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Kristallklar

Test Revox Re:sound G prestige 02

Publiziert am 22. März 2010 - Matthias Schuler
Noch vor dem ersten Ton weiss die Revox Re:sound G prestige 02 die Sympathien auf ihrer Seite. Schlank, klar gegliedert, ruhig in der Form, ruhig in der Farbe fällt sie gerade dadurch auf, dass sie nicht aufzufallen versucht.

Nach 12 Jahren Re:sound prestige war es bei Revox Zeit für etwas Neues, die Revox Re:sound G prestige 02. Klar in der Form und klar im Klang, klar wie ein Schweizer Bergkristall präsentiert sich die Evolution im Lautsprecherbau.
 
Und trotzdem fällt sie auf mit ihrer schlichten Eleganz, mit ihrer Revox-typischen Erscheinung.
 
Durch ihre sechs nun gleichmässig grossen, runden Abdeckungen gewinnt sie noch mehr Ruhe und noch mehr Kraft. Die Facetten des weissen Glases glänzen im Licht wie die Facetten eines Kristalls. So eingebettet stört nicht mal die schiere Höhe von 1262 mm, die alles überragt.
 
Hinter den Rondellen verbergen sich vier 116 mm Bass- und ein 116 mm Mitteltöner sowie ein neuartiger 30 mm Dom. Nichts wurde von der alten Serie übernommen, Chassis, Tweeter, Gehäuse, alles wurde überarbeitet.

Getrennte Bereiche

Die 30 mm Kalotte wurde aufwändig mit drei Kammern bedämpft, um die Resonanzfrequenz möglichst tief zu halten.

Für alle, die die Technik dahinter interessiert: Der Mitteltöner arbeitet in einer getrennten Kammer, für sich belüftet, die vier Tieftöner in ihrem eigenen Haus, ebenfalls abgestimmt nach dem Bassreflexprinzip.

Alle mit Karbonfasermembran, der Hochtöner mit 30 mm Softdome ausgestattet. Anders als bei den Re:sound L120 stammen diese aus eigener Fertigung und sind nicht von Scan Speak eingekauft. Trotzdem erhält dieser Bereich viel Aufmerksamkeit, da musikalisch sehr interessant.

Mit drei Kammern wird versucht, die Eigenresonanz soweit wie möglich unter den Übertragungsbereich zu verschieben. Sowohl Polplatte wie Schwingspulenträger sind ventiliert, um diese Kammern zu verbinden.

Viel Energie wurde auch investiert ins Frequenzmanagement mit Phasenkorrektur, um im Überlappungsbereich der verschiedenen Schallquellen möglichst zeitgleich abzustrahlen.
 
Von aussen deutet nichts auf diesen Aufwand hin, die Technik verbirgt sich gekonnt in ihrer Architektur.

Gemeinsames Resultat

Klar wie ein Kristall präsentieren sich sowohl Äusseres wie Klang der Revox Re:sound prestige G mit ihrer Glasfront und Fussplatte.

Was zählt, ist das Ergebnis - das optische genauso wie das akustische. Das Auge hört mit, und damit sichert sich die prestige 02 schon erste Sympathien. In ihrer Klasse spielt eine starke Konkurrenz und fordert zum Vergleich.

Doch erst darf die Revox zeigen, dass sie auf Anhieb gefällt. Rund und voll spielt sie auf, fächert die Bühne breit vor dem Publikum. Ein paar Korrekturen an der Aufstellung helfen, den Eindruck weiter zu optimieren. Hier ist alles vorhanden, von knurrenden Tiefen bis zu kristallklaren Höhen.

Im direkten Vergleich

Auch die Mittel- und Tieftöner wurden komplett überarbeitet. Gewobene Karbonfasern bilden die kleinen Membranen, welche erst zusammen die nötige Fläche für tiefe Frequenzen ergeben.

Dann ist Feinarbeit angesagt. Haarklein wird analysiert, welchen Charakter die prestige 02 prägen, abgesehen von der allgemeinen Gefälligkeit und Musikalität. Und da zeigt sich, dass die aufwändige Hochtonkonstruktion zusammen mit den Konusmitteltönern den Raum breit öffnet, breiter als ein zum Vergleich herangezogenes Bändchen.

Dafür staffeln sie die dritte Dimension enger, bilden Stimmen und Soloinstrumente weniger zum Hörer hin ab, integrieren sie tiefer in die Klangbühne. Bei vollen Arrangements geht es dort zuweilen eng zu und her, da niemand nach vorn ausweicht.

Am anderen Ende des Spektrums erstaunt sie mit ihren Tiefen, generiert durch die drei kleinen Membranen und ihrem schlanken Volumen.

Zusammen brennen sie ein Feuerwerk ab, das mitreisst und auf Anhieb gefällt. Auf den ersten Blick, sozusagen. Erst wesentlich teurere Konkurrenz zeigt auf, dass noch mehr möglich ist. Aber hier geht es nicht um Schwächen, hier geht es um Details und Charaktere.

Klare Linie

Neben Weiss können die Glasfronten auch in edlem Schwarz geliefert werden, die Serie S in reinem Aluminium.

Mit der Re:sound G prestige 02 fährt Revox eine klare Linie, optisch wie akustisch.

Entsprechend fällt sie auf, vor dem ersten Ton bereits. Dabei gefällt ihre unauffällige Erscheinung, welche mit dem Einsatz der Musik noch mehr begeistert. Entweder strahlen Front und Fussplatte in reinem Weiss, edlem Schwarz, oder, bei der Re:sound S, die ganze Box in gebürstetem Aluminium, hier mit klarem Fuss und ohne Glasfront.

In ihrer Klasse spielt die Revox eine gewichtige Rolle, trotz ihrem schlanken Äusseren. Verarbeitung, Design, Materialien präsentieren sich ohne jeden Makel. Genauso ihr Klang, ihre Spielfreude, ihre Lebendigkeit. Voll trotz schlankem Körper, breit gestaffelt und klar in der Auflösung.

Ein Universaltalent, das gefällt und überzeugt.

STECKBRIEF
Modell:
Re:sound G prestige 02
Profil:
Edler Standlautsprecher mit vollem, kristallklarem Klang und schlankem, kristallklarem Design, made in - nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland.
Pro:
Klang;Tiefenwiedergabe;Breitenstaffelung;Design;Verarbeitung
Preis:
2,400.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2010
Vertrieb:
Masse:
140 x 1262 x 270 mm
Gewicht:
22 kg
Farbe:
weiss, schwarz
Bass:
4 x 116 mm Tieftöner
Bauprinzip:
3-Wege
Empfohlene Leistung:
140/180 Watt
Frequenzgang:
36 - 30 ± 3dB
Hochton:
1 x 30 mm Kalotte
Impedanz:
4 Ohm
Mittelton:
1 x 116 mm Mitteltöner
Wirkungsgrad:
87 dB

Onlinelink:
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