20. April 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
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Publikationsdatum
12. August 2002
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Was begehrt das Herz in den Ferien neben Sport, Essen und Trinken? Es ist gewiss der Fotoapparat für Erinnerungen an schöne Städte, Landschaften und Menschen. Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel die berüchtigte Powerhalse beim Windsurfen, sollte man ebenfalls mit einer Filmkamera einfangen und an einem Display begutachten können. Dann gibt es die Stunden der körperlichen und seelischen Erholung bei erquickender Musik. Also muss ein Player her. Die Möglichkeit, ein Gespräch oder spezielle Geräusche wie einschläfernde Brandung aufzunehmen, ist ebenfalls nicht zu verachten. Damit wären wir bei einem Gerät mit fünf Funktionen: Fotoapparat, Filmkamera, Display, Musik-Player und Tonaufzeichnungsgerät.

Five in One

Five in One-Winzling für die Hosentasche
Five in One-Winzling für die Hosentasche
Die SV-AV10 bietet in einem Gehäuse kleiner als eine Zigarrettenschachtel Fotoapparat, Filmkamera, Bildbetrachter mit einem drehbaren 3x4 cm-Display, MP3-Player und Diktaphon. Das Gerät hat keine beweglichen Teile mehr; als Speicher dient die SD-Memory Card.

Doch halt, fast hätte ich noch einen Wunsch vergessen: Jederzeit und überall Bilder ausdrucken sollte man natürlich auch können, auch wenn dieser Wunsch etwas vermessen scheint. Doch Panasonic macht's auch hier möglich, mit einem Drucker, der nur unwesentlich grösser als der SV-AV10 ist.

Auf in die Ferne

Sportliche Aktionen können als Still Pctures oder als MPEG4-Movies festgehalten werden
Sportliche Aktionen können als Still Pctures oder als MPEG4-Movies festgehalten werden
Mit diesen beiden Geräten in der Originalverpackung und einem 20 Jahre alten VW-Bus bewaffnet ging's in die Provence, nicht um Oliven zu pflücken oder Lavendelfelder zu bestaunen, sondern in Hyeres in der bekannten Bucht von Almanarre die Kraft des Mistrals in Speed umzusetzen. Auf dem Campingplatz angekommen wird zunächst alles eingerichtet und verstaut, die Surfausrüstung aufgeriggt. Dann kommt die Elektronik dran, die beiden Winzlinge werden aus den Schachteln geholt. Gut hat man einen Stromanschluss, denn die Akkus der Geräte müssen an 220 Volt geladen werden. Batterien kommen in diesen Mini-Gerätchen nicht zum Einsatz.

Doch oh weh! Dem Kombigerät ist lediglich eine 8 MB SD Memory Card beigelegt. Was dies bedeutet, ist klar, denn darauf haben nur Movies bis zu einer Dauer von - je nach gewählter Qualität - 2 bis 8 Minuten Platz. Allerdings reicht der Speicher für rund 80 Fotos in Fine-Qualität. MP3-Songs in einer Dauer von rund 8 min wären ebenfalls möglich. Aber woher nehmen, wenn kein Computer verfügbar ist? Also entschliesse ich mich, ein Paar Kurzfilme zu schiessen, diese dann wieder zu löschen und mich vor allem auf die Fotografie zu konzentrieren. Doch zuvor heisst es, Ladegerät auspacken und den Mini Kamera-Akku rund zwei Stunden laden.

HiTech in der Hosentasche

Doch dann erhebt sich die Frage: wo steckt man ein solche Minikamera hin? In der Hemd-Brusttasche hat sie locker Platz und aufgrund ihres verblüffend geringen Gewichtes strapaziert sie auch feine Seidenhemden nicht. Doch beim Bücken fällt sie bestimmt raus, und ich beschliesse, den Crash-Test auf später zu verschieben. Also rein in die Hosentasche meiner Jeans und los an den Strand um Kollegin Sibille bei einem komplexen Windsurfmanöver zu filmen. Da die Optik ein Weitwinkel-FixFocus-Typ ist, heisst es nahe ans Objekt heran gehen, was gerade bei dieser Sportart gar nicht so einfach ist. Doch Sibille spult ihre coolen Moves direkt vor dem Steg ab und kann anschliessend die Bewegungsabläufe ihrer Kunststücke auf dem Mini-Display recht gut verfolgen.
Keine beweglichen Teile mehr - die SD Memory Card als Speicher
Keine beweglichen Teile mehr - die SD Memory Card als Speicher
Als die Filmperiode vorbei ist, wird geknipst, und zwar alles, was vor die Kamera läuft. Das Weitwinkelobjektiv zwingt den Benutzer, nahe, ja sogar sehr nahe an die Objekte heran zu gehen. Doch wer aus der Not eine Tugend macht, erhält so sehr dynamische Bilder mit ausgezeichneter Tiefenwirkung.

Der eingebaute Blitz ist natürlich schwach auf der Brust, denn er darf den Mini Akku nicht über Gebühr belasten. So erhellt er ein Motiv nur bis etwa 2 Meter Distanz.

Der einmal geladene Akku liefert mir Power für rund 40 Bilder, bevor er vor einer "ganz wichtigen" Session zusammenbricht. Also in den Camper geeilt, den Akku 15 Minuten lang aufgeladen und zurück an den Tatort. Nun ist es möglich, wiederum diverse Motive zu Fotografieren.

Klein aber scharf...

Nun geht's ans Ausdrucken, denn die Bilder sollen den geknipsten Leuten so rasch wie möglich ausgehändigt werden. Doch zunächst muss auch der Akku des Druckers ans Netz und nach rund zwei Stunden meldet er sich zur Stelle, um die randvolle SD Memory Card aufzunehmen. Zuvor wurden die auszudruckenden Bilder in der Kamera mit dem SDCD-Code gekennzeichnet, damit sie vom Drucker erkannt werden.

Das verblüffend kleine Druckerpapier wird in den Minidrucker geschoben, der die Farbanteile Blau - Rot - Grün nacheinander aufs Papier bringt. Nach rund 30 Sekunden kann das fertige Kunstwerk aus dem Drucker gezogen werden und ein 4 mal 3 cm kleines - praktisch genau gleich gross wie das Display des SV-AV10 -, aber gestochen scharfes Bilde kann betrachtet werden. Der Show-Effekt, nicht nur unter den HiTech-Freaks, ist enorm. Der ganze Spass ist allerdings nicht ganz billig, denn ein 30er Pack Mini-Papier kostet rund 25 Franken.

Memory Full

An einem gestochen scharfen, 4x3 cm grossen Display erscheinen Bilder und das Menu
An einem gestochen scharfen, 4x3 cm grossen Display erscheinen Bilder und das Menu
Zurück zum Fotografieren. Bei 110 Bildern in Fine-Qualität meldet das Gerät "Memory Full". Wer weiter fotografieren will, kommt nicht darum herum, alte, nicht so gute Bilder zu löschen, um Platz für neue zu schaffen. Dies wird denn auch einige male praktiziert. Aber Hand aufs Herz: 110 ausgesuchte Bilder für 10 Tage Ferien reichen im Grunde genommen aus. Für den nächsten Einsatz wird eine 128 MB SD Memory Card installiert, was das Ferienbudget allerdings mit rund 200 Franken belasten wird. Doch hoffe ich, dass dann diese Kartengrösse bereits für die Hälfte zu haben ist, was gar nicht so unrealistisch ist.

Speicherbedarf und Kosten

Auf einer 8 MB-Card haben folgende Inhalte platz: 2 Minuten Filme in Maximalqualität, 8 Minuten in Economy 2-Qualität , mindestens 45 Bilder in Maximalqualität und 190 in Minimalqualität, 25 Minuten Audioaufnahme. Musik in MP3 mit hoher Qualität benötigt rund 1 MB/Minute. Die Kosten für folgende SD-Memory Cards betragen ab 1. September 2002:16 MB 49.-, 32 MB 69.-, 64 MB 109.-, 128 MB 209.-, 256 MB 429.-, 512 MB 729.-. Die Preise werden erfahrungsgemäss alle 3 Monate der Marktsituation angepasst. Der Universal-Camcorder/Player kostet rund 800 Franken, der Drucker 400 Franken

Bildqualität

Die Qualität reicht für das Internet völlig aus. (Originalbild von 640x480px auf 400x300px verkleinert)Die Qualität reicht für das Internet völlig aus. (Originalbild von 640x480px auf 400x300px verkleinert)
Die wahre Qualität der 640x480-Bilder zeigt sich natürlich erst am Computer. Durchschnittlich benötigt ein solches Bild rund 80 - 110kB. Die Qualität hängt dabei weitgehend von der nur mässig guten Optik ab. Ausdrücke zeigen eine brauchbare Qualität bis zu rund 7x9 cm grossen Bildern. Für das Internet ist die Qualität absolut ausreichend. Die MPEG4-Movies sind auch in ihrer besten Qualität natürlich nur mässig gut. Die Bildschärfe ist begrenzt, die Bewegungen ruckeln etwas. Trotzdem sind solche Movies geeignet, Bewegungsabläufe gut zu dokumentieren. Besser als das Bild ist der mit aufgenommene Ton. Mit dem mitgelieferten SD-Movie Stage-Programm können die Movies am PC (kein Mac!) editiert werden.

Der reine Ton

Musikdateien werden via PC über den Card Reader/Writer auf die SD Memory Card übertragen
Musikdateien werden via PC über den Card Reader/Writer auf die SD Memory Card übertragen
Zu Hause angekommen, werden Songs entweder in MP3, AAC oder RealAudio mittels der mitgelieferten Software, einer Spezialversion einer "Real Jukebox", erstellt und über den USB-SD-Reader/Writer auf die SD Memory Card geladen. Direkt vom Internet auf die SD-Card heruntergeladene MP3-Files werden aus Kopierschutzgründen weder angezeigt noch abgespielt. Die Klangqualität hängt weniger vom gewählten Medium, sondern weitgehend vom Kopfhörer ab. Der mitgelieferte Minihörer ist zwar klein, der Klang natürlich nicht gerade highfidel. An einen guten HiFi-Hörer angeschlossen, klingt die Sache auch für HiFi-Fans durchaus akzeptabel, obwohl man sich manchmal eine Klangregelung oder mindestens eine Superbass-Funktion wünschte.

Tonaufnahmen erfolgen in Mono und sind aufgrund ihrer beschränkten Qualität nur für Sprache geeignet. Die Verständlichkeit ist aber absolut ausreichend, wobei der Suchlauf, welcher nur in 10 Sekundenschritten arbeitet, etwas feinfühliger sein könnte, was gerade fürs Abtippen von Interviews von Vorteil wäre.

Fazit

Sowohl der SV-AV10 SD-Card-Camcorder/Player wie auch der dazu passende Mini-Drucker SV-P10 sind HiTech-Winzlinge mit beachtlichen Fähigkeiten. Während der Drucker mit seiner Bildgrösse von lediglich 3 x 4 cm einen sehr beschränkten Anwendungsbereich hat, ist der Einsatzbereich des SD-Camcorders extrem gross. Die Qualitäten von Bild und Ton sind in Anbetracht der minimalen Abmessungen ausreichend gut.
STECKBRIEF
Preis:
Camcorder SV-AV10E: 800 Franken, Drucker SV-P10E: 400 Franken
Profil:
Sensationell winzige Geräte einer neuen Generation mit Qualitäten, die in Anbetracht der geringen Abmessungen erstaunen.
Pro:
Camcorder SV-AV10E:
Kompakte Abmessungen,
Four in One,
keine beweglichen Teile,

Drucker SV-P10E:
scharfes Bild,
Gute Farben
Contra:
Camcorder SV-AV10E:
Bildqualität nur für Internet völlig ausreichend,

Drucker SV-P10E:
Relativ hohe Bildkosten,
sehr kleines Bild
Ausstattung:
SV-AV10E: Camcorder mit SD Memory Card, Still Camera, MP3-Player, Dictaphon.
Technische Daten:
Abmessungen:
Camcorder SV-AV10E (BxHxT): 4 x.6 x 7,5 cm
Drucker SV-P10E (BxHxT): 5,9 x 3,1 x 9,6 cm
Wettbewerb