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TESTBERICHT
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Publikationsdatum
15. September 2003
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Die Leute bei Piega haben es schon lange bemerkt: Man hört immer mehr mit den Augen! Ein Lautsprecher kann traumhaft schön klingen, wenn er im Kistendesign daherkommt, ist er der Alptraum jedes Verkäufers.

Die Piega C 2 ist ein kompakter Lautsprecher der sowohl fürs Auge wie auch das Ohr sehr viel bietet.

Auf die Spitze getrieben

Bei der in Horgen direkt am Zürichsee gefertigten C 2 treibt Piega den konstruktiven Aufwand auf die Spitze und verwendet ein Gehäuse mit Wänden aus 17 (!) Kunstholzschichten mit einer zusätzlichen, entkoppelnden Korkschicht in der Mitte sowie einer 0,5 mm dicken Aluminium-Ummantelung,

Die rückwärtige Rundung hilft, stehende Wellen im Gehäuse zu vermeiden und stabilisiert dieses zusätzlich zu den obligaten Innenverstrebungen.

Ein regelrechtes Schmuckstück ist die C 2 nicht nur von vorne, auch von hinten zeigt sie liebevolle Fertigungsdetails wie das massive Vollmetall-Terminal.

Kompakt, aber nicht Micro

Mit einer Höhe von 44 cm ist die C 2 wohl kompakt, aber weder eine typische Regal- noch gar eine Micro-Box. Sie fühlt sich frei im Raum aufgestellt spürbar wohl und hinterlässt den Eindruck eines ausgewachsenen Standlautsprechers.

Aber auch fürs Auge ist diese Plazierungsart eine Wohltat: Speziell mit dem passenden Vollmetall-Design-Ständer (Fr. 1280.-/Paar) will die C 2 rundherum bewundert werden.

Sound mit Klasse

Ein Auftritt, dem die klanglichen Leistungen in nichts nachstehen: Als erstes fällt die referenzverdächtige Konturiertheit der Tieftonwiedergabe auf: Reichlich Tiefgang kombiniert mit exzellenter Impulstreue machen einen akustischen Jazzbass überhaupt erst als Musikinstrument mit verschiedenen Klangfarben hörbar, wo viele Lausprecher nur ein dumpfes Einerlei zeichnen.

Transparenz und Feinzeichnung

Das Markenzeichen von Piega: Bändchen-Hochtöner mit exzellentem Impulsverhalten
Das Markenzeichen von Piega: Bändchen-Hochtöner mit exzellentem Impulsverhalten
Von der kompromisslosen Piega-Gehäusekonstruktion profitieren auch der Grund- und Mitteltonbereich: Die C 2 wirkt völlig entschlackt und agiert mit einer pulsierenden Vitalität, die beispielsweise bei Jazz für den richtigen "Groove" sorgt.

Der Bändchenhochtöner ist an dieser Spielfreude natürlich nicht unbeteiligt und kreiert mit seinem hohen Mass an Transparenz und Feinzeichnung ein kristallklares Top-End.

Für alle Musikarten

Auch ein schöner Rücken kann entzücken...Auch ein schöner Rücken kann entzücken...
Die Piega bildet das klangliche Geschehen weiträumig und von den Boxen losgelöst ab, kann aber Solisten und Einzelinstrumente sehr genau fokussieren.

Komplexe Orchesterpassagen werden differenziert aufgeschlüsselt. Flügel kommt imposant in der richtigen Grösse. Stimmen wirken sehr natürlich.

Insgesamt ein Lautsprecher, der dank seiner Ausgewogenheit und Impulstreue bei sämtlichen Musikarten brilliert.

Erst bei extrem tieftonreichem Musikmaterial zeigt sich, dass auch Piega die Physik nicht überlisten kann und hohe Tiefbass-Pegel nicht unbedingt das Metier der C 2 sind.

Fazit

Der Gesamtcharakter der Piega kann als "breitbandig und homogen mit druckvollem Bass und brillanten, enorm feinzeichnenden Höhen umschrieben" werden.

Damit sammelt sie bei jeglichem Musikmaterial Punkte und empfiehlt sich mit ihrer einwandfreien räumlichen Abbildung als verlässlicher Partner für sämtliche musikalischen Gelegenheiten.

Idealerweise kombiniert man die C 2 mit dem wunderschönen Vollmetall-Designständer und stellt sie zur allgemeinen Bewunderung frei im Raum auf.
STECKBRIEF
Preis:
2680 Franken/Paar
Profil:
Exzellent verarbeitete CH-Box, die klanglich sehr hohen Ansprüchen gerecht wird.
Pro:
konturierte impulsschnelle Wiedergabe,
hohe Feinzeichnung,
tolle Verarbeitung,
enorme Breitbandigkeit
Contra:
beschränkter Tiefbasspegel
Ausstattung:
Anzahl Wege: 2
Ausführungen: Gehäuse Metall geschliffen, Lochgitter schwarz
Technische Daten:
Masse (BxHxT) 22 x 44 x 32 cm
Empf. Verstärkerleistung: 20 - 250 Watt