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7. September 2002
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Der Streit um Musiktauschbörsen im Internet und CD-Verkäufe geht weiter. Jetzt wirft Jerry Del Colliano, Chef der größten US-amerikanischen Musik-Webseite AudioRevolution, dem Verband der Musikindustrie (RIAA) vor, "eine ganze Generation vom Musikgenuss zu entfremden". Die Jugendlichen seien bereit, monatlich 20 Dollar für Musik und andere Unterhaltungsdienste auszugeben. "Die CD gehört zu einer aussterbenden Generation, heute sind DVD, Videospiele und Handys auf den oberen Plätzen", sagte Colliano. Die Musikindustrie habe es versäumt, mit attraktiven Musik-Angeboten und technischen Lösungen konkurrenzfähig zu bleiben.

Colliano reagiert mit seinen Äusserungen auf eine Studie der RIAA, wonach der Umsatzrückgang bei den CDs im direkten Zusammenhang mit den Internet-Tauschbörsen stehe. Nach Angaben der RIAA ist der Absatz von CDs im ersten Halbjahr diese Jahres in den USA von 380 auf 369 Mio. Stück gesunken, was einem Umsatzeinbruch um 5,1 Prozent auf 5,24 Mrd. Dollar entspricht.

Auch in Deutschland wird die Musikindustrie immer wieder für ihr Internet-Engagement kritisiert, berichtet der Nachrichtendienst ddp. Erst in der vergangenen Woche bezeichnete die Fachzeitschrift "c't" das neue Onlineangebot von Universal Music Deutschland als wenig komfortabel, weil das Bezahlen zu kompliziert sei und die Musik sich nicht problemlos abspielen lasse. Mit legalen Angeboten der Industrie gelangten die Fans nicht immer ans Ziel, urteilte das Magazin.