16. Dezember 2017 | seit 1999
TESTBERICHT
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Hörtest

Die Blumenhofer Tempesta 17 passte klanglich perfekt zu den Hegel-Verstärkern 160 und 80.

Zum Einstieg in den Hörtest des bayerisch-norwegischen Gespanns muss der Evergreen "Jazz at the Pawnshop" wieder mal herhalten. Die Einspielung des Livealbums mit Arne Domnérus aus den 70er-Jahren hat noch nichts von ihrer Faszination verloren. Die Tempesta 17 schaffte es mühelos, die atmosphärische Dichte des Stampen in Stockholm ausdrucksstark zu reproduzieren. Zu keiner Sekunde wirkt die Tempesta 17 langweilig oder gar unterkühlt. Mit ihrer Schnelligkeit und dem betörend sämigen Hochtonbereich spielt sie packend auf, die Wiedergabe hat Charakter und lädt richtig zum Musikhören ein. Dabei wirkt die Hochtonwiedergabe prägnant, aber jederzeit angenehm mit keiner Spur von Härte. Von der allfälligen Hornlautsprecher-typischen Verfärbung war nichts zu hören. Einzig im obersten Frequenzspektrum wünschte man sich bisweilen einen Tick mehr Luft und Leichtigkeit. Doch insgesamt hat mich die Wiedergabe des Druckkammertreibers im Hochtonbereich komplett überzeugt. Die sehr präsente und ausdrucksstarke Impulswiedergabe gepaart mit einem seidigen Klangtimbre hat Extraklasse.

Im Zusammenspiel mit dem Hegel-Verstärker offenbarte das Duo somit eine feine, aber auch packende Klangkultur. Einzig der Bass wirkte bisweilen etwas schleppend im Vergleich zum filigranen und anspringenden Hochtonbereich. Ein Phänomen, das man auch bei anderen Hybridlautsprechern findet.

Besonders überzeugend dann wieder die sehr akkurate räumliche Abbildung, welche – sofern auf der Aufnahme vorhanden – einen herrlichen dreidimensionalen Klangraum erzeugt, ohne dabei zu übertreiben. Auch ohne Nachmessung würde ich der Tempesta 17 jetzt mal einen sehr präzisen Phasengang attestieren. Die Instrumente kleben wie festgenagelt an ihren Positionen und erleichtern so die klangliche Orientierung. Genau so muss das sein.

Bei Harry Belafonte at the Carnegie Hall gingen wir nochmals der versprochenen "Livehaftigkeit" nach. Und die Kombination Blumenhofer Tempesta 17/Hegel 160 schaffte es auch hier, die prickelnde Atmosphäre dieses Klassikers aus den 60er-Jahren mit authentischem Charakter in den Hörraum zu transportieren. Ein echter Genuss. Auch hier könnte das Topend bisweilen noch etwas luftiger daherkommen. Sehr schön dann wieder die staubtrockenen Congas.

Wir platzierten die Tempesta 17 mit einem grossen Abstand zur Rückwand relativ frei stehend im Raum. Dadurch ergab sich ein wunderbarer 3-D-Klangraum, der auch die Tiefe der Aufnahme abbilden konnte. Eine solch freie Ausstellung kommt der Räumlichkeit zugute, geht aber etwas auf Kosten das Bassvolumens. Bewegt man die Speaker näher zur Rückwand, erhöht sich der Anteil im Tiefton. Hier muss jeder selber experimentieren und seine ideale Position finden. Grundsätzlich gehört die Tempesta 17 aber zu den Lautsprechern, welche die Präzision dem Bassvolumen vorziehen.

Einen hochwertigen Verstärker sollte man der Tempesta 17 auf jeden Fall gönnen. Mit dem Hegel 160 hatte sie einen überragend feinsinnigen Spielpartner, als hätten sich da wirklich zwei gefunden, die perfekt harmonieren. Wobei der kleinere Hegel 80 leistungsmässig ausreichend ist und mit der Tempesta 17 ein preislich sehr interessantes Paket bildet, mit dem man wirklich ausgezeichnet und sehr atmosphärisch Musik hören kann.

Zum Hornlautsprecher muss eine Röhre ran, so die gängige Meinung. Also kam flugs noch ein Octave-V40-Vollverstärker zum Einsatz. Das brachte mit seinem Sovtek-6550WE-Penthoden-Röhren dann noch einen Schuss Glamour, aber auch einen gewissen Dunst ins Klangbild, so dass wir diese Übung bald wieder abbrachen und zu den kristallklar und seidig klingenden Hegel-Verstärkern zurückkehrten. Dass die Tempesta 17 den Unterschied so klar hervorbrachte, belegt ihre authentische Klangentfaltung.

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