21. Mai 2012 | seit 1999
TESTBERICHT

Die eigene DVD

DVD-Camcorder Sony DCR-DVD201

Die DCR-DVD201 von Sony nimmt auf DVD auf. Die kompakte Handycam bietet alles, was es für die eigene DVD braucht.

ARTIKEL
Autor
Guido Dietrich
Publikationsdatum
27. September 2004
Themen
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Eine DVD mit den eigenen Videoaufnahmen kreieren geht mit der Handycam DCR-DVD201 von Sony leicht von der Hand, denn sie nimmt das Ausgangsmaterial bereits auf DVD auf. Es lässt sich anschliessend im Camcorder oder im Computer bearbeiten. Damit kann unkompliziert ein gestalteter Erinnerungsfilm ab DVD präsentiert werden.

Unkompliziert ist der Umgang mit der Handycam von Anfang an, denn die Automatiken erlauben, ohne Voreinstellungen sofort loszulegen und liefern dabei in normalen Aufnahmesituationen durchwegs gute Ergebnisse.

Die Handycam dient aber auch als Fotoapparat. Sie nimmt dabei ebenfalls auf DVD auf. Dank ihrer kompakten Bauweise kommt die DCR-DVD201 überall hin mit, kann also als Ferienbegleitung ebenso dienen wie zur Dokumentation bei der Arbeit.

Vollgepackt mit Features

Keine Kassette, dafür die 8 cm grosse DVD-RW beziehungsweise DVD-R ist das Aufnahmemedium. Mit 1,4 GB Speicherkapazität bietet sie im SP-Modus Platz für 30 Minuten Aufnahmen (bzw. 20 Minuten in HQ oder 60 Minuten mit LP). Bewegte Bilder werden im MPEG2-Format aufgenommen, Standbilder in JPEG und der Ton in Dolby Digital 2.0.

Die im Video-Modus bespielte Disc kann nach dem Finalisieren in praktisch allen neueren DVD-Spielern wiedergegeben werden. Mit der DVD-RW ist die Aufnahme auch im VR-Modus möglich. Das erlaubt Bearbeitungen (Löschen, Trennen von Szenen, Reihenfolge ändern etc.) bereits im Camcorder.

Die optische Ausstattung der DCR-DVD201 kann sich sehen lassen. Das Carl Zeiss Vario Tessar-Objektiv hat einen 10-fach Motorzoom mit Lichtstärken von F1.8 bis F2.3. Der optische Zoom hat – bezogen auf 35 mm Film – Brennweiten von 46 mm – 460 mm und kann digital bis auf den Faktor 120 ausgeweitet werden.

Dank elektronischem Bildstabilisator sind beim 10fachen Zoom selbst aus der Hand noch einigermassen ruhige Videoaufnahmen realiserbar. Bei Fotos ist er nicht aktiv.

Der 1/5 Zoll-CCD ist mit 1'070'000 Pixeln bestückt. Für Fotos werden effektiv 1 Million genutzt, für Videoaufnahmen 690'000. Damit sind Bilder mit einer maximalen Auflösung von 1152 x 864 Bildpunkten möglich. Diese können auch in Serie mit vier Bildern im Abstand von 0,7 Sekunden geschossen werden oder als Dreierfolge mit je unterschiedlicher Belichtung. Auf einer DVD haben 2000 – 9000 Bilder Platz.

Die minimale Beleuchtung bei F1.8 beträgt 7 Lux. Möglich ist Gegenlichtkorrektur ebenso wie manuelle Belichtung und manueller Weissabgleich. Dank NightShot plus kann mit Infrarot bis zu einer Distanz von etwa drei Metern auch bei 0 Lux aufgenommen werden. Für Videoaufnahmen lässt sich das Bild zusätzlich aufhellen.

An Anschlüssen steht ein analoger AV-Ein- und Ausgang, ein Mikrofoneingang, der USB-Anschluss und ein Fernbedienungsanschluss zur Verfügung. Mitgeliefert werden das USB- und das AV-Kabel mit Spezialstecker, das die Verbindung mit dem (Front-) AV-Eingang eines Fernsehers in Video- und S-Video-Qualität erlaubt.

Die Aufnahmedauer mit dem mitgeliferten Akku beträgt bei Normalgebrauch etwa 50 Minuten bis 1 Stunde, je nach Bedienung und ob der LCD verwendet wird. Optionale Akkus erlauben längere Zeiten. Mit dem NP-QM91 sind es über drei Stunden.

Sofort Startklar

Mehrere Programmautomatiken wie Sport, Portrait oder Dämmerung legen optimale Einstellungen für verschiedene Situationen fest. Zusammen mit dem zuverlässig arbeitenden Autofokus gelingen damit problemlos Aufnahmen für die weitaus meisten praktischen Situationen.

Erstaunlich ist die Fähigkeit des Makros, der bei automatischer Einstellung ein nahes Herangehen erlaubt und dabei dank des schnellen, präzisen Autofokus stets die anvisierten Details gross zeigt.

Hilfreiche Unterstützung bieten sowohl der Farbsucher wie das LC-Display. Beide lösen hoch auf und zeigen ein detailreiches Bild mit klaren Farben. Feinheiten wie etwa unterschiedliche Schwarztöne in einem dunklen Objekt sind gut erkennbar. Die so mögliche zuverlässige Motivbeurteilung fördert die kreative Gestaltung.

Die Bedienung ist in den Grundfunktionen denkbar einfach. Auch das Menu erklärt sich von selbst. Der kleine Steuerhebel zu dessen Bedienung ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Als praktische Besonderheit bietet die DCR-DVD201 eine Aufnahmetaste auch am LCD. Die mitgelieferte Fernbedienung steuert die Handycam auch aus Distanz, was vor allem beim Betrachten der Aufnahmen auf dem Fernseher bequem ist.

Variantenreich

Selbstverständlich kann die DCR-DVD201 auch manuell gesteuert werden. Die manuelle Belichtung und der manuelle Fokus werden je mit einer Taste aktiviert. Die Einstellungen erfolgen mit dem kleinen Steuerhebel, der auch durch das Menu navigiert. Ein Nachfahren der Schärfe während eines Schwenks wird damit nahezu unmöglich.

Für gestalterische Eingriffe bieten sich der Fader, die Wischblende und die Überlagerung aus dem letzten Standbild ins neue Bild an. Die 16:9-Aufnahme zeigt im Sucher schwarze Balken oben und unten, also das Letterbox-Format. Bei der Wiedergabe über einen 4:3-Bildschirm erscheint die Aufnahme jedoch horizontal komprimiert, das heisst sie kann auf einem 16:9-TV formatfüllend wiedergegeben werden.

Weitere Effekte sind etwa die Schwarz/Weiss- oder Mosaik-Darstellung und der Luminance-Key, bei dem die hellen Komponenten eines Standbildes durch das bewegte Bild ersetzt werden. Interessant ist der digitale „Old-Movie“-Effekt, der ein sepiafarbenes Bild im Letterboxformat zeigt, wo doch die alten Filmkameras im 4:3-Format aufgenommen haben.

Ausgewogenes Bild

Das Bild der DCR-DVD201 überzeugt bei Video- wie auch bei Fotoaufnahmen im Fine-Modus. Die nuancen- und detailreichen Makroaufnahmen wurden bereits erwähnt. In Naturaufnahmen werden unterschiedliche Grün differenziert dargestellt.

Lichtmässig anspruchsvolle Situationen wie strahlend blauer Himmel mit blendend weissen Wolken bringen die Handycam nicht iin Verlegenheit. Ein Spinnennetz im Gegenlicht wird ohne sichtbare Treppenstufen filigran wiedergegeben.

Da die Helligkeit (und die Schärfe) für die Mitte des Bildes optimal eingestellt wird, kann es zu Überbelichtungen kommen, wenn grosse Helligkeitsunterschiede zum Bildrand bestehen.

Farben werden ruhig und ebenmässig dargestellt, und zwar bis hinunter zur minimalen Beleuchtung. Selbst bei 5 Lux sind noch einige Farben zu erkennen. An einigen Übergängen sind jedoch Kantenanhebungen festzustellen, was bei feinen Details trotz hoher Auflösung einen verwaschenen Eindruck hinterlassen kann. Die Kontrastabstufung ist ebenfalls bis zur minimalen Beleuchtung differenziert.

Editieren der eigenen DVD

Die Indexanzeige stellt alle aufgenommenen Videosequenzen und Fotos auf dem Display oder dem Fenrsehschirm dar. Mit dem Cursor kann die gewünschte Aufnahme für die Wiedergabe ausgewählt werden. Möglich sind hier Zeitlupe vorwärts und rückwärts, Standbild und Wiedergabezoom von 1,1fach bis 5fach. Fotos können als Dia-Show abgespielt werden.

Für Aufnahmen im VR-Modus (mit DVD-RW) steht eine Playlist zur Verfügung. Hier können neue Szenen eingefügt und gelöscht, bestehende geteilt oder die Reihenfolge geändert werden. Beim Teilen einer Sequenz lässt sich bildweise weiterschalten, und die so bestimmte Position wird sehr genau übernommen.

Standbilder lassen sich in eine Filmdatei konvertieren und entsprechend behandeln. Damit können auch die Fotos aus dem Urlaub einfach in den Film integriert werden.

Diese Operationen steuert die Fernbedienung bequem vom Sessel aus. Einzig zum Starten und Verlassen des Editiermodus muss eine Taste am Camcorder selbst gedrückt werden.

Für die Wiedergabe des Tons kann zwischen Stereo und einem der beiden Kanäle gewählt werden. Eine Nachvertonung ist nicht möglich.

Diese in die DCR-DVD201 integrierten Funktionen gestatten, die unterwegs auf die DVD-RW aufgenommenen Fotos und Vdeos auf unkomplizierte Art zu einer überzeugenden Präsentation zusammenzustellen. Nach dem Finalisieren kann sie in den DVD-Spielern und DVD-ROM-Laufwerken abgespielt werden, die mit dem VR-Modus kompatibel sind.

Für die Bearbeitung mit dem Computer liefert Sony die Software Image Mixer zur Verwaltung der Videos und Standbilder mit (nur für PC). Damit sind nicht nur die Operationen möglich, die auch in der Kamera ausführbar sind, sondern darüber hinaus kann ein Menu für die DVD erstellt werden. Die Verbindung zum PC erfolgt per USB2-Schnittstelle.

Fazit

Der DCR-DVD201 ist ein handlicher Camcorder für die Aufnahme auf DVD-R/RW, der einfach in der Bedienung ist und sowohl bei Videoaufnahmen als auch beim Fotografieren gute Ergebnisse liefert. Dank DVD und USB-Schnittstelle kann er locker mit DVD-Spielern, DVD-Recordern und dem PC kommunizieren, vereinfacht also die Präsentation der Eigenaufnahmen. Dank Video- und S-Video-Eingang ist er auch als DVD-Recorder einsetzbar. Mit Fr. 1698.- hat er einen attraktiven Preis.
STECKBRIEF
Modell:
DCR-DVD201
Profil:
Kompakter DVD-R/RW-Camcorder, der bei einfacher Bedienung und unkompliziertem Handling gute Ergebnisse liefert.
Pro:
schneller und sicherer Autofokus;präzise Makroaufnahmen;guter Sucher;gutes LC-Display;Video Einund Ausgang;
Contra:
einfache Belichtungsmessung;keine Nachvertonung
Preis:
1'698.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2004
Vertrieb:
Masse:
51 x 38 x 136 mm
Gewicht:
0,5 kg
Farbe:
silber
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