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Publikationsdatum
14. November 2001
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Die Internet-Revolution spülte eher unbeabsichtigt und wohl nicht zuletzt aufgrund der lange freien Verfügbarkeit der Musiktitel im Web, eine neue Gerätegattung an die Oberfläche, welche sich ideal in die vernetzte Multimediawelt integriert – den MP3-Player.

Hardware nicht kostengünstig

Die Player werden im Preisbereich von 300 bis 600 Franken angeboten und sind damit noch recht teuer. Zumal ja keine komplexe Mechanik wie bei der Minidisk oder CD erforderlich ist. Mit zunehmender Verbreitung ist damit zu rechnen, dass die Preise noch sinken werden. Als Speichermedium dient entweder ein interner Festspeicher oder auswechselbare Speicherkarten in der Grösse von 32 bis 256 MB. Bei der heute üblichen Datenrate für MP3-Musik (128 Kilobit pro Sekunde) belegt eine Minute Musik etwa ein Megabyte Speicher. Auf einer üblichen, 64 Megabyte grossen Speicherkarte passt also mehr als eine Stunde Musik. Die Preise betragen zur Zeit circa 2 Franken pro MB Speicher mit sinkender Tendenz.

Praktisch in der Anwendung

Der Vorteil dieser Technologie liegt auf der Hand: Die Geräte sind bei der Wiedergabe absolut unempfindlich gegen Erschütterungen. Sie eignen sich damit ideal für den harten Einsatz beim Joggen oder Mountainbiken. Das von Kassetten-Walkman bekannte Jaulen oder die Aussetzer von MD- und CD-Spielern treten mit MP3-Playern nicht auf.

Der Nachteil: Ohne Computer geht (praktisch) nichts. MP3-Titel zusammenzustellen und auf Speicherkarten zu laden, ist mit der beigepackten Software kein Problem. Die Datenübertragung läuft dabei inzwischen mit bis zu 40facher Geschwindigkeit. Doch was, wenn in den Ferien das Notebook ausnahmsweise zu Hause geblieben ist? Da hilft nur teurer Speicher. Sogenannte Jukebox-Player wie der PJB-100 mit einer 20 GB Harddisk können inzwischen für satte 1250.- Franken ganze Musikarchive (300-400 CDs) im MP3-Format ablegen.

Auf was Sie beim Kauf eines MP3-Players achten sollten:

Gute Kopfhörer?

Die Qualität der meisten beigepackten Ohrstöpsel spotten jeder Beschreibung. Hörern Sie kritisch hin und probieren wenn möglich unterschiedliche Kopfhörer aus. Mit etwas Glück können Sie bereits im Geschäft den beigelegten Ohrhörer durch ein besseres Modell austauschen.

Abspielbare Formate?

Die besseren Player können neben MP3 auch WAV-, WMA- oder ATRAC3-Dateien abspielen. Das erleichtert denn Umgang mit vom Internet gezogenen Musikdateien. Das lästige und für den MP3-Einsteiger schwer verständliche Encodieren am Computer entfällt.

Gut lesbares Display?

Achtung hier wird gerne gespart. Die Displayanzeige sollte sowohl bei Tag als auch bei Nacht gut lesbar sein.

Speichermedium?

Mp3-Player werden mit Festspeicher oder Slot für ein auswechselbares Speichermedium (Smartmedia, CompactFlash oder MemoryCard) ausgeliefert. Beim Festspeicher ist man an die fixe Speichergrösse gebunden (64 – 128 MB). Das reicht für maximal 120 Minuten Musik. Solche Player sind in der Regel günstiger, jedoch besteht keine Möglichkeit den Speicher aufzurüsten. Die Preise für Speicherkarten sind in den letzten Monaten bei gleichzeitig erhöhter Kapazität kontuinierlich gesunken. Der Vorteil: Laufend neue Modell mit mehr Speichervolumen, der Inhalt muss nicht ständig überschrieben werden, können auch für Digitalkameras verwendet werden. Der Nachteil: Die Preise für Speicherkarten sind immer noch hoch und reichen von Fr. 50 für 32 MB bis 450 Fr. für 256 MB.

Glossar

Wichtige Begriffe kurz erklärt:

MP3 – MP3 ist ein Audio-Format, das eine hohe Kompression von Audio Daten bei geringem Qualitätsverlust ermöglicht. Entwickelt vom Fraunhofer-Institut.

ATRAC 3 - Sonys Antwort auf MP3. Weiterentwicklung von Sonys Standard ATRAC (Adaptive Transform Acustic Coding), den Sony für seine Minidisk-Technologie entwickelt hat. ATRAC 3 hat eine doppelt so hohe Kompressionsrate wie ATRAC. Entspricht RealAudio8.

USB - Universal Serial Bus. An einer USB-Schnittstelle lassen sich Peripheriegeräte wie Tastatur, Maus, Joystick, Scanner und MP3 Player anschließen.

Multimedia Card - Europäische Entwicklung einer Speicherkarte für den Natel- und MP3-Player-Betrieb. Es sind Versionen von 32 und 64 MByte Speicherkapazität erhältlich.

SD-Memory-Card - Ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Panasonic, Sandisc und Toshiba mit Kopierschutz gegen unerlaubte Aufnahmen. Dieser Festspeicher hat praktisch die gleiche Grösse wie die Multimedia Card und ist mit ihr kompatibel.

Smartmedia-Card - Sie ist eine Entwicklung von Samsung und zugleich die kleinste aller Speicherkarten. Die Steuerelektronik befindet sich nicht auf der Speicherkarte, sondern muss im jeweiligen Gerät vorgesehen werden.

Compact-Flash-Card, Typ 1 - Sie ist eine der gängigen Speicherkarten, die vor allem im Fotosektor grosse Verbreitung gefunden hat. Diese papierflache Karte zeichnet sich durch komfortables Handling und mechanische Robustheit aus. Es sind Kapazitäten von 8 MB bis 1 GB im Handel.

Memory Stick - Von Sony lancierte Produkt im Format eines Kaugummistreifens wurde für den Einsatz im multimedialen Bereich entwickelt. Wie bei den übrigen Speicherkarten sind zur Zeit Kapazitäten bis zu 128 MByte auf dem Markt.

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