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11. August 2002
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Online-Musikhändler fordern von der Musikindustrie die selben Konditionen wie sie auch den Portalen Pressplay und MusicNet, die im Besitz der fünf grossen Labels sind, gewährt werden. Die Bevorzugung der beiden Online-Musiksites verstösst in den Augen der Konkurrenten gegen das Wettbewerbsrecht, berichtet die LA Times. Die Musikindustrie gerät diesbezüglich auch unter Druck aus Washington.

Pressplay hat vergangene Woche einen neuen Service präsentiert, der den Abonnenten teilweise auch den permanenten Download und das Brennen auf CD erlaubt. Den Zugang zum Repertoire der grossen Labels bietet zwar auch der Musikhändler Listen.com, die Mitbewerber sehen sich aber trotzdem benachteiligt. Jonathan Potter von der Digital Media Association, einer Online-Händlervereinigung, hofft auf ein baldiges Angebot der Industrie auch für andere Musikhändler im Internet. Der Vertrag von Sony und Universal Music mit ihrer Tochter Pressplay sei eine Wettbewerbsverzerrung, wenn nicht andere gleiche Bedingungen erhalten. "Wir würden gerne einen ähnlichen Deal wie mit Pressplay mit jedermann abschliessen, der zu uns mit einem ähnlichen Geschäftsangebot kommt", sagte Lawrence Kenswil, Präsident der Elabs von Universal Music, gegenüber der LA Times.

Der Druck auf die grossen Musiklabels wächst auch aus Washington. Das Justizministerium ermittelt schon seit vergangenem Jahr gegen die Musikindustrie wegen Kartellbildung bezüglich der Lizenzvergabe für Musik. Die fünf so genannten "Major Labels" Universal Music Group, Sony, Warner Music, EMI und BMG halten die Rechte an etwa 85 Prozent der in den USA verkauften Musik, die Pressplay-Eigentümer Sony und Universal Music gemeinsam etwa 40 Prozent. Auch die Europäische Union sieht Anzeichen für derartige Absprachen. Zusätzlich haben nun die zwei US-Kongressabgeordneten Rick Boucher und Chris Cannon einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Labels zwingen soll, die Lizenzbedingungen für Pressplay und MusicNet auch allen Mitbewerbern anzubieten.