25. November 2017 | seit 1999
TESTBERICHT
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Verblüffende Tiefenwirkung im Stereo-Einsatz

Wir koppelten den DB3D zunächst mit einem Paar 805 D3, ebenfalls von Bowers & Wilkins. Diese kleinen Edelboxen reichen im Frequenzgang verblüffend tief hinunter: bis 42 Hz (- 3 dB). Gemäss der Philosophie von Bowers & Wilkins sollten sie im Bassbereich auch nicht entlastet werden – der DB3D kommt «lediglich» als Tieftonergänzung zum Einsatz. Immerhin ist er dann noch für rund zwei Oktaven zuständig.

Angesichts der tiefen Übergangsfrequenz von rund 40 Hz erweist er sich punkto Platzierung zwar als unkritisch, denn so tiefe Frequenzen lassen sich vom Ohr in Bezug auf ihre Herkunft im Raum nicht mehr orten. Dennoch lohnt es sich, den Subwoofer nahe der Stereolautsprecher – im Idealfall dazwischen – zu platzieren. So minimiert man die Gefahr der Frequenzauslöschung im Übergangsbereich aufgrund von Phasenproblemen.

Im Stereo-Setting stellt sich natürlich zunächst die Frage, wie das Musiksignal überhaupt zum Subwoofer gelangt. Wer getrennte Vor- und Endverstärker besitzt, nutzt hierzu einen (hoffentlich vorhandenen zweiten) Stereo-Vorstufenausgang. Über Letzteren verfügen heutzutage viele Vollverstärker: So war es auch in unserem Fall (mit einem Verstärker von Cambridge Audio) überhaupt kein Problem, den DB3D in die Wiedergabekette einzufügen.

Dazu trägt auch die Einschaltautomatik bei, die entweder auf eintreffende Musiksignale oder auf 12-V-Triggerimpusle (über dafür vorgesehene Miniklinkenbuchsen) reagiert. Dies lässt sich genauso per App konfigurieren, wie die automatische Abschaltung nach einer gewissen inaktiven Zeitspanne.

Das grösste Modell aus der BD-Subwoofer-Serie, der DB1D, arbeitet mit zwei 30-Zentimeter-Bässen und zwei 1-kW-Endstufen. Hier im Kino-Einsatz im Zusammenspiel mit 802 D3 und HTM1 D3.

Im Hörtest zeigte sich schnell, dass die 805 D3 zwar auch ohne Subwoofer-Unterstützung keineswegs eine «halbe Portion», sondern auch für sich alleine gehört absolut ein Vollbereichslautsprecher ist. Dennoch zeigte die zwei Oktaven umfassende Tieftonergänzung je nach Musikmaterial eine verblüffende Wirkung:
Im klassischen Bereich profitierte vor allem grossorchestrale Musik enorm. Beispielsweise Oper-Liveaufnahmen gewannen an räumlicher Tiefe und Dreidimensionalität. Ganz offensichtlich sind tieffrequente bis hin zu subsonische Schallanteile mit verantwortlich für die authentische Raumabbildung.

Liebhaber von Sakralmusik machen die gleiche Erfahrung: Nicht nur Orgelwerke (die den Tiefgang des DB3D tonal wirklich ausnutzen) gewinnen hörbar an musikalischer Aussagekraft; selbst Vokalmusik mit – objektiv betrachtet – weniger Tieftonanteil wirkte mit Subwoofer irgendwie packender. Insbesondere Werke, die in grossen Kirchen oder Kathedralen aufgenommen wurden.

Auf der anderen Seite des musikalischen Spektrums profitierten Jazz- und Blues-Aufnahmen genauso von der Tieftonergänzung. Auch hier nicht im Sinne eines Unterschiedes wie Tag und Nacht; dennoch eindrücklich und unüberhörbar. Elektronische Musik wie Jazz-Fusion oder Techno zeigte schlussendlich die enorme Kraft und den Tiefgang, die in diesem kompakten Edel-Subwoofer liegt.

Man muss übrigens aus technischer Sicht keine Angst haben, die Tieftonorgien zu übertreiben, denn im Falle eines Falles greift die digitale Dynamikkontrolle sanft in das Geschehen ein und verhindert, dass die beiden Langhubtieftöner an den Anschlag kommen. Viel früher kommt der Nachbar angerannt, um zu sehen, ob man noch alle Tassen im Schrank hat.

Spasseshalber setzten wir den DB3D auch noch (Preisklassen-ungemäss) in einem Heimkinosystem (bestehend aus winzigen Uni-Q-Satelliten von KEF und einem Pioneer-AV-Receiver vom Typ SC-2024) ein. Dies, um zu sehen, wie der Subwoofer in einem weiten Frequenzbereich agiert. Und siehe da: Selbst bei einer hohen Übergangsfrequenz von 150 Hz setzte sich der DB3D hervorragend in Szene. Man möchte fast schon sagen, hier konnte er erst richtig zeigen, was er eigentlich drauf hat …

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