TESTBERICHT
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Hervorragende Stereo-Performance

Trotz kompakten Abmessungen und geringem Gewicht leistet der Sigma AMP 2 bis zu 2 x 400 Watt. Der effiziente Schaltverstärker macht grosse Kühlkörper überflüssig. Viel Raum nimmt das aufwendige Schaltnetzteil ein.Trotz kompakten Abmessungen und geringem Gewicht leistet der Sigma AMP 2 bis zu 2 x 400 Watt. Der effiziente Schaltverstärker macht grosse Kühlkörper überflüssig. Viel Raum nimmt das aufwendige Schaltnetzteil ein.

Wir hatten für einen ersten Praxistest den zweikanaligen AMP 2 zur Verfügung. Also ging es darum festzustellen, ob die Classé Audio-Kombi wirklich mit Stereo-Komponenten der Topklasse würde mithalten können. Als adäquate Spielpartner dienten die 802 Diamond von Bowers & Wilkins. Diese renommierten Standboxen offerieren eine Basswiedergabe hinunter bis zu 27 Hz. Die beiden 20 cm-Langhub-Tieftöner verlangen vom Verstärker allerdings einiges an Schubkraft und Kontrolle, sollen sie auch bei gehobenem Pegel noch einen sauberen, unbeschwerten Klangeindruck hinterlassen. Als Quelle diente der Musikserver Sonata Aria, der digital am SSP andocken durfte.

Eine High-Resolution-Aufnahme vom Jimmy Cobb Quartet (Jazz in the Key of Blue High, Chesky Records) offenbarte eine ultra-schnelle Basswiedergabe, der jeder Anflug von Schwäche oder gar Schlendrian abging. So staubtrocken und impulsschnell hatten wir die Referenzboxen im Tieftonbereich kaum je gehört. Dazu passten quirlige, brillante Höhen, die keineswegs aufgesetzt oder gar aufdringlich, sondern perfekt ins Klangbouquet integriert rüber kamen. Letzteres wirkte insgesamt sehr geschmackvoll und keineswegs nüchtern – eine gelungen Synthese aus rhythmischem Talent, unbändiger Kraft und perfekter Durchhörbarkeit. Die ausgeprägte Vitalität der Wiedergabe schlägt auch nie ins Ordinäre um – kontrollierte Sauberkeit scheint den Kanadiern oberstes Gebot.

Die Mailänder Vesperpsalmen von Johann Christian Bach zeigten sodann, dass die Classé-Audio-Kombi anspruchsvolle Vokalmusik über die 802 D bestens in Szene zu setzen wusste. Auch hier überzeugte die phänomenale Klarheit der Wiedergabe ohne jeden Anflug von Härte, gepaart mit einer herrlich dynamischen Ansprache.  Ausserdem bewies diese Aufnahme (Carus 83347), dass das 16 Bit CD-Format noch lange nicht ausgedient hat. Über den Sigma SSP gewandelt, konnte man sie ohne weiteres für eine High-Resolution-Version halten. Sein Faible für „ganz normale“ CD-Kost bewies der SSP auch bei  der Wiedergabe von Liszts Klavierkonzert (Arnaldo Cohen, Label: BIS), welches mit wunderbar perlendem Diskant und leuchtenden Klangfarben ertönte.