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Publikationsdatum
2. März 2001
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US-Wissenschaftler vom Brookhaven National Laboratory http://www.bnl.gov/ haben einen molekularen Draht entwickelt, der millionenfach feiner ist als ein menschliches Haar. Damit bewegt er sich in der Größenordnung eines milliardstel Meters (Nanometer), berichten sie in der Fachzeitschrift "Science" http://www.sciencemag.org. In Zukunft könnten winzige elektronische Schaltkreise mit diesen mikroskopischen Kontaktdrähten verbunden werden.

Fast ohne jeden elektrischen Widerstand wandern Elektronen durch diesen Nanodraht. "Das bedeutet weniger Impedanz beim Stromfluss mit nur geringem oder gar keinem Energieverlust", beschreibt Chemiker John Smalley diese herausragende Eigenschaft. Grundlage für den Aufbau dieses elektronischen Leiters bildet ein organisches Molekül namens Oligophenylenevinylen (OPV). Wie eine lange Kette reihen sich die Atome in dem OPV-Molekül aneinander, an der in regelmäßigen Abständen Kohlenstoff- und Wasserstoffatome hängen.

Als die Forscher mit diesem Nanodraht zwei Elektroden verbunden hatten, maßen sie eine sehr hohe Rate für den Elektronentransfer. "Wir glauben, dass die Elektronen über einen so genannten Tunnelprozess in weniger als 20 Picosekunden (billionstel Bruchteil einer Sekunde) durch den Draht wandern", meint Smalley. Bisher stellten die Forscher Drähte von bis zu drei Nanometern her, ohne dass der Widerstand anstieg. Dennoch erreicht der Draht bislang nicht das theoretische Minimum für den elektrischen Widerstand, weswegen die Forscher diesen noch weiter verbessern wollen.