22. April 2018 | seit 1999
TESTBERICHT
Seite 5 / 6

Das Musikerlebnis

Ein kleiner Vollverstärker im Zentrum des Geschehens.

1959 wurde das erste Carnegie-Hall-Konzert von Harry Belafonte von RCA "Living Stereo" aufgenommen. Die Carnegie Hall ist ein legendärer Konzertsaal mit einer faszinierenden Akustik. Sie erzeugt eine wohlige Trägheit, eine Wucht des Ereignisses, eine enorme Gravität. Das kam Belafontes Aufnahme zu Gute, wie kaum einer Carnegie-Hall-Aufnahme davor und danach.

Seine sanfte bis energische Stimme ist unheimlich prägnant – und trotzdem manchmal verloren im Raum, als würde der Sänger plötzlich von seiner Einsamkeit übermannt, wenn ihn die Scheinwerfer blenden und er die Audienz in einen Lichtvorhang blickend nicht mehr wahrnehmen kann.

Die Instrumente der Band reichen von der zarten Gitarre bis zu den fulminanten Bläsern im Song "Mama Look A Bobo" – Calypso vom Feinsten und erfrischend naiv. Sie zerschneiden die Luft mit der unsichtbaren Geschwindigkeit des Samurai und treffen uns unterbewusst im tiefsten Inneren. Belafontes Lachen und Plappern erlösen uns dann wie der Clown nach der Trapeznummer.

Dann "ging" ich zum "Village Gate" um Coleman Hawkins zu erleben. In "The Talk of the Town" beginnt das Piano ein wenig belegt. Dann setzt sein Tenorsax von halbrechts ein, wie eine Feile mit Samtbezug. Dann bewegt er sich mehr zur Mitte der Bühne. Der Tontechniker musste die Balance auskorrigieren, denn die Musiker konnten nicht nochmals von vorn beginnen. Der Bassist singt und zupft unisono sein Solo mit urwüchsigem Charme. Dann kommt nochmals Hawkins und moduliert seinen unvergleichlichen Ton, dass mir beim Schreiben nochmals die Tränen kommen.

Mit dem IS Reference von Lavardin konnte ich das alles genau so erleben!

Nicht mehr und nicht weniger.

Übersicht zu diesem Artikel
Seite 1:
Seite 2:
Seite 3:
Seite 4:
Seite 5:
Seite 6:
Wettbewerb