21. Mai 2012 | seit 1999
TESTBERICHT
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Ruhe bitte!

Test Bose QuietComfort QC15

Wer killt am besten?

Vor dem Hause wird seit Monaten gebaut. Dieselbe Stelle wird x-mal aufgerissen und wieder zugeschüttet. Der Lärm stört sogar noch bei geschlossenen Fenstern. Wie soll ich da einen auch nur einigermassen zusammenhängenden Artikel schreiben? Da kommen mir die beiden Testkandidaten gerade recht. Also erst mal den alten QC2 ohne Audiokabel aufgesetzt und eingeschaltet. Das Brummen der Baggermotoren ist nur noch leise, das helle Aufschlagen der Eisenstangen auf den Boden aber immer noch, wenn auch deutlich leiser, zu hören. Der QC3 mit seiner ohraufliegenden Muschel bringt übrigens eine vergleichbare Lärmreduzierung.

Dann der grosse Moment: Bei aufgesetztem QC15 ist der Motorenlärm nur noch andeutungsweise zu hören und auch die hochfrequenten Störungen treten soweit in den Hintergrund, dass sie nun wirklich nicht mehr stören. Endlich getraut sich die Muse aus ihrem Versteck hervor und die Tastatur meines Macs beginnt heiss zu laufen.

Der Brillante

Nach etlichen, zügig eingetippten Abschnitten dann die geistige Ermüdung. Also erst mal kurze Pause, das Audiokabel an den Hörer und an den iPod geschlossen und völlig entspannt und ungestört leise Musik in lärmiger Umgebung geniessen.

Die klangliche Verwandtschaft von QC2 und QC15 ist unverkennbar: Auch der QC15 bringt ein helles, frisches, insgesamt ausgewogenes Klangbild, untermauert von einem kräftigen, präzisen Bass. Das tut etwas flauen MP3-Aufnahmen gut, gibt ihnen Pep und verleiht ihnen neues Leben.

Wie die Frequenzgangmessungen im Labor von avguide.ch zeigten, hat Bose die höheren Tonlagen gegenüber dem Vorgängermodell etwas zurückgenommen. Damit verschwindet eine gewisse Härte, die gerade bei feinen Streichern zuweilen etwas nervte. Das führt zu einem angenehmeren Klangbild, aber ohne den Hörer zum weichzeichnenden Ohrschmeichler zu machen.

Ganz im Gegenteil: Der QC15 kann Freunden klassischer Streichquartette eventuell immer noch ein Quäntchen zu viel Brillanz haben. Aber bei jazzigen Klängen swingt er herrlich und verleiht audiophilen Stimmen, wie zum Beispiel derjenigen von Rebecca Pidgeon, ein glockenreines Timbre. Und erst bei rockigen Sounds: Da geht die Post ab! Alles in allem erhält man hier einen richtigen Allroundhörer für alle Musikstile.

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