletzt professioneller Röhrentechnik mit besten Transformatoren.
Der Nagra PL-L verdankt seinen perfekten Klang nicht zuletzt professioneller Röhrentechnik mit besten Transformatoren.
Die in Cheseaux ansässige High-Tech-Firma Nagra hat nichts mit Erdbohrungen und Endlagerungen von radioaktivem Material zu tun, sondern nebst anderem (so auch Datenverschlüsselungsverfahren) mit Ton-Aufzeichnung und -Wiedergabe in bestmöglicher Qualität. Dies sowohl im professionellen Bereich wie auch für Heimanwendungen.
Der Nagra PL-L Vorverstärker präsentiert sich denn auch im professionellen Look mit den für Nagra charakteristischen, runden Pegelmetern. Da der PL-L sehr kompakt ist, hat man die Eingänge seitlich links, die Ausgänge auf der rechten Seite des Gehäuses angebracht. Das Netzteil wurde ausgelagert.
Auch professionelle Gerätehersteller setzen wieder - oder immer noch - auf die Röhre. So ist der PL-L mit 3 Röhren und selbstentwickelten Transformern bestückt. Nicht weniger als 400 Messungen müssen die Röhren durchlaufen, bis sie als gut genug befunden werden. Auch werden die Geräte nur mit eingebrannten Röhren ausgeliefert. Die maximale Klangqualität soll nach rund 250 bis 300 Betriebsstunden erreicht sein.
Intern besitzt das Gerät einen Timer, welcher die Betriebsstunden der Röhren anzeigt Die Lebensdauer der Röhren wird mit 5000 Stunden angegeben. Wer also zwei Stunden Musik pro Tag hört, muss erst nach rund sieben Jahren einen Ersatz-Röhrenkit bestellen.
Komfort ist heute auch bei Profigeräten gefragt, und so gehört auch hier eine ultrastabile Fernsteuerung dazu, mit der man die Lautstärke- und Balance einstellen kann. Der PL-L Preamp wurde nicht zuletzt auch dank seiner symmetrischen Ausgänge gewählt, die für die Ansteuerung der Rowen Absolute Monoblöcke benötigt werden.
Alternativ dazu ist der PL-P Preamp erhältlich, der nur mit Cinch-Ausgängen, dafür zusätzlich mit einem Phono-MM-Eingang aufwartet. Vervollständigen den rundum perfekten Eindruck: Das umfangreiche Handbuch und das ausführliche Original-Messprotokoll.

Absolute(e) Spitzenklasse

Der Absolute-Monoblock von Rowen vereint Kraft, Kontrolle und Feinzeichnung.
Der Absolute-Monoblock von Rowen vereint Kraft, Kontrolle und Feinzeichnung.
Die in Givisiez beheimatete Firma Dynavox baut unter der Leitung von Anton Aebischer nicht nur Lautsprecher der Marke Rowen, sondern auch ganz besondere Verstärker.
Die Flaggschiffe, die sympathisch kompakten Absolute - Monoblöcke, zeichnen sich durch extrem hohe Stromtüchtigkeit und eine sogenannt negative Ausgangsimpedanz aus. Letztere bewirkt, dass Verluste von Lautsprecherkabeln und Frequenzweichen sowie die Masseträgkeit der Lautsprechersysteme kompensiert werden, was zu einer praktisch vollkommenen Kontrolle über den Lautsprecher führt. Im Klartext bedeutet dies, dass der Lautsprecher gezwungen wird, genau diejenigen Schwingung auszuführen, die ihm der Verstärker diktiert.
Der Absolute-Monoblock besteht aus einer Kombination von zwei Endstufen und kann bei Bedarf auch als Stereoverstärker, allerdings mit reduzierter Leistung, betrieben werden.
An Power mangelt es dem Absolute absolut nicht, denn er kann bei Bedarf an einen 4-Ohm-Lautsprecher über 400 Watt abgeben. Die maximale Leistungsabgabe von bis zu 4000 Watt an 0.5 Ohm zeigt ganz klar, dass dieser Verstärker keinen auch noch so schwierig zu betreibenden Lautsprecher zu fürchten hat. Die Absolute akzeptieren ausschliesslich symmetrische Signale, so dass man einen passenden Vorverstärker mit XLR-Ausgang benötigt

Auf den Punkt gebracht

Piega C-40: Die Spitzenbox aus Horgen am Zürichsee.
Piega C-40: Die Spitzenbox aus Horgen am Zürichsee.
An den Gestaden des Zurichsees, genauer in Horgen, werden von einer siebenköpfigen Crew hochwertige Lautsprecher der Marke Piega entwickelt und gebaut.
Die eben fertiggestellte Spitzenbox C-40 weist ganz besondere Merkmale auf. Der rund 70 kg schwere Klangbolide besitzt ein massiv gegossenes Aluminiumgehäuse, welches praktisch keinen Verlustfaktor mehr aufweist und dank aufwendiger Dämpfmassnahmen auch bei höchsten Lautstärken absolut ruhig bleibt. Echter, handgeschliffener Klavierlack ziert das Äussere dieses technischen und musikalischen Kunstwerkes.
Konstrukteur Kurt Scheuch setzte in dieser Box zum ersten mal in der Geschichte der High Fidelity ein selbstentwickeltes, koaxiales Bändchen-System ein, bei welchem im Zentrum eines relativ grossen Mittelton-Folienstrahlers ein kleiner Bändchenhochtöner sitzt. Dieses System hat exzellente Abstrahleigenschaften nach allen Richtungen und kommt der idealen, punktförmigen Schallquelle schon recht nahe.
Dank ultraleichter Membranen und sehr kräftigen Magneten sind diese Wandler auch sehr schnell und können komplexeste Signale unverfälscht wiedergeben. Im Frequenzkeller arbeiten zwei 17-cm-Alu-Tieftöner auf drei in der Masse exakt abgestimmte Passivmembranen, die der Box ein konturiertes und dynamisches Bassfundament hinunter bis zu 40 Hz (-3 dB) verleihen. Über Kippschalter lassen sich die Mittel- und Hochtonpegel sowie der Bassfrequenzgang den räumlichen Verhältnissen anpassen.

A Touch of Class

Antrieb ohne Schlupf: Ein normales Tape von einem Tonband übernimmt das perfekte Zusammenspiel von Motor und Plattenteller.
Antrieb ohne Schlupf: Ein normales Tape von einem Tonband übernimmt das perfekte Zusammenspiel von Motor und Plattenteller.
Bereits beim Aufbau dieser Anlage wurde klar: der Umgang mit High-Tech macht Spass. Schon die Anfassqualität bietet ein haptisches Erlebnis und hinterlässt den Eindruck höchster Wertigkeit.
Insbesondere der zierliche Nagra-Vorverstärker vermittelt einen ganz besonderen Touch of Class: Die Bedienung am Gerät ist genial einfach und übersichtlich, so dass man die fehlende Fernbedienbarkeit der Eingangswahl verschmerzt. Aufgrund der seitlichen Anschlussperipherie liegen alle Verbindungskabel voll im Blickfeld. Man ist also gut beraten, identische, farblich abgestimmte Strippen zu verwenden, wenn man erhöhte Designansprüche an seine Anlage stellt.
Für ein Masselaufwerk fast schon zierlich wirkt der Holborne-Plattenspieler, der in unserer Konfiguration mangels Verfügbarkeit eines Schweizer Tonarms mit einem SME-V-Arm bestückt wurde. Die wenigen Bedienungselemente - elektronische Tipptaste für den Motorlauf und Kippschalter für 45 Touren - kennzeichnen diesen Spieler als Gerät für Puristen, die klaglos auf jeglichen Komfort wie Endabschaltung verzichten.
Während die übrigen Komponenten auf erhöhte Stabilität in Form rigiden Aufbaus setzen, verfolgt der auch in puncto Design eigene Wege gehende CD-Spieler von AvantGarde eine andere Philosophie: Ein Subchassis sorgt für perfekte Entkopplung vom Untergrund und hinterlässt nur scheinbar einen leicht wackeligen Eindruck des hochglanzpolierten Gehäuses. Das Handling bietet fast schon Analog-Feeling: Deckel nach hinten schieben und Disc-Stabilisator von Hand wegnehmen, Scheibe in die Vertiefung legen, Stabilisator drauf, Deckel zu - da ist viel Handarbeit angesagt. Lediglich bei der Fernbedienung hätte man sich ein optisch etwas wertigeres Exemplar gewünscht.
Praktisch nichts zu bekritteln gibt es bei den Rowen Monoblöcken. Perfekte, ultrastabile Verarbeitung, kompakte Abmessungen und nur mässige Wärmeentwicklung sorgen für hohe Wohnraumakzeptanz, zumal sich das funktionelle Design auch nach ästhetischen Gesichtspunkten sehen lassen kann. Anstelle der ausschliesslich für Bananenstecker geeigneten Lautsprecheranschlüsse wären universellere, weniger kurschlussgefährdete allerdings sinnvoller gewesen.
Als eigentliches Prachtstück erweisen sich die Piega C-40: Hier wurde aus dem Vollen geschöpft, keine noch so aufwendige Detaillösung war den Machern offenbar zu teuer. Nur der exklusive High-Tech-Industriestecker hat einen Pferdefuss: Man kann ihn kaum mit Lautsprecherkabeln eigener Wahl bestücken und ist auf das (gewiss nicht schlechte) Original-Bi-Wiring-Kabel angewiesen. Laut Piega ist aber bereits ein Version mit konventionellen Anschlüssen geplant, die man mit beliebigen Kabeln kombinieren kann.

Audiophiler Quantensprung

Natürlich standen im Mittelpunkt des Interesses zunächst die neuen Superboxen von Piega. Und wer aufgrund des hohen Preises ein Hörerlebnis der besonderen Art erwartete, wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Die C-40 verblüffen im Verbund mit den übrigen Swissmade-Komponenten mit einer klanglichen Offenheit und Transparenz, die man bis anhin kaum je gehört hat.
Feinste Klangnuancen und musikalische Details, die man auf bekannten Aufnahmen bisher höchstens vermutet hat, wurden deutlich wahrnehmbar. Damit einher geht ein schier unglaubliches Dynamikvermögen über praktisch den gesamten Frequenzbereich.
Lediglich im Frequenzkeller ist die Maximallautstärke durch den mechanischen Hub der beiden Tieftöner, die bei Discopegeln an den Anschlag kommen, begrenzt. Viel wichtiger erscheint allerdings die Feindynamik, also das Vermögen, Lautstärkeabstufungen bei normalen Hörpegeln differenziert wiederzugeben, wo die Piega ihre Vorteile durch den verlustfreien, resonanzbedämpften Gehäuseaufbau voll ausspielt: Impulse erklingen quasi aus dem Nichts von null auf hundert, selbst abartig schneller Schlagzeug- und Percussionsmusik vermag der koaxiale Folienstrahler mühelos zu folgen.
Genauso beeindruckend die Stärken der Piega im Grundtonbereich: Wo andere Boxen einfach so und soviel Schall resonierend via Gehäuse wieder an die Umgebung abgeben, tönt die C-40 absolut schlacken- und ballastfrei. Männerstimmen oder etwa auch Cello klingen denn auch ungewohnt kraftvoll und natürlich. Der Bass schliesslich kommt in der genau richtigen Mischung aus knochentrocken und druckvoll voluminös mit einem Tiefgang, der für die allermeisten Räume mehr als ausreicht.
Wer mehr möchte, kann einen passenden Aktivsubwoofer von Piega dazu kombinieren. Ihr superbes räumliches Abbildungvermögen konnten die C-40 in der klassischen Aufstellung am besten Entfalten: gleichseitiges Dreieck zur Hörposition, etwas zur Mitte hin angewinkelt.

Hohe Auflösung mit 16 bit

Der AvantGarde CD I CD-Player glänzt seit jeher durch seine sagenhafte Auflösung und Feinzeichnung. So erklingen Streicher mit einer Klangdefinition, die man ab CD eher selten hört. Trotzdem erscheint der Klang nicht überzeichnet oder gar steril. Ganz im Gegenteil. Glockenrein und mit schönem, homogenen Klangtimbre erscheinen Stimmen, denen jegliche Kehligkeit fehlt.
Auch in Sachen Räumlichkeit bringt der CD I Dimensionen, die man einem zweikanaligen Tonsystem eigentlich nicht zugetraut hätte. Die Folge ist ein entspanntes Hören ohne den Stress, den digitale Härten verursachen. Dies nur mit 16 bit und ohne komplexe Wandlerkniffe mit Upsampling-Technik und ähnlichen Kunstgriffen.

Röhren ohne Sound

Viele röhrenbestückte Verstärker besitzen mehr oder weniger den legendären warmen Röhrensound. Dass auch der Nagra PL-L Vorverstärker mit Röhren arbeitet, hört man kaum auf den ersten Moment. Auch würde man ihn im Blindtest gewiss nicht als typischen Röhrenverstärker erkennen, denn sein Klang ist weder transistor- noch röhrentypisch - er ist schlicht neutral. Das heisst aber gewiss nicht, dass es ihm an Klangkultur fehlt. Bei guten Aufnahmen klingt er phantastisch schön, deckt aber auch die Fehler gewisser Aufnahmen gnadenlos und ohne schönfärbenden Röhreneffekt auf. Alles in allem fügte sich der Nagra PL-L perfekt in die Swiss-Chain ein, ohne den Klang auch nicht nur im geringsten in eine gewisse Richtung zu verfremden.

Alles unter Kontrolle

Die Rowen Absolute Endverstärker zeigten den Piega C40 jederzeit, wo es lang geht und die Klangmeister vom Zürichsee gehorchten ihrem welschen Dirigenten ohne zu mucksen.
Sowohl bei hauchzarten Streicherpassagen eines Vivaldi Violinkonzertes als auch beim brachialen Kanonendonner einer 1812 Ouvertüre, hatten die Absolute Endstufen alles unter Kontrolle. Die Leistungsgrenze wurde auch bei extrem dynamischen Aufnahmen und ganz gehörigen Schallpegeln nie erreicht. Die Absolute-Monoblöcke vereinen in idealer Weise Kraft, Feindynamik und Klangdefinition.

Analoge Klangpracht

Interessant war wieder einmal der allseits beliebte Wettstreit analog kontra digital. Während A/B-Vergleiche zwischen identischen Aufnahmen ab CD und Schallplatte üblicherweise ein stark abweichende Klangbalance aufweisen (die CD klingt meist deutlich brillanter), war es in unserem Fall für einmal umgekehrt: Lukascheks Ruby II lief auf dem Holborne-Laufwerk/SME-Arm zur Höchstform auf und offenbarte ein selten gehörte, fein ziselierte Obertonbrillanz kombiniert mit absolut superber räumlicher Offenheit.
Da hatte es der AvantGarde-Player schwer mitzuhalten, obwohl er zweifellos das Maximum aus der 16-Bit-Digitalvorlage herausholte. Auch in puncto Dynamik liess sich der Analogplayer nicht lumpen und brachte beispielsweise Schlagzeug ab einer 45er Direktschnittschallplatte dermassen lebendig und impulsiv, dass es einen bei den knochentrockenen Paukenschlägen fast wegblies. Ebenso unglaublich die Definition feinster Percussionsinstrumente wie Triangel etc.

Stabiles Klangbild

Die Stabilität des Klangbilds etwa bei Orgelaufnahmen war beeindruckend: Keinerlei Rumpeln oder Gleichlaufschwankungen trübten das holografische Bild, welches dieser Plattenspieler in den Hörraum zauberte. Nicht nur die Einschwingvorgänge der Pfeifen faszinierten, fast noch mehr das Ausklingen, das die ganze Grösse des Kirchengebäudes ersichtlich machte.
Gerade hier hat die Schallplatte Vorteile gegenüber der CD, deren Digitalraster für solche Ausschwing-Details nicht fein genug ist. Selbst mit komplexester Orchestermusk hatte der Plattenspieler keine Differenzierungsprobleme, wahrte aber bei aller Detailtreue stets gewissenhaft den Gesamtzusammenhang, so dass man letztlich immer auf die Musik als Ganzes achtete.

Fazit

Über diese Top-of-Swiss-Audio-Anlage könnte man lange schwärmen.
Besser jedoch: Hören Sie sich selber an. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung darüber und teilen sie uns mit! Denn eines dürfte jetzt schon feststehen: Top of Swiss Audio wird zu Diskussionen Anlass geben...
Wettbewerb