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Plattenteller Adieu!

Hoffentlich bringen sie das Geld nicht zusammen.

Audio Deva (nie gehört) kündigt den revolutionären Plattenspieler an, der ohne Plattenteller auskommt. Nein, die Sauregurkenzeit ist noch nicht angebrochen.

Von Christian Wenger ·
Eigentlich fehlt nur der Plattenteller.
Eigentlich fehlt nur der Plattenteller.

Der noch völlig unbekannte Hersteller von Plattenspielern namens Audio Deva hat gut lachen. Firmengründer dürften vor dem PC sitzen und schauen sich den Geldfluss an, der zurzeit über Kickstarter in die Kassen fliesst. Es sind schon 61'509 Euro von 95 Unterstützern zusammengekommen. Da kann man sich schon mal ein kühles Bier aus dem Kühlschrank holen, denn es gibt bald viel Arbeit.

Im Grunde genommen begann die Arbeit schon früher. Das Wichtigste an einem revolutionären Produkt ist, dass die Menschen begreifen, worum es dabei geht. Nicht zuletzt die Menschen, die das Projekt finanzieren sollen. Die Design-Philosophie steht seit einiger Zeit und nennt sich: Die "Tellerlose-Plattenspieler-Theorie". Im englischen Original klingt das schon etwas cooler, muss ich zugeben. Worum geht's?

Nach Auffassung des Herstellers gilt es, die fundamentalen Nachteile des herkömmlichen Plattenspielers mittels eines revolutionären Konzepts zu beseitigen. Zu diesen Nachteilen gehören die Grösse und das Gewicht des Geräts sowie der komplizierte Mechanismus und vor allem die schädlichen Vibrationen, die bei den bisherigen Antriebskonzepten entstehen.

Die geniale Lösung besteht nun darin, auf den Plattenteller zu verzichten. Das sieht auch viel schöner aus, denn "das modere Ambiente verträgt keinen weiteren, grossen Plattenteller" mit einem grossen Gehäuse drum herum. Die "Gesetze der Physik" würden hier berücksichtigt, nicht so, wie bei den Plattenspielern der vergangenen 65 Jahre.

Resultat: Hier schwebt die Schallplatte irgendwie im Raum und klingt deshalb rein und luftig. Weitere Fakten: Das Gerät verwendet einen Riemenantrieb. Der RIAA-Phonoverstärker ist eingebaut. In Englisch: embedded. Der Ton wird per Bluetooth übertragen, digital. Besonders ist mir der Tonarm aufgefallen: Er ist ausbalanciert und besteht aus Karbon.

Fast hätte ich es vergessen: Das Ganze wird durch einen eingebauten Mikroprozessor gesteuert. Erstmals vorgestellt hat man den Prototyp des tellerlosen Plattenspielers an der diesjährigen High End in München. Sie glauben mir nicht? Ich habe das nicht erfunden. Sie können alles hier nachlesen.

Ich bin sehr gespannt auf diesen neuen Plattenspieler! Täusche ich mich, oder biegt sich auf dem Titelbild die Schallplatte ein wenig durch?

Der Autor Christian Wenger

Christian Wenger war Elektrotechniker und Marketingfachmann in der Industrielektronik und Inhaber von InConcert Audio in Olten. Von 2013 bis 2024 schrieb er als Redaktor für avguide.ch. Heute lebt der Connaisseur und Weinliebhaber pensioniert in Südfrankreich und bleibt Mitinhaber der avguide.ch GmbH.

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