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MUSIKREZENSION
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Publikationsdatum
16. August 2016
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Respighi ist wohl der bekannteste italienische Komponist des 20. Jahrhunderts. Seine meistgespielten Werke sind gewiss die Römische Trilogie "Die Brunnen von Rom", "Die Pinien von Rom" und "Römische Feste". Zudem hat sich Respighi mit den gefälligen, neoklassizistischen "Antiche Danze", bei denen er Lauten- und Gitarrenklänge aus dem 16. und 17. Jahrhundert übernimmt, in die Herzen vieler Klassikfreunde eingeschmust.

Im vorliegenden, bei BIS im Jahr 2016 sowohl als SACD in Stereo wie auch in 5.0 erschienenen Album werden jedoch weniger bekannte, dafür dramatische, schwere, aber auch absolut grossartige Orchesterklänge geboten. Das Orchestre Philharmonique Royal de Liège (Lüttich, Belgien) unter der Leitung von John Neschling stellt einen Riesen-Klangapparat mit 97 Musikern samt einer Orgel für diese anno 2015 im "Salle philharmonique" getätigten Aufnahmen bereit. Interessant ist dabei, dass Respighi von der Orgel nur den Bass zur Unterstützung des Orchesters einsetzt.

Bestes Equipment, beste Leute

Das Aufnahmeteam, bestehend aus dem Produzenten der Firma Take5 Music Production, Hans Kipfer, samt seinem Tonmeister Jens Braun, setzt nur allerbestes Material wie Schoeps- und Neumann-Mikrofone, Audio-Elektronik von RME, B&W-Monitorlautsprecher, Stax- und Sennheiser-Kopfhörer, Sequoia- und Pyramix-Digital-Audio-Workstationen ein und nehmen das Ganze im 24bit/96kHz-Format auf, das auch in diesem zweikanaligen FLAC-Download dargeboten wird.

Weniger bekannte, dramatische Werke

Während sich die Kritiker uneins waren, hatte die "Sinfonia drammatica" beim Publikum Erfolg. Und wie es der Titel des Werks ja schon andeutet, ist hier Dramatik in allen Schattierungen angesagt. Wer auf grossorchestrale Klang- und Gemütsorgien steht, kommt hier voll auf seine Rechnung. Orchester und Dirigent spielen absolut meisterhaft auf. Und grossartig ist ja auch das Orchester mit seiner riesigen Streicherbesetzung, den dreifach besetzten Holzbläsern, 6 Waldhörnern, drei Posaunen und ein einem Schlagzeug mit allen möglichen Schikanen – von der gigantischen Pauke bis zum allerhöchsten Triangel.

Klanglich ist hier eine exzellente Orchesteraufnahme gelungen. Was meine Abhöranlage, bestehend aus Piega-Coax-10.2-Lautsprecher, Subwoofer Sub 1, Vintage-Verstärkern Forte Audio und dem ami DS5 DAC an Klang- und Rauminformationen in meinem eher kleineren Abhörraum liefern, ist schlicht umwerfend. Der Klangapparat wird sowohl in der Breite als auch in der Tiefe perfekt aufgefächert.

Und wenn die Orgel ihre Subbässe unter das Orchester legt, zeigt es sich, was der Bassbereich einer Wiedergabeanlage wert ist. Im Fall meiner Abhöranlage wird der Piega-Sub-1-Subwoofer zwar nicht pegelmässig, sondernd bezüglich Tiefgang gefordert und produziert an seiner untersten Frequenzgrenze Töne, die man eher mit dem Körper als mit dem Gehör aufnimmt. Und gerade bei diesen Stellen (z.B. 2. Satz ab 8 min. 15 sek.) zeigt es sich, wie wichtig es bei einem aktiven Subwoofer ist, dass man die Phase um 180 Grad oder sogar noch feiner beeinflussen und damit optimal an den Bass der Hauptlautsprecher anpassen kann. Bei erfolgreicher Justierung wird man im Bass regelrecht gebadet.

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