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Publikationsdatum
20. März 2006
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Die von Panasonic an der Spring Show vorgestellten fünf neuen Viera Plasma-TVs und die fünf neuen Viera LCD-Flachbildschirme tragen alle das HD ready-Logo. Zudem sind sie, ebenso wie der neue Diga DVD-Recorder mit 250 GB Festplatten- kapazität, mit der HDMI-Schnittstelle ausgestattet und damit fit für die Zukunft.

Ebenfalls vorgestellt wurden Lifestyle-Geräte für die mobile Nutzung, allen voran neue Lumix-Modelle. Über diese Produkte hat avguide.ch unter dem Titel Von winzig bis gigantisch bereits berichtet.

Im Folgenden werden die neuen Viera- und Diga-Modelle vorgestellt. Anschliessend steht Christian Hermle, Leiter Corporate Communications, Rede und Antwort zu den neuen Modellen und zur Fernsehzukunft im allgemeinen.

LCD mit HDMI

Sowohl das 32- und 26-Zoll Modell der LX6-Serie als auch die LX60-Neuheiten mit 23, 26 und 32 Zoll tragen das HD ready Label und erlauben den preislich attraktiven Einstieg ins HDTV- Zeitalter. Die LCD Neuheiten sind zudem alle mit zwei HDMI-Anschlüssen ausgestattet.

Einen besonderen Bedienkomfort verspricht die neue HDAVI Control. Zwischen HDAVI Control-kompatiblen Heimkino-Komponenten von Panasonic werden dann nicht nur Bild- und Tonsignale verlustfrei über ein HDMI-Kabel übertragen, sondern auch Steuersignale.

Ein HDAVI-kompatibles Heimkino-System lässt sich dann beispielsweise mit einer einzigen Fernbedienung und einem einzigen Tastendruck aktivieren.

Die LCD-Neuheiten im Überblick:

LX60-Serie:
erhältlich mit 58.3, 66 und 80 cm sichtbarer Bilddiagonale
HD ready
neue LCD-AI Technologie
neue V-Real Signalverarbeitungstechnologie
zwei HDMI-Anschlüsse mit HDAVI Control
Kontrastverhältnis 1200:1
Panel-Helligkeit: TX-32LX60: 500 cd/m², TX-26LX60/-23LX60: 450 cd/m²
Teletext mit 500 Speicherseiten

LX6-Serie:
erhältlich mit 66 und 80 cm sichtbarer Bilddiagonale
HD ready
neue LCD-AI Technologie
zwei HDMI-Anschlüsse mit HDAVI Control
Kontrastverhältnis 1000:1
Panel-Helligkeit: TX-32LX6: 500 cd/m², TX-26LX6: 450 cd/m²
Teletext mit 250 Speicherseiten

Die Modelle werden im April und Mai in den Markt eingeführt und kosten zwischen Fr. 1517.- und Fr. 2517.-.

Gross-TV mit Plasma-Technik

Die fünf neuen Plasma-TVs stützen ihre Bildqualität auf die neunte Plasma-Panel Generation G9 von Panasonic und die V-Real Signal- verarbeitungs- Technologie. 29 Milliarden darstellbare Farben, 3072 Graustufen und ein Kontrastverhältnis von 10'000:1 sind die Eckdaten des Bildes. Auch die Viera Plasma Neuheiten sind mit zwei HDMI-Anschlüssen und dem HDAVI Control-System ausgestattet.

Die Plasma-Neuheiten im Überblick

PV600-Serie:
neues G9 Plasma-Panel
neue V-Real Signalverarbeitung
29 Mrd. darstellbare Farben
bis zu 3072 Graustufen
Kontrastverhältnis 10'000:1
zwei HDMI-Anschlüsse mit HDAVI Control
Smart Sound System
SRS TruSurround XT Raumklang
SD-Speicherkarteneingang

PV60-Serie:
neues G9 Plasma-Panel
neue V-Real Signalverarbeitung
29 Mrd. darstellbare Farben
bis zu 3072 Graustufen
Kontrastverhältnis 10'000:1
zwei HDMI-Anschlüsse mit HDAVI Control
Ambience Raumklang

Die Markteinführung ist im April und Mai mit Preisen von Fr. 3517.- bis Fr. 7021.-.

DVD-Festplatten-Recorder mit 250 GB Festplatte

Der Diga DMR-EH65 DVD-Recorder bietet 250 GB Festplatten- kapazität für bis zu 443 Stunden Aufnahmet, ein Super Drive System und eine HDMI Schnittstelle. Ein SD-Speicherkarten- Eingang und der DV-Anschluss eröffnen Möglichkeiten fürs Networking. Der Recorder verfügt über einen HDMI-Ausgang und HDAVI Control.

Im Überblick: DMR-EH65
Aufnahme auf 250 GB Festplatte, DVD-RAM, -RW (VM), -R, -R (Dual Layer), +RW, +R, +R (Double Layer)
HDMI Schnittstelle und HDAVI Control
Quick Start für Aufnahme und EPG
Guide Plus+ EPG (elektronischer Programmführer)
Multiformat-Wiedergabe (alle DVD-Formate, JPEG, MP3 und DivX von CD und DVD-R)
SD-Speicherkarteneingang für MPEG2, JPEG, TIFF
DV-Eingang
High Speed Kopie von Festplatte auf DVD-R (16x)

Der DMR-EH65 ist ab Mai 2006 in Schwarz und Silber für einen empfohlenen Verkaufspreis von 1003.50 Fr. inkl. MwSt. und Gebühren erhältlich.

Interview mit Christian Hermle, Leiter Corporate Communications bei John Lay Electronics

avguide.ch: Welche Strategie verfolgt Panasonic mit Viera?
Christian Hermle: Panasonic hat den Anspruch, Technologieleader zu sein. So natürlich auch im Bereich der Flat-TVs, die innerhalb des Consumer Electronics Marktes die bedeutendste Rolle spielen. Aus diesem Grund legt Panasonic grössten Wert darauf, die gesamte Kette von der Forschung und Entwicklung dieser Schlüsseltechnologien über die Produktion und Fertigung bis hin zum Vertrieb und After Sales Service in der eigenen Hand zu haben. Das machte bereits in der Vergangenheit den Erfolg aus und wird auch in Zukunft helfen, die ambitiösen Ziele zu erreichen – zum Beispiel einen Produktionsweltmarktanteil von 40 Prozent.

Welches sind heute die Vor- und Nachteile von LCD- und Plasma-Displays?
Aufgrund der heutigen Fertigungsmethoden und der Kosten pro Zoll macht ein LCD-TV bei Grössen bis ca. 32“ Sinn. Darüber ist die Plasma-Technologie klar überlegen – auch aus Kostensicht.

LCD-Displays sind hinterleuchtet – man sagt daher, dass vor allem in sehr heller Umgebung oder bei direkter Sonnenlichteinstrahlung das Bild eines LCD-Fernsehers subjektiv den etwas besseren Eindruck vermittelt. Dieser vermeintliche Vorteil wird allerdings unter normalen Bedingungen schnell wieder relativiert. Durch die Hinterleuchtung sind beim LCD schwarze Bereiche nie wirklich ganz schwarz sondern immer etwas grau.

Das Kontrastverhältnis ist aus demselben Grund beim Plasma wesentlich besser, so sind heute Werte von 10'000:1 möglich, während LCDs auf maximal 3000:1 bis 4000:1 kommen. Vor allem bei dunkleren Sequenzen kann man also auf dem Plasma noch Details erkennen, die man beim LCD nicht mehr sieht.

Dann gab es früher noch Unterschiede im Stromverbrauch, wo der LCD im Vorteil war. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Die aktuelle Generation von PDPs (Plasma Display Panel) verbraucht bei einer vergleichbaren Bildschirmdiagonale gleich viel oder eben gleich wenig Strom wie das LCD-Pendant.

Auch in der Lebensdauer sind sich die Displays heute ebenbürtig. Ein Plasma-Display hat heute eine Lebenserwartung von bis zu 60'000 Betriebsstunden – da geht vorher das Netzteil oder die Fernbedienung kaputt.

Gibt es ein "besseres" System?
Aus den erwähnten Gründen kann man eigentlich nicht generell von einem besseren System sprechen. Die eine Technologie eignet sich momentan halt eher für kleinere, die andere für grössere Bildschirmdiagonalen. Und dann spielt vielleicht noch der Einsatzzweck oder die Einsatzumgebung eine gewisse Rolle. Mittelfristig kann man aber davon ausgehen, dass die allfälligen Nachteile des einen oder des anderen Systems ausgemerzt werden und es für den Verbraucher in einigen Jahren keine Rolle mehr spielen dürfte, ob LCD oder PDP.

Mit welchen Argumenten will Panasonic seine Viera-Produkte verkaufen, angesichts der starken Konkurrenz preisgünstiger Anbieter?
Das Potential der „preisgünstigen“ Anbieter lag vor allem in den letzten zwölf Monaten, also in der Marktentwicklungsphase, darin, die Innovatoren und Technologiedriver zu kopieren und im allgemeinen „Geiz ist geil“-Wahn der Tiefpreispositionierung der Handelskanäle zusätzlichen Vorschub zu leisten. Das ist auch kein Problem, wenn Sie keine grossen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen haben, keine nachhaltigen Handelsbeziehungen mit den entsprechenden Garantie- und Reparatursicherheiten aufbauen und keine oder nur sehr geringe Marketing- und Vertriebsaufwendungen haben.

Der Hund liegt aber im Detail begraben, bessere Software, komplexere Chassis der Geräte, die ausreichende Anzahl an Schnittstellen für zukünftige Sendeformate und Peripheriegeräte, etc. Dann verarbeiten die Billiganbieter und Noname-Brands immer Panels der letzten oder vorletzten Generation, die bei Bildqualität, Graustufen, Kontrastverhältnissen und all den relevanten technischen Kriterien schlicht nicht mehr mithalten können. Und last but not least haben Sie einen Fernseher im Durchschnitt mindesten fünf bis zehn Jahre. Versuchen Sie einmal in acht Jahren, für ein Noname-Brand-Gerät im tiefsten Preissegment ein Ersatzteil zu bekommen – unmöglich! Bei Panasonic hingegen ist und wird das möglich sein.

Was für eine Chance gibt Panasonic der Plasma-Technik angesichts der hohen Qualität von SED und der Popularität von LCD?
Die Chance der aktuell besten Bildqualität, die Chance, dass Plasmas ab 36“ nicht nur preiswerter sondern (bei gleicher Ausstattung) effektiv günstiger sind. Und noch mal, Viera ist nicht nur Plasma sondern auch LCD. Sämtliche Entwicklungen finden also auch in den Viera LCDs Eingang. Und auch hier hat Panasonic die gesamte Produktions- und Vertriebskette in der Hand.

Panasonic bietet Viera TVs an, die nicht HD ready sind. Macht das noch Sinn?
Gemäss IHA-GfK waren in den Monaten Dezember 05 und Januar 06 rund 40 Prozent aller in der Schweiz verkauften LCD-TVs und etwa 21 Prozent der Plasma-Fernseher HD ready. Die Tendenz ist klar steigend. Solange der Markt allerdings noch nach SD (Standard Definition) Geräten verlangt, werden wir diese selbstverständlich im Sortiment führen.

Wo ist das Einsatzgebiet eines 103“ Plasmas? Soll er auch in der Stube seinen Platz finden?
Das Haupteinsatzgebiet liegt sicherlich im professionellen Bereich – also bei Ladenbau, Messe- und Ausstellungsdesign, im Corporate Bereich grosser Firmen, bei TV-Produktionen, etc.

Im Heimbereich reden wir hier von einer extrem kleinen und ausserordentlich kaufkräftigen Zielgruppe von einigen VIPs, Spitzenverdienern und solchen, die einen Hang zum Extraordinären haben. Sie müssen ja zuerst auch einmal Platz für ein Gerät finden, das eine Bildschirmdiagonale von 260 cm (!!!) hat.

Sind noch grössere Bildschirme geplant?
Das „Wettrennen“ ist lanciert. Ich glaube nicht, dass wir schon am Ende der Fahnenstange angelangt sind.

Um so ein grosses Bild zu erhalten, sollte man da nicht einen Beamer nehmen?
Wissen Sie, wenn ich es mir leisten könnte, dann würde ich mich für den Plasma entscheiden. Kein scharf Stellen, kein Anschluss einer externen Signalquelle mit Tuner, keine externen Lautsprecher – einfach nur einschalten und fernsehen. Und dann gibt’s aktuell noch keinen Projektor, der wirklich die gleiche (projizierte) Auflösung bietet, wie der Plasma. Und last but not least, wenn am Sonntagnachmittag die Sonne ins Wohnzimmer scheint, dann kann ich mir auf dem Plasma das Formel 1 Rennen auch ansehen, ohne den Raum zu verdunkeln.

Hat der DVD-Recorder heute die Popularität wie VHS vor 10 Jahren?
Kurze Frage, kurze Antwort: ja! Die Substitution des VHS-Marktes durch DVD ist abgeschlossen. Der Übergang war fliessend, es werden heute in etwa gleich viele DVD-Recorder pro Jahr verkauft, wie damals Video-Recorder.

Weshalb werden in Kürze keine VHS-Kassetten mehr von Panasonic in der Schweiz angeboten?
Weil die Nachfrage mittlerweile zu gering ist und wir aufgrund unserer Vertriebsstrukturen keine Nischenprodukte anbieten können und wollen.

Was ist neu an den Diga DVD-Recordern?
Einerseits die echte Multiformatfähigkeit. Das heisst, dass sämtliche Panasonic DVD-Recorder nicht nur alle gängigen Formate abspielen sondern meines Wissens als einzige auch alle Formate aufnehmen können – inklusive DVD-RAM, DVD-RW, DVD+RW und auch Double Layer DVDs.

Dann haben sämtliche Geräte der aktuellen Serie einen DV-Eingang – das ist speziell für Hobby-Filmer spannend.

Sämtliche neuen Geräte im mittleren und oberen Preissegment sind mit EPG Electronic Program Guide ausgestattet.

Die meisten DVD-Recorder haben einen Slot für SD-Cards, Fotografen können ihre Bilder also innerhalb von no time als Diaschau auf dem Fernseher ansehen.

Warum bietet Panasonic Multiformat DVD-Recorder an, wenn DVD-RAM die beste Lösung ist?
Weil Panasonic noch nie proprietäre Standards durchsetzen wollte. Durch die Multiformatfähigkeit ist der Verbraucher flexibel und kann jederzeit DVDs austauschen, egal was für ein Gerät der andere besitzt. Ob er’s macht oder nicht, ist eine andere Frage. Aber zumindest hat er die Möglichkeit – und das gibt ihm eine gewisse Sicherheit, das richtige gekauft zu haben.

Wie hoch ist der Marktanteil in der Schweiz von DVD-RAM gegenüber den anderen Formaten?
Schätzungsweise zwischen 60 und 70 %. Das entspricht den internationalen Anteilen. Aufgrund der Multikompatibilität der heutigen Geräte verfolgen wir das allerdings nicht mehr im Detail. Der Marktanteil von Panasonic DVD-Recodern liegt bei 37% (Wert).

Ist HDMI (High Definition Multimedia Interface) ein Muss?
Wenn man ready fürs HD-Zeitalter sein will, dann schon. Ein einziges Kabel für sämtliche Video- und Ton-Signale bei der höchstmöglichen Digital-Qualität – das spricht für sich.

Was ist HDAVI (High Definition Audio Video Interface)?
Das ist eine neu entwickelte Technologie zur Fernsteuerung des gesamten Home Entertainment Centers. Um es auf den Punkt zu bringen: mit einer Fernbedienung bedienen Sie sämtliche Geräte wie zum Beispiel TV, DVD-Recorder und Receiver. Also: ein Knopfdruck, und der DVD ist an, beginnt die Scheibe abzuspielen, der Receiver wird angestellt und ebenso der TV. Natürlich werden dabei Receiver und TV auf den richtigen Videokanal gestellt. Das Ganze funktioniert momentan nur unter den aktuellen Panasonic-Geräten und wenn die einzelnen Komponenten über ein HDMI-Kabel verbunden sind. Somit wären wir wieder bei der Frage nach dem „Muss“ von HDMI!

Christian Hermle, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview.
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