18. Oktober 2017 | seit 1999
TESTBERICHT
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Für technisch Interessierte

Lärm-Diagramm Bose QC 35. Obere Kurve: Breitbandiger Lärm am Ohr ohne Kopfhörer. Rote Kurve: Verbleibender Lärm mit aufgesetztem Hörer, aber ohne Noise Cancelling. Unterste Kurve: Verbleibender Lärm mit Noise Cancelling (2 dB/Div).

Gemessen wurden in diesem Test sowohl Frequenzgang als auch Wirkungsweise des Noise Cancelling. Da Messungen des Frequenzgangs je nach Art der Messung etwas unterschiedlich ausfallen und so Vergleiche zu konfusen Interpretationen führen können, werden die Frequenzschriebe hier ausschliesslich kommentiert.

Doch da avguide.ch das einzige Testinstitut ist, das Noise-Cancelling-Messungen macht, werden die sehr aufschlussreichen Diagramme, die mit der Praxis (fast) perfekt übereinstimmen, gezeigt und interpretiert. Für diese Messung stelle man sich vor, man stünde vor einem Wasserfall, dessen Rauschen alle Frequenzen von ganz tief bis ganz hoch enthält. Bei den Diagrammen gelten: tiefe Frequenzen links, hohe Frequenzen rechts. Von horizontaler Linie zur nächsten gelten 2 dB. Je weiter oben die Kurve verläuft, umso lauter ist der Pegel. Beim idealen Hörer würden die rote und die untere schwarze Kurve ganz unten verlaufen.

Die oberste schwarze Kurve zeigt, wie unser Gehör (hier Messmikrofon) ohne Kopfhörer den ungedämpften Lärm hören würde. Die rote Kurve zeigt, was das Gehör noch vom Lärm hört, wenn der Kopfhörer aufgesetzt, aber das Noise Cancelling nicht eingeschaltet wird. So ist zu erkennen, welche Frequenzen durch die Muscheln alleine abgedämpft werden. Die unterste Kurve zeigt die maximale, also doppelte Lärmdämpfung durch die Muscheln und das aktivierte Noise Cancelling.

Der Bose QC 35 dämpft den Lärm nach unseren Messungen bei 100 Hz und 500 Hz um rund 20 dB. Das macht ihm rein messtechnisch auch der Panasonic RP-HC800 nach, der allerdings in der harten Realität nicht so gut wie der Bose QC 35 den Lärm killt. Dies ist der einzige Fall dieses Tests, wo die Messungen nicht ganz mit der Realität übereinstimmen. Wer jedoch das Diagramm des Beats Studio 2 Wireless anschaut, kriegt eine genaue Vorstellung, wie sich der Hörer tatsächlich in der Realität verhalten muss!

Bei ganz tiefen Frequenzen mussten wir den Pegel des Störgeräusches (hier terzgefiltertes Rauschen, das von 20 Hz bis 20 kHz hochfährt) reduzieren, um den Test-Lautsprecher vor allzu grossen Auslenkungen der Membranen und Überhitzung der Schwingspulen zu schonen.

Immer noch eine Tatsache ist, dass die Noise Cancelling vor allem im Tieftonbereich sehr gut arbeiten. Doch bei höheren Frequenzen ab ca. 500 Hz bekunden praktisch alle Noise Cancelling Mühe bei der Dämpfung. So kommt die Dämpfung durch die Muscheln alleine ins Spiel. Und bei gewissen Hörern ist gerade die Dämpfung in der Mittellage um 500 Hz bis 1 kHz mangelhaft, und so werden wohl tiefe Frequenzen gut, die mittleren jedoch schlecht gedämpft. Ein geradezu krasses Fehlverhalten zeigt hier der Beats Studio 2 Wireless.

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