TESTBERICHT
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Publikationsdatum
16. April 2007
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Um was geht es denn hier eigentlich? Um eine extrem komplizierte und schwierig zu bedienende Multiroomanlage mit tausendundeins Möglichkeiten, die sowieso niemand braucht und nutzen kann?

Kein Angst!

Die Philips Leute haben sich hier nicht ein Denkmal in Sachen "eierlegender Wollmilchsau" setzen wollen. Die Designer dieser Anlage haben bewusst einige Dinge, die wohl möglich gewesen, aber für den normalen User nicht von Bedeutung wären, ganz einfach weggelassen.

Einige trendige Features, die Philips eigentlich aus demFF beherrscht, wie zum Beispiel Internetradio und DAB, sind im WACS7000 nicht zu finden. Man setzt ganz simpel und konventionell auf den guten alten und bewährten UKW-Empfang, der so schnell nicht verschwinden wird.

Jedem "sein" Musikprogramm

Die Grundausführung des WACS7000 besteht aus einem Steuergerät, das wir kurz "Center" taufen wollen, und einer "Station", die man in einem beliebigen anderen Raum platzieren kann. Die Anlage ist bis auf fünf Stationen ausbaubar.

Diese werden ab der Festplatte des Centers bedient, und es ist doch tatsächlich möglich, bis zu fünf unterschiedliche Musikprogramme ab ein und derselben (!) Festplatte in den entsprechenden Räumen abzuhören.

Ausstattung

Die Zweiwegfernsteuerung weiss immer, was im Center los ist. Angezeigt werden das Werk (Laufschrift verschwommen), der Interpret, die abgelaufene Zeit und sogar Infos über die gewählten Klangeinstellungen.

Bei der Ausstattung der Geräte haben sich die Philips Designer einiges gedacht.
So besitzt nur das Center einen CD-Player und eine Festplatte.

Sowohl Center als auch Stationen enthalten aber einen UKW-Tuner und Anschlüsse für ein externes analoges Gerät, Docking Station für MP3-Player und USB Anschluss für Sticks&Co.

Die Geräte finden sich "wireless" und mit einem digitalen Sicherheitscode, so dass Störungen von anderen, auch gleichartigen Geräten, ausgeschlossen sind.

Damit sich auch die Fernsteuerungen des Centers und der Stationen nicht in die Quere kommen, arbeiten sie mit Infrarot, und die Wände setzen hier natürliche Grenzen.

Die Fernsteuerung des Centers arbeitet im Zweiwegverfahren. Dabei wird der Status des Gerätes an die Steuerung zurückgemeldet. So weiss man immer, was am Gerät tatsächlich vorgeht.

Wundertüte

Wer sich ein WACS7000 leistet, erhält eine grosse Schachtel mit einigem Inhalt. Da ist zunächst das recht korpulente, aber sehr elegant gestylte "Center" plus eine deutlich kleinere "Station" samt Fernsteuerungen.

Als Beigemüse findet man zwei Wurfantennen, Ethernet-Kabel zum Anschluss eines PCs, zwei Wandmontage-Vorrichtungen, CD-ROM mit "PC-Suite" Verwaltungsprogramm sowie Kurzbedienungsanleitungen und Manual in den verschiedensten Sprachen.

Das Center

Die rund 61 cm breite Station ist das Herzstück der Anlage. Sie verfügt über eine 80 GB-Festplatte, welche je nach gewählter Aufnahmequalität bis zu 1500 Audio-CDs speichern kann. Zudem enthält sie einen CD-Player und einen UKW-RDS-Tuner.

An dieses Center kann ein externes analoges Gerät, eine Docking Station für MP3-Player, ein externes USB-Speichergerät und - last but not least - ein PC angeschlossen werden.

Die Station

Die etwas kleineren Stationen enthalten einen UKW-RDS-Tuner, einen USB-Anschluss für Sticks etc.

Von diesen Stationen aus kann vollumfänglich auf die Festplatte - aber nicht auf den CD-Player (!) - des Centers zugegriffen werden.

Das "Streaming", also das Übertragen von Musik vom Center auf die Stationen, funktioniert eben nur in Verbindung mit der Festplatte.

Standing Ovations für die Philips Designer!

Bei solchen Systemen besteht die grosse Angst, ob mann/frau in der Lage ist, es ohne einen dreiwöchigen Einführungskurs in Betrieb nehmen und es sogar vollumfänglich ohne das intensive Studium eines dicken Manuals bedienen zu können.

Beim WACS7000 haben die Konstrukteure deshalb darauf geachtet, dass es einfacher nicht mehr geht.

Also Geräte ausgepackt und nebeneinander auf einen Tisch gestellt. Beide Geräte ans Stromnetz angeschlossen und auf "Power on" gedrückt.

Während das Display des Centers "Starting up"anzeigt, ist auf der Station "Connecting to Center" zu lesen. Bravo - das geht ja von alleine!

Nach rund einer Minute - oder etwas mehr - haben sich die beiden Geräte gefunden und sind bereit zum Datenaustausch. Auf beiden Displays erscheint nun der Inhalt der Festplatte als Schallquelle.

Als nächster Schritt wird die Station ausgeschaltet und in einem anderen Raum aufgestellt. Nach dem Anschliessen ans Stromnetz leuchtet nach wenigen Sekunden auf dem Display "Center found" auf und schon ist die Anlage bereit zum Musizieren ...

Gracenote Datenbank

Im WACS7000 Center ist eine Gracenote Datenbank integriert, die rund 800'000 (!) CDs kennt. Wird eine CD gerippt, prüft diese Datenbank, ob sie diese CD kennt.

Ist dies der Fall, erhält man alle Angaben über die CD wie Künstler, Album, Tracks etc. Jeweils auf den neusten Stand bringt man diese interne Datenbank über die Webseite www.club.philips.com.

Ist das Center am Internet angeschlossen, wird natürlich online auf die stets aktuelle Gracnote Datenbank zugegriffen.

Unterschiedliche Klangqualitäten

Dem User steht es frei, mit Übertragungsraten von 128 kbps bis 320 kbps seine CDs ins MP3-Format zu rippen.

Meiner Meinung nach genügt für Background-Musik 128 kbps vollauf. Anspruchsvollere Musik würde ich mit mindestens 192 kbps aufnehmen und meine Lieblings-CDs mit der maximal möglichen Übertragungsrate von 320 kbps. Doch kann hier jeder selbst prüfen, was er (noch!) hören kann...

Das Rippen von CDs, also das Komprimieren ins MP3-Format mit anschliessendem Überspielen auf die Festplatte ist denkbar einfach und von jedermann/frau vorzunehmen.

Suchen und Finden

Hat man CDs auf die Festplatte überspielt, so sollten sie dort auch elegant zu finden sein. Musikstücke sind unter folgenden Kategorien zu finden: Playlists, Artists, Albums, Genres und Tracks.

Sehr praktisch zum Organisieren der Musiksammlung sind 99 mögliche Playlists, in die man die gewünschten Stücke verpacken und dann in dieser Reihenfolge abspielen kann.

Music follows me

Musik im ganzen Haus! Und die Musik folg dem Hörer auf Kommando in jeden Raum. Von einem Punkt aus wird das ganze Haus wireless mit bis zu fünf unterschiedlichen Programmen ab Festplatte des Centers Musik im ganzen Haus! Und die Musik folg dem Hörer auf Kommando in jeden Raum. Von einem Punkt aus wird das ganze Haus wireless mit bis zu fünf unterschiedlichen Programmen ab Festplatte des Centers "bestreamt".

Dieser Titel ist zugleich der Betriebsmodus, der es dem Hörer ermöglicht, dass ihm die gewünschte Musik wie ein braves Hündchen in jeden Raum, wo eine Station des WACS7000 steht, folgt.

Das geht sehr elegant, aber natürlich wie man weiss nur mit Programmen ab HD-Quelle.

Verlässt man zum Beispiel den Raum mit der Center-Station, so drückt man im nächsten Raum mit einer Station die Taste "Music follows me" und die Musik erscheint praktisch ohne Unterbruch. Im verlassenen Raum wird die Lautstärke vollständig zurückgeregelt.

Musik ab Stick & Plug and Play

Ein USB-Speichergerät wird ganz einfach an die oben auf dem Gerät angebrachte USB-Buchse angeschlossen und über die Source Taste angewählt. Dabei erscheint auf dem Display jeweils der Inhalt des Speichermediums und das Konzert kann beginnen. Auf das angeschlossene USB-Gerät können auch  Musikstücke ab Festplatte überspielt werden.

Auch ein UPnP-fähiges Gerät (Universal Plug and Play), kann als Musikbibliothek dienen. Die Musiksammlung auf dem UPnP-fähigen Gerät kann sowohl auf das  Center als auch auf die Station kabellos oder auch mittels Ethernet-Kabel geleitet werden.

Umgekehrt ist es ebenfalls möglich, Musik ab WACS7000 auf dem UPnP-fähigen Gerät, sei es ein PC oder ein anderes Gerät mit UPnP-Software, abzuspielen. Da fängt "Entertainment- grenzenlos" so richtig an....

UKW - immer noch aktuell

Das WACS7000 kann, wie schon erwähnt, weder Internetradio noch DAB empfangen. So hat man denn auch nicht die Qual der Wahl. Und Hand aufs Her(t)z: UKW klingt bei gutem Empfang gar nicht so übel.

Sender können - wie das heute ja schon fast Standard ist - automatisch oder manuell auf bis zu 60 Speicherplätzen abgefüllt werden. Jedes Gerät - ob Center oder Station- enthält seinen eigenen Tunterteil und kann individuell abgestimmt werden.

Achtung Aufnahme!

Anschlüsse am Center: Ethernet für PC und Internet, Docking Station für MP3-Player, analog in und out. Oben auf dem Gerät: USB-Anschluss und seitlich 75 Ohm-UKW-Antennebuchse.

Rippen von CDs auf Festplatte oder das Übertragen von Tracks auf ein USB-Gerät sind, wie schon besprochen, sehr einfach und ohne weiteres möglich. Wie stehts aber, wenn eine analoge Quelle, zum Beispiel ab UKW, auf die Festplatte aufgezeichnet werden soll?

Dazu ist bekanntlich ein Analog/Digital-Wandler notwendig. So gibt es Festplatten-Musik-Systeme von der Konkurrenz, die nur CDs auf die Festplatte überspielen können, aber keine analogen Schallquellen.

Doch das WACS7000 kann auch das, und das Aufnehmen von analogen Schallquellen auf die Festplatte ist erst noch unglaublich simpel. Wird die analoge Quelle angewählt, wird einfach auf die Rec-Taste gedrückt und schon heisst es "Achtung Aufnahme!"

Dieses Musikstück wird dann auf der Festplatte unter "Alben" abgelegt und erhält automatisch einen Dateinamen zugewiesen .

Anschluss an den PC

Durch die Verbindung mit einem PC (Windows 2000/XP Home oder Prof.)
ist es möglich, auf die Festplatte des Centers zuzugreifen und damit den Inhalt elegant zu verwalten.

So ist auch die Aktualisierung der internen Gracenote Datenbank und der Firmware von Center und Station möglich. Das ganze kann kabelgebunden oder natürlich auch kabellos erfolgen.

Zudem ist es nun möglich ein Sicherheits-Backup der WACS-Festplatte auf den PC zu machen - für den Fall der Fälle. Die dazu auf dem PC zu installierende Software, der WADM (Wireless Audio Device Manager) und der PPM (Philips Media Manager), wird auf CD mitgeliefert.

Einschlummern und wecken

Mit der Schlummerfunktion lässt sich die Zeit einstellen, wo die Musik aufhört zu spielen. Andrerseits kann man sich von jeder Station aus zu einer unterschiedlichen Zeit wecken lassen. Leider kann man sich nicht mit beliebiger Musik, sondern nur durch einen Weckton aus dem Schlummer reissen lassen.

Wer sich mit Musik wecken lassen will, kann sich die  "Streamium Wireless Music Station WAK3300"  für Bad, Bett oder Küche leisten, welche, dank  integriertem Wecker, schon zum Aufwachen die Lieblingsmusik spielt. Dazu greift das hübsche Gerätchen kabellos auf das Wireless Music System zu.

Der Sound

Die Flachlautsprecher reihen sich nahtlos ins Design ein und sind kaum also solche zu erkennen.

Der Sound des WAC7000 Centers wird topmodern von digitalen Verstärkern befeuert. Mitten und Höhen werden über zwei praktisch unsichtbare, in das Design integrierte Flachlautsprecher auf der Front abgestrahlt.

Ein eingebauter und erstaunlich leistungsfähiger Subwoofer übernimmt den Bassbereich.

Es ist natürlich nicht ganz realistisch, an ein solches Kompaktsystem höhere klangliche Ansprüche zu stellen. Dafür sind Anlagen mit getrennt aufstellbaren HiFi-Boxen geeigneter als solche Lifestyle-Systeme.

In Sachen Klangdefinition sind die kleinen Flachlautsprecher nicht ganz auf dem Niveau guter Kalotten oder gar der ausgezeichneten Bändchen-Systeme von Philips.

Doch kann der Sound mittels verschiedener voreingestellter Equalizerstellungen, aber auch konventionell mit getrennten Bass-Höhenreglern, dem persönlichen Geschmack angepasst werden.

Wer das Klangbild punkto "Space" aufpeppen will, kann dies mit der "Incredible Sound" - Taste tun und erhält eine deutlich hörbar breitere Klangbühne, die nicht unbedingt natürlicher klingt, aber gewiss mehr Effekt bringt.

Die etwas kleinere Station klingt, da sie mit praktisch denselben Flatspeakern bestückt ist, sehr ähnlich. Sie bietet natürlich nicht ganz die Potenz im Bass wie das doch wesentlich grössere Center.

Fazit

Mit dem WACS7000 bietet Philips ein sehr interessantes Musiksystem für Multiroombetrieb an, das vieles - aber bewusst nicht alles (!) kann. Gerade deshalb ist es übersichtlich und recht einfach zu bedienen. Klanglich kann es einer HiFi-Anlage natürlich nicht das Wasser reichen. Der Sound lässt sich aber - dank vielseitiger Möglichkeiten der Klangbeeinflussung - sehr gut dem persönlichen Geschmack anpassen.

Info

 

Preise:

System WACS7000 1699.- Franken

WAS7000 499.- Franken

STECKBRIEF
Modell:
WACS7000
Profil:
Relativ einfach zu bedienendes Musiksystem für Multiroombetrieb mit genialem Konzept
Pro:
geniales Konzept;alles Notwendige vorhanden;rel. einfache Bedienung;Aufnahmen von analogen Quellen auf Festplatte möglich;;
Contra:
nur mässige Klangqualität
Preis:
1,699.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2007
Vertrieb:
Masse:
608 x 303 x 175 mm
Gewicht:
12,9 kg
Farbe:
schwarz
Analog Input:
Stereo
Analog Output:
Stereo, Kopfhörer (3,5 mm)
Audioformate:
PCM, MP3, WMA
Leistungsaufnahme Standby:
1 W
Maximale Leistung:
2 x 40 Watt
Schnittstelle:
Wireless LAN (802.11g), Ethernet, USB