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Publikationsdatum
1. September 2003
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Die ifa in Berlin lebt von Premieren und Neuheiten. Dieses Jahr stehen das Bewegtbild und die Verschmelzung der Medien zu einem Verbund im Heim im Vordergrund. Grosse Sprünge macht die Aufnahme des Bewegtbildes mit der progressiven Technik und mit der Aufnahme auf Speicherkarte statt auf Band oder Disc.

Das „Neue Fernsehen“ wird bestimmt durch die Flachbildschirme in LCD- und Plasma-Technik sowie die neuen Videorecorder, die auf DVD aufzeichnen. Wichtige Entwicklungen bei den Flachbildschirmen sind einerseits die Integration des Tuners auch in den Plasma-Fernseher, so dass kein abgesetzter Empfänger mit den entsprechenden Kabelzuführungen mehr nötig ist, und andererseits die drahtlose Verbindung – inklusive des kabellosen Empfanges über DVB-T-Antennen – von Bildquellen zum Display. Damit ist Mobilität in den eigenen vier Wänden möglich. Selbstverständlich werden auch die Bilddiagonalen grösser.

Die DVD-Recorder erleben einen Boom in den Modellen auch neuer Anbieter, die die Preise drücken dürften. Mit speziellen Features wie Festplattenlaufwerk oder Kartenleser warten die exklusiveren der neuen Modelle auf. Die DVD-Recorder an der ifa stellt avguide.ch in einem gesonderten Report vor.

Progressive Bildtechnologie

Die progressive Bilddarstellung mit der Wiedergabe von Vollbildern statt von zwei Halbbildern ergibt ein filmähnliches Bild mit ruhigen Bewegungen. Sie ist nun auch ab PAL-DVD verfügbar.

Nahe an der Qualität von hochauflösenden Bildformaten – die bereits im NTSC-Markt (z. B. in Japan und in den USA) Realität sind – beginnt mit der progressiven Technologie ein neues Bild-Zeitalter in der Unterhaltungselektronik.

Komplette Produktefamilie

JVC stattet gleich eine komplette Produktfamilie mit progressiver Bildtechnologie aus. Von der Aufnahme mit dem progressiven Camcorder über die Wiedergabe mit dem DVD-Player oder DVD-Recorder bis hin zur perfekten Darstellung über TV-Geräte, LCD- und Plasma-Displays bieten die Produkte ein Qualitätsniveau, das an hochauflösende Formate heranreicht.

DVD-Recorder, DVD-Player und Camcorder verfügen über einen neuen Prozessor, der Standard-TV-Signale in progressive Signale umwandelt. TV-Geräte und Bildschirme sind gleichzeitig in der Lage, diese Qualität über progressive Komponenteneingänge hochauflösend darzustellen.

Camcorder mit 625/50p-Modus

Der Qualitätssprung an Detailschärfe ist bereits bei der Wiedergabe von DVD-Spielfilmen deutlich sichtbar. Einen Schritt weiter geht der 625/50p-Modus des neuen Progressive-Camcorders GR-PD1 von JVC. Hier werden 50 verschiedene Vollbilder pro Sekunde im 16:9-Format aufgezeichnet und auch wiedergegeben.

Neben dem üblichen DV-Format kann der Videofilmer 16:9﷓Aufnahmen in progressiver Technologie auf DV-Band aufzeichnen - in MPEG2 bei einer Spielzeit von 60 Minuten pro DV-Band. Selbstverständlich ist der GR﷓PD1 auch mit einem Down-Converter ausgestattet, um die 625/25p- und 50p-Bilder auch im herkömmlichen PAL-Standard (625i) wiedergeben zu können.

Mobile Audiovision

D-snap nennt Panasonic seine kleinsten AV-Geräte. Die Philiosphie dahinter heisst mobile Audiovision hoher Qualität für den täglichen Gebrauch. Nicht allein Information und Kommunikation sind wichtig, zentral sind die sinnlichen Erlebnisse für Auge und Ohr. Diese sollen aber nicht auf einzelne Ereignisse beschränkt bleiben, sondern alltäglich erfahren werden. Kleine, jederzeit mitnehmbare Produkte sind dazu die Voraussetzung.

Camcorder ohne Mechanik

Eine Weltneuheit präsentiert Panasonic mit dem SD-Camcorder SV-AV100 ES der D-snap-Linie. Er zeichnet Videos nicht mehr auf Kassette auf, sondern auf die Briefmarken grosse SD Memory Card – und das in MPEG-2-Qualität.

Mit nur 33 x 90 x 56 mm – das entspricht in der Grundfläche der Grösse einer Kreditkarte – und einem Fliegengewicht von 154 g ist der SV-AV100 ES dennoch ein vollwertiger Camcorder, der Videos nach dem von der DVD her bekannten MPEG-2-Standard aufzeichnet. Ausgestattet ist er mit demselben 1/6 Zoll CCD mit 800 000 Bildpunkten wie der MiniDV-Camcorder NV-GS50, einem 10fachen optischen Zoom, eingebautem Stereomikrofon und Lautsprecher sowie luxuriösem 2,5 Zoll LCD-Monitor.

SD Memoy Card als Speicher

Mitgeliefert wird zum SV-AV100 eine SD Memory Card mit 512 MB Speicherkapazität. Diese ersetzt die bisherige Videokassette zur Speicherung von Bild und Ton. Sie macht die beispiellose Miniaturisierung erst möglich. Da sämtliche mechanisch bewegten Teile fehlen, ist der Camcorder gegen Erschütterungen unempfindlichen und verspricht eine hohe Zuverlässigkeit.

Die 512 MB reichen für 10 Minuten MPEG-2-Video im Fine-Modus oder 20 Minuten im Standard-Modus. Im MPEG-4-Format fasst diese Speicherkarte bis zu 10 Stunden und 10 Minuten. Die Kapazität der SD Memory Card wie laufend ausgebaut.

Connected World

Immer mehr Inhalte für das Home Entertainment, wie zum Beispiel Digitalfotos, MP3-Musikdateien oder Videosequenzen werden aus dem Internet heruntergeladen und/oder im PC gespeichert.

Doch meist geniesst man Musik, Filme und Fotos mit der Stereoanlage oder am Fernseher im Wohnzimmer. Die von Philips vorgestellten Neuheiten der Streamium-Linie vernetzen die Unterhaltungselektronik mit dem PC und dem Internet, also der grossen, weiten Welt.

Kabelloses HiFi

Die Linx SL300i und SL400i Multimedia-Receiver sind mit einer integrierten WiFi-Karte ausgestattet, die die Verbindung zu einem wireless LAN herstellt. Dank diesem offenen Vernetzungsstandard können die Streamium Linx auf Inhalte zugreifen, die sich auf der Festplatte eines am Netzwerk angeschlossenen PC befinden.

Ist auch ein Breitband-Internetanschluss über das Netzwerk zugänglich, können die Streamium Linx Multimedia Receiver Internet-Radio oder Videosequenzen aus dem Internet "streamen" und auf der Audio- und Videoanlage im Wohnzimmer abspielen.

Eine Fernbedienung fürs ganze Haus

Über den WiFi-Standard erhält auch die iPronto-Fernbedienung von Philips drahtlos Zugang zum Internet und lässt sich praktisch im gesamten Haus als Fernbedienung und Webpad einsetzen. Auch ausser Sichtweite befindliche Geräte können problemlos kontrolliert werden.

Für eine einfache Bedienung ist die iPronto mit einem hochauflösenden Touch Screen LC-Display mit 16 cm Bildschirmdiagonale ausgestattet. Die Benutzeroberfläche kann mit der Edit Software über den PC individuell gestaltet werden. Zusätzlich bieten die Tasten seitlich neben dem Bildschirm schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen.

Multimedia-Plasma

Die neuen Plasmas von Pioneer beherrschen die Vollbild-Wiedergabe im PAL- und NTSC-Progressive Scan-Modus und überzeugen hier mit hoher Bildruhe und Schärfe. Die zwei extrem flachen Modellen sind Pioneer’s 4. Generation von Plasma Displays. Der PDP-434HDE hat ein Bilddiagonale von 43-Zoll und der PDP-504HDE eine von 50-Zoll.

Der externe Media Receiver der Plasma Displays ist mit einem Schacht für die gängigsten Speicherkartenformate ausgestattet und erlaubt so das Abspielen eigener Dia-Shows. Ob digitaler TV-Receiver, Computer, DVD-Recorder oder -Player, Spielekonsole oder Camcorder – alles lässt sich direkt am Media Receiver anschliessen.

Surround-Klang aus einer Box

Als weltweit erstes System ist der PDSP-1 von Pioneer in der Lage, die Arbeit eines herkömmlichen 5.1-Lautsprecher-Systems zu übernehmen. Kernstück des Digital Sound Projectors sind 254 so genannte Transducer, die nach dem Prinzip eines Resonanzkörpers gruppenweise angesteuert werden und Schwingungen an den Raum abgeben.

Durch Reflexionen an den Wänden und der Decke des Raumes bilden sich Klangfelder, die sich mittels einer komplexen Software bündeln und ausrichten lassen. So entsteht der Eindruck von virtuellen, hörbaren Lautsprechern, die einen Mehrkanal-Ton simulieren.
Jeder der 254 Transducer wird dabei von einem eigenen kleinen Verstärker angetrieben, welcher von der Software des PDSP-1 gesteuert wird.

Mit einer Bautiefe von nur 15 Zentimeter ist der Sound Projector genauso flach wie ein Plasma-Bildschirm. Der Sound Projector unterstützt Dolby Digital, DTS und Dolby Pro Logic II.

Verwandlungskünstler

Sony präsentiert einen neuen Vaio, den PCV-W1. Er bietet volle PC-Funktionalität und fungiert zudem als vollwertiger Fernseher oder als Audio-Anlage. Wird der W1 im TV-Modus eingesetzt, starten automatisch eine ganze Reihe von Funktionen zur Verbesserung der TV-Funktionalität. Dazu wird die eingebaute Tastatur einfach in die „TV-Position“ vor dem Bildschirm zusammengeklappt. Möchte der Anwender anstelle des TV-Programms lieber Musik über seinen W1 geniessen, klappt er die Tastatur vor den Bildschirm und der Verwandlungskünstler wird zur Audio-Anlage.

Ein TV-Gerät mit vollwertiger PC-Funktionalität

Wird das Keyboard ganz ausgeklappt, so verwandelt sich der W1 zum vollwertigen Vaio Desktop-PC. Ausgestattet ist er mit einem Intel Pentium 4 Prozessor mit 2,8 GHz, einem Arbeitsspeicher von 512 MB RAM, Microsofts Windows XP Home, einer Festplatte mit 160 GB Speicherkapazität und einem DVD-RW Laufwerk. Mit der vorinstallierten Software „Click to DVD“ kann einfach eine ganze DVD gebrannt werden kann. Mit i.LINK-Schnittstelle, USB 2.0-Port und natürlich dem Memory Stick Slot steht dem vernetzten Arbeiten nichts mehr im Weg.

Konvergenz von AV und IT

Die Digitalbilder vom PC direkt auf dem Fernseher im Wohnzimmer zeigen? Die mit dem Notebook aus dem Web heruntergeladenen MP3-Musikdateien auf der HiFi-Anlage wiedergeben? Oder Videodateien vom Desktop-Rechner im Wohnzimmer abspielen, und das Ganze bequem mit einer Fernbedienung vom Sofa aus steuern? Was bisher wie eine Zukunftsvision klang, soll mit dem Sony Network Media Receiver Realität werden. Die auf dem PC gespeicherten Bild-, Video- und Musikdateien kann der Anwender dank der vielfältigen Verbindungen überall im heimischen Wohnbereich abrufen.

Ein Gerät, bei dem die Funktionalität des Network Media Receivers voll integriert wurde, ist Sonys neuer AV-Receiver STR-LV700R. Er liefert 5.1 Multikanal Surround Sound mit 5 x 75 W und unterstützt DTS, Dolby Digital und Dolby Prologic 2.
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