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9. März 2013
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Videoproduktionen wurden noch vor wenigen Jahren auf Kassetten aufgenommen und gespeichert. Inzwischen haben kassettenlose Videoaufzeichnungsgeräte sie abgelöst. Was aber wird aus den alten Kassettenbeständen, die zum Beispiel in Fernseh- und Industriearchiven lagern? Um sie vor dem Verfall zu retten, arbeiten Chemnitzer Medieninformatiker an einem Baukastensystem, das sie jetzt auf der CeBIT 2013 vorstellen.

Die zentralen Bausteine bilden zwei miteinander kooperierende softwarebasierte Frameworks AMOPA und Xtrieval, welche die vollständige Verarbeitung audiovisueller Medien ermöglichen. AMOPA (Automated Moving Picture Annotator) extrahiert automatisiert aus beliebigen Audio- und Videodateien beschreibende Daten, sogenannte Metadaten. Dazu gehört neben Personen auch die Erkennung von eingeblendeten Texten sowie Informationen zum Sprecher und zum Gesprochenen. Diese Daten können anschliessend mit dem zweiten Baustein namens Xtrieval (Extensible Retrieval and Evaluation Framework) durchsucht werden, was besonders für Recherchezwecke geeignet ist.

Besonderer Hingucker des Systems ist aber der eigens konstruierte Roboter, der die Videoplayer mit unterschiedlichen Kassettenformaten füllt. Der Grund: Der Roboter wurde aus etwa 10 000 Legosteinen gebaut und wird durch drei Lego Mindstorm-Einheiten gesteuert. Der Roboter bedient zwölf Player der Kassettenformate S-VHS, DV/HDV und Betacam. Er holt die Kassetten aus einem Schacht, legt sie in das richtige Gerät ein, startet die Digitalisierung und bringt nach getaner Arbeit die Kassetten in ein Magazin. Die Konstruktion aus Lego-Teilen ist nach Angaben der Technischen Universität Chemnitz nicht nur günstiger als ein Industrieroboter, sondern auch sehr flexibel.

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