Reference
Test Klipsch RF-7 MK2
Ausstattung und Verarbeitung
Die Klipsch RF-7 MK2 mit und ohne Frontabdeckung.Die Klipsch RF-7 MK2 ist ein 2-Weg-Bassreflex-Lautsprecher, der sich mit seiner Grösse nicht verstecken lässt. Dass muss er auch nicht. Das Gehäuse, das in Schwarz und Kirsch erhältlich ist, wurde sauber verarbeitet, auch wenn ich die Ecken und Kanten als etwas zu spitz und scharf empfunden habe. Die Chassis sind gut in die Schallwand eingepasst und stabil verschraubt. Die dicken Gehäusewände helfen effektiv, Vibrationen zu dämpfen. Durch die leicht gebogenen Lautsprecher-Schutzgitter, die robust sind, wird sogar ein bisschen Eleganz ausgestrahlt.
Die Bassreflexbox mit 8 Ohm Nennimpedanz beherbergt zwei grosse 25 cm Basstreiber und für die Hochtonwiedergabe das bewährte und immer weiter entwickelte Tractrix-Horn, das seinen Teil zum exzellenten Wirkungsgrad beiträgt. Die Belastbarkeit liegt bei 250 W RMS, kurzzeitig verarbeitet die Box eine Spitzenleistung von bis zu 1000 W. Dank eines Frequenzganges von 30 Hz - 24 kHz (+/- 3dB) reicht die Klipsch ganz tief nach unten.
Das Anschlussterminal finde ich nicht ganz gelungen. Hier hätte ich mir ein bisschen grösser dimensionierte Schraubanschlüsse gewünscht, bei denen auch überdimensionierte Kabel angeschlossen werden können.
Hörerlebnis

Die Klipsch RF-7 MK2 verarbeitet einen grossen Dynamikumfang. Eindrucksvoll, wie schnell Dynamiksprünge, auch in grossem Umfang, reproduziert werden. Wenn es bei Nightwish mit dem Song „Sahara“ nach einem kurzen Intro zur Sache geht, enttäuscht die Klipsch nicht und stellt die Dynamiksprünge in der gebotenen Deutlichkeit in den Raum. Auch in der Feindynamik überzeugt der Lautsprecher mit beachtlicher Differenziertheit. Die Klarheit und Durchhörbarkeit des Klangbildes im Stück "Think Twice" von Celine Dion gefällt besonders. Detailreich wird der Mitten- und Hochtonbereich wiedergegeben.
Die Hochtonwiedergabe ist klar durchzeichnet. Der Mitteltonbereich fügt sich gut ins Gesamtbild ein, obwohl die Mitten im Vergleich zu den Höhen und Bässen leicht zurückgenommen sind. Die Vokalklänge von Celine Dion möchte ich nochmals erwähnen: Fein austariert steht die Stimme im dichten Klangbild.
Wer es gerne Effekt betont mag und einer geballten Ladung an Basswiedergabe nicht widerstehen kann, der wird mit dem Klipsch-Lautsprecher auf seine Kosten kommen. Aber auch wer lieber ein Orchester hört oder ein Solo eines Kontrabassisten, wie von Sergei Kussewizki, der wird von der Klipsch nicht enttäuscht. Neben dem kraftvollen Tiefgang überzeugt der Lautsprecher mit einer hohen Präzision. Dank ihrer Pegelfestigkeit muss sich die RF-7 MK2 nicht verstecken, denn auch enorme Pegel werden souverän und grandios wiedergeben. Gut gezeigt hat sich dies bei Jeckyll & Hyde mit "Frozen Flame“ und Rocco mit “Street Knowledge“. Der Klang löst sich sehr gut von den Boxen.
Hörtest
In meinem Hörtest habe ich verschiedene Stilrichtungen ausgewählt, um den Lautsprecher bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen. So konnte ich auch seine Stärken und Schwächen in den jeweiligen Bereichen finden. Begonnen habe ich mit Adele und dem Song „Someone like you“. In diesem Song, der nur von einem Klavier begleitet wird, kommt die ausgezeichnete Stimme von Adele zur Geltung. Adele überzeugt nicht nur durch ihre kräftige Stimme, auch das Timbre und den Tonfall variiert sie geschmeidig, was der Lautsprecher in den feinsten Nuancen darzubieten vermag. Das Klavier reproduziert die Klipsch RF-7 MK2 zwar akzentuiert brillant, aber bis in die Diskantlage ohne Verzerrungen oder gar Scheppern - und zwar auch bei hohen Lautstärken. Der Song wurde mit richtiger Live-Atmosphäre wiedergeben.
Nach diesem stimmlich anspruchsvollen Song habe ich etwas mit rein orchestralem Material wiedergeben wollen. The Royal Philharmonic Orchestra mit dem James Bond Theme „Goldfinger“ sollte mich überzeugen, dass der Lautsprecher auch mit verschiedenen Instrumenten klar kommt. Mit diesem Titel geht die Klipsch akkurat um. Die Streicher wirken nie vordergründig oder aggressiv, sondern mit der richtigen Balance ins Klangbild eingebunden. Im Gesamterscheinungsbild zeigt sich erneut, dass die Mitten leicht im Hintergrund sind, dies hört man am besten beim Einsatz der Blasinstrumente. Der Tiefgang überzeugt ebenso wie die Weite und Tiefe der virtuellen Bühne.
Um den enormen Tiefgang und die hohe Pegelfestigkeit der Klipsch RF-7 MK2 zu erleben, habe ich zu meiner House Sammlung gegriffen. DJ Antoine mit „Welcome to St.Tropez“ sollte mich in den Sessel drücken. Die Bässe werden satt wiedergeben und der Schalldruck kann bei hoher Lautstärke auch am Körper gespürt werden. Um zu schauen, ob die Klipsch auch mit effektstarker Techno- und Trance-Musik klar kommt, habe ich noch Future Trance „In the Mix“ gewählt. Bei „Let the Party begin“ von den Klubheads wird schon der Anfang räumlich hervorragend herausgearbeitet. Als der harte, druckvolle Bass und kurz darauf dass elektronisch generierte Hi-hat einsetzt, schafft die grosse Box eine eindrucksvolle Gesamtakustik. Ich habe das Gefühl gehabt, ich stehe mitten in einem Club. Der Bass überzeugt nicht nur durch seine Kraft, er wird präzise und ohne Verzerrungen wiedergeben.
Der Abschluss des Hörtestes sollte noch ein bisschen Ruhe ins Wohnzimmer bringen, mit dem neuen Startenor Paul Potts und seinem „Time to say Goodbye“ vom Album „One Chance“. Die Klipsch spielt auch bei diesem Titel auf hohem Niveau. Der leicht warme und wenig ausgeschmückte Sound wird hier mit derselben Präzision wiedergeben wie bei Celine Dion. Die RF-7 MK2 erweist sich als die richtige Wahl für anspruchsvolle Musikliebhaber, die geniessen möchten.
Die Klipsch gliedert sich trotz ihrer Grösse gut ins Wohnzimmer ein.Fazit
Für normale Anwender, die die Klipsch nur im Hintergrund laufen lassen, ist dies nicht der richtige Lautsprecher. Sie möchte, dass man ihr zuhört und ihre vielen Talente mitverfolgt. Wer einen Lautsprecher sucht, der pegelfest ist und unglaublich souverän bleibt auch bei höheren Lautstärken, liegt mit der Klipsch RF-7 MK2 richtig. Trotz den grossen Massen wirkt der Lautsprecher elegant. Die Räumlichkeit, sowie auch die Feindynamik haben mich im Test überzeugt. Auch der erstklassige Wirkungsgrad von 101 dB spricht für die Klipsch RF-7 MK2. Den Preis von 5320 Franken für ein Paar betrachte ich als gerechtfertigt.
Ausgezeichnete Räumlichkeit
Extrem Pegelfest
Gute Feindynamik
Onlinelink:
https://www.avguide.ch/testbericht/reference-test-klipsch-rf-7-mk2