29. März 2017 | seit 1999
TESTBERICHT
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ARTIKEL
Publikationsdatum
22. Februar 2017
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Briten gelten als traditionsbewusst. Der Hifi-Hersteller Rega bildet da keine Ausnahme. Was gut begann, wird gepflegt – wenn auch mit evolutionären Verbesserungen. Die Plattenspieler-Spezialisten lancierten schon 1991 ihren "kleinen" Vollverstärker Brio – und der geht 2017 in die jüngste, die sechste Generation. Natürlich bestellte ihn avguide.ch sofort zum Test, hatten doch die jüngsten Überarbeitungen der Plattenspieler Planar 2 und Planar 3 Rega zum vermehrten Ruhm gereicht.

Look and Feel

Wenn man ihn aus seiner Schachtel nimmt, wirkt er irgendwie schwerer als die angegebenen knapp fünf Kilogramm Lebendgewicht. Der Aussenhaut aus nobel mattierten Aluminiumblech-Halbschalen ist eine abgerundete, hochglänzend lackierte Front vorgesetzt. Aus der ragen lediglich links der kleine Ein/Ausschalter, der noch zartere, weil schwarz, kaum auffällige Eingangswahlknopf und der vergleichsweise dominante, silbern gerandete Lautstärkesteller rechts heraus. In dessen ausgehöhlten Innenraum passt übrigens präzise eine Fünffrankenmünze. Dass der Regler direkten Kontakt zum Innenleben hat und nicht noch schnöde an die Front angeflanscht, genietet oder geschraubt wurde, beweist seine leicht federnde Drucknachgiebigkeit.

In der Praxis wird man das dahinter liegende Motorpotentiometer von Alps ohnehin meist mit der Fernbedienung treiben, ebenso wie die Eingangswahl. Die sieht übrigens leicht anders aus als beim unmittelbaren Vorgänger Brio R (R wie Remote), denn sie steuert auch die CD-Player des vermeintlichen Analog-Spezialisten. Den gewählten Eingang zeigt eine schlicht von 1 bis 5 nummerierte Lichterkette, die beim neuen Brio waagerecht die Front ziert statt wie beim Vorgänger in kühnem Kreisschwung. Ein gewichtigerer frontseitiger Unterschied ist die 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse, die Kopfhörern Anschluss gewährt, denen sich der Vorgänger noch verweigerte.

Das rückwärtige Anschlussfeld ähnelt mit seinen sechs Cinchbuchsenpaaren dem Vorgänger stark, auch hier ist das Pärchen ganz links einem Tonabnehmer mit MM-kompatibler Ausgangsspannung vorbehalten, während das rechts einen Fixpegel an ein Aufzeichnungsgerät abgibt. Eine Aufwertung haben die Buchsen für das eine Paar Lautsprecher erfahren: Statt bisher mit Plastik zeigt man sich jetzt mit aufgerautem Messing ummantelt. Die Kaltgerätebuchse für das mitgelieferte Stromkabel ist zweipolig ausgeführt. Den Erdkontakt zum Plattenspieler fixiert eine Schraube am Gehäuseboden. Etwas fummelig, aber in der Praxis meist ohnehin mit einem Mal erledigt. Oder wie im Fall der Rega-Plattenspieler obsolet, da diese die Spannung ihrer Pickups ohnehin ohne zusätzliche Erde in die Verstärker führen.

Insgesamt wirkt der neue Brio etwas wertiger und eleganter als sein Vorgänger, was den Aufpreis von 40 Franken rechtfertigt.

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