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TESTBERICHT
ARTIKEL
Publikationsdatum
30. März 2009
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Für Schneewittchen und seinen Zwerg erscheint das MicroStar-HiFi-System von Elac geradezu gigantisch und es ist zu bezweifeln, ob die Dame des Hauses den sieben Mitbewohnern erlauben wird, die Optik der Wohnstube mit diesem scheinbar riesigen Audio-System zu verschandeln.

Doch wer weiss, dass die Lady mit den schwarzen Haaren und dem zarten Teint gerade mal 35 cm gross ist realisiert, dass es Elac mit der Behauptung, der MicroSUB 2010 BT sei "der kleinste Subwoofer der Welt", absolut ernst ist.

Einsatzbereich

Das MicroStar gibt es auch in weissem Hochglanz-Lack.

Das MicroStar, bestehend aus dem Subwoofer MicroSUB 2010 BT und zwei Starlet Satelliten, ist für die Kombination mit Computern, Streaming Servern, MP3-Playern, CD und DVD-Spielern etc, gedacht und kann sowohl via Kabel als auch über Bluetooth angesteuert werden.

Da die Satelliten eigentliche Nahfeldmonitoren sind und für die Wiedergabe in geringer Hörentfernung konzipiert wurden, können sie auf dem Schreibtisch, Sideboard, Fensterbrett oder im Regal im Büro, Arbeits- oder Schlafzimmer platziert werden.

Möglich ist ein breites Einsatzfeld, sei es im Büro, Arbeits- oder Schlafzimmer. Und wer gar platzsparend sein Wohnzimmer beschallen möchte, der kann den kompakten, aber erstaunlich leistungsfähigen Subwoofer mit den etwas grösseren Satelliten Elac 301 kombinieren (System MicroMagic).

Von passiv zu aktiv

Während die Starlet-Satelliten an und für sich konventionelle, passive Micro-Boxen sind, steckt der aktive MicroSub 2010 BT voller Überraschungen.

Einer der Gründe, weshalb Elac diesen Subwoofer so klein machen konnte liegt darin, dass man das Netzteil ausgelagert hat. Damit gewinnt man zusätzlichen Raum und schlussendlich knapp 6 Liter Volumen, die für die beiden im Push-Pull-Betrieb arbeitenden und bis hinunter zu 36 Hz musizierenden 11.5 cm - Langhub-Basstreiber auch dringend benötigt werden. Während eines dieser Chassis nach oben strahlt, donnert das andere seine Bässe nach unten.

Nicht weniger als vier (!) integrierte Endstufen mit je 40 Watt Sinus befeuern die beiden Basschassis und die beiden Satelliten. So ist es kein Wunder, dass dieses kleine Bass-Monster auch ohne Netzteil fast 5 Kilogramm auf die Waage bringt.

Von der Bühne ins Büro

Unter dem Moto "Bühne frei für Starlet" werden die  sehr schön verarbeiteten und auch separat erhältlichen "Starlet"-Microboxen fürs Pantoffelkino angepriesen.

Im MicroStar-System werden diese knapp 12 cm hohen, bühnenverwöhnten Micro-PA-Boxen jedoch zur Hausarbeit verdonnert. Aber auch in der häuslichen Umgebung verrichten die mit hochwertigen, magnetisch abgeschirmten Chassis bestückten Klangwerker ihre Arbeit tadellos.

Sie sind bereits mit einem Hochpassfilter mit einer Grenzfrequenz von 100 Hz versehen und können somit auch mit Subwoofern betrieben werden die nicht in der Lage sind, den Satelliten die Bässe wegzufiltern. Somit sind sie, mindestens im Bassbereich, völlig überlastsicher. Der seriösen Verarbeitung setzt Elac mit stabilen Lausprecheranschlüssen das Krönchen auf.

Qualität, nobel serviert

Zur Betonung der Qualität dieses Systems liefert Elac zu diesem Produkt die obligaten weissen Glacéhandschuhe.

Die sind auch nötig, denn gerade auf dem schwarzen Hochglanzlack ist jeder Fingerabdruck zu sehen. Zu loben sind auch die mitgelieferten, dicken Lautsprecherstrippen. 

Ausgestattet ist dieser Subwoofer wie ein Grosser: Die Übergangsfrequenz vom Subwoofer zu den Satelliten lässt sich ebenso regeln wie die Lautstärke des Subwoofers und des Gesamt-Systems.

An Eingängen sind ein Line-Anschluss (Cinch) und ein Bluetooth- Empfänger nach A2DP, HFP, AVRCP zu finden.

Praxis

Als Haupt-Spielpartner durfte der Philips Audio-Video-Player SA5225BT mit seinem integrierten Bluetooth-A2DP-Sender antreten.

Die Bluetooth-Verbindung zum MicroStar wird innert kürzester Zeit und mit ein Paar gezielten Tastendrücken bewerkstelligt. Nach dem Ausschalten des Players klappt ein automatisches Wiedereinwählen jedoch meist nicht.

Da der SA5225BT zu jenen Playern gehört, bei denen keine Lautstärkeregelung via Bluetooth möglich ist, muss der passende Schallpegel etwas umständlich an der Rückseite des Subwoofers gewählt werden.

Klang

Während eines der Bass-Chassis nach oben strahlt, donnert das andere seine Bässe nach unten.

Bleiben wir realistisch und schrauben unsere Erwartungen, trotz der von Elac gewagten grossen Versprechung wie "ersetzt eine komplette HiFi-Musikanlage", deutlich zurück.

Zudem kann (und darf !?) eine Bluetooth-Übertragung, auch wenn sie nach neustem A2DP-Standard erfolgt, ja gar nicht audiophil klingen.

Also erst mal lauwarm plätschernde Unterhaltungsmusik über das MicroStar gelassen und gestaunt: Das tönt tatsächlich ganz anders, als über die unzähligen zu Computern angebotenen Plastik-Sound-Systeme.

Dieser Klang kommt nicht nur leise erstaunlich voll und locker daher, sondern auch dann, wenn der Pegel mal lustvoll nach oben geschraubt wird. Dann beginnen die beiden Chassis des Subwoofers auf und ab zu tanzen und die Zwerchfelle der Zuhörer werden tüchtig durchmassiert.

Was diese kleine Anlage an Klangvolumen und Impulsfreude bieten kann, ist fast nicht zu glauben!

Stunde der Wahrheit

Subwoofer MicroSUB 2010 BT hier in Kombination mit einem Notebook als Musikserver via Bluetooth

Doch die Stunde der Wahrheit kommt und schlägt bekanntlich erst bei anspruchsvollen, kritischen Klängen, bei denen man Verfärbungen jeglicher Art sofort hört.

Die Hand des Meisters Elac zeigt sich bei Mozart Klavier Trios. Dieses Ensemble, bestehend aus Klavier, Violine und Cello erklingt ganz gewiss nicht absolut audiophil, so doch bemerkenswert sauber und ohne gröbere Verfärbungen. Während das Klavier elegant auf und ab perlt, bringt der Subwoofer das Cello überraschend tief und klar. Und wer noch weiss, wie eine Violine wirklich klingt, stellt fest: Die Starlet-Satelliten sind tatsächlich kleine HiFi-Boxen! 

Zwar ist die Klangbühne, schon aufgrund der Platzierung auf dem Labortisch im Testraum, bei weitem nicht so grossräumig wie bei einer echten grossen Hifi-Anlage, doch kommt der Klang frei und losgelöst von den Boxen.

Weiter stellt das MicroStar System seine klanglichen Fähigkeiten sowohl bei Rebecca Pidgeons glockenreiner Stimme als auch bei knallharten rockigen Sounds unter Beweis.

Klangvergleiche zwischen Bluetooth- und Kabelübertragung zeigen ganz klar, dass das Bluetooth A2DP Übertragungs-System, abgesehen von einem leicht erhöhten Grundrauschen, eine gute Klangqualität liefern kann, die für die Übertragung von datenreduzierter Musik genügt.

Fazit

Für das backgroundmässige musikalische Berieseln und das Kombinieren mit Computern und MP3-Playern erscheint das MicroStar fast zu schade.

Wer jedoch sehr hohe Ansprüche an ein Desktop 2.1 Lautsprechersystem stellt, bekommt mit dem MicroStar von Elac auf jeden Fall ein erstklassig verarbeitetes, Bluetooth fähiges Monitor-System, das auch bei anspruchsvollen Klängen nicht versagt.

Wer zu Hause noch mehr Klangvolumen und eine raumfüllende Wiedergabe aus fast ebenso kompakten Abmessungen realisieren möchte, dem sei die Variante MicroMagic mit den etwas grösseren Satellitboxen vom Typ 301 empfohlen.

Preis: MicroStar 1750.- Franken.

STECKBRIEF
Modell:
MicroSTAR 2.1 BT
Profil:
Desktop 2.1-Lautsprechersystem, das neue Massstäbe in Sachen Verarbeitung und Klang setzt.
Pro:
toller Klang; sehr gute Verarbeitung; wertiges Design ; Bluetooth-Übertragung;
Contra:
rel. hoher Preis;keine eigene Fernsteuerung für Lautstärkeregelung ;
Preis:
1,750.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2009
Vertrieb:
Masse:
150x218x178 (Subwoofer) mm
Gewicht:
4,8 (Subwoofer) kg
Farbe:
schwarz, weiss
Bass:
2 × 115 mm Konus
Bauprinzip:
Satelliten/Subwoofer
Empfohlene Leistung:
40/60 Watt
Frequenzgang:
56 - 21000 ± 3dB
Hochton:
1 x 19 mm Ringdome, magn. geschirmt
Impedanz:
6 Ohm
Maximale Leistung:
4 x 40 Watt
Mittelton:
1 x 80mm Konus magn. geschirmt
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