27. Juli 2017 | seit 1999
MAGAZIN
ARTIKEL
Publikationsdatum
23. August 2015
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter
MEDIEN

Die Tough TG-4 von Olympus ist eine Outdoor-Kamera, die einige Strapazen aushält und in vielen fotografischen Bereichen einsetzbar ist. Sie wird ihrer Bezeichnung „Tough“ gerecht: 15 Meter Tauchtiefe, Fallhöhe von 2,1 m, bruchsicher bis zu einer Belastung von 100 kg und frostsicher bis -10°. Mit 247 Gramm und 11,1 x 6,6 x 3,1 cm ist sie kompakt und handlich und somit stets dabei. Sie hat ein 4-fach-Zoom mit einer Brennweite von 25 bis 100 mm. Das ist praxistauglich aber - wie bei allen Modellen dieser Kategorie - nicht wirklich überragend und kommt daher, dass das Objektiv als Ganzes im Gehäuse drin sein muss, um die Wasserdichtigkeit gewährleisten zu können. Sein grosses Plus: die Offenblende von F2.0 im Weitwinkel, was wirklich lichtstark ist, insbesondere in dieser Kategorie und gerade unter Wasser hilfreich ist. Im Tele reicht’s noch für F4.9. Überzeugend ist der Makromodus, der eine Naheinstellgrenze von lediglich 1 cm hat. Damit können eindrückliche Bilder gemacht werden. Eine zuschaltbare LED erlaubt gar, das Moziv zusätzlich zu beleuchten. Die 16 Megapixel-Kamera macht bis fünf Bilder pro Sekunde, mit einer Auflösung von 3 MP gar bis 60 Bilder/s, und Full-HD Videos. Der 3 Zoll Monitor löst mit 460‘000 Bildpunkten. Das ist nicht eben viel; in der Praxis genügt es aber für eine zuverlässige Bildkontrolle. Neu gegenüber dem Vorgängermodell TG-3 ist die Fähigkeit, RAW-Aufnahmen zu machen, was eine differenziertere Nachbearbeitung erlaubt. Outdoor tauglich ist die Kamera auch dank des GPS-Moduls, mit dem die Aufnahmeposition in die EXIF-Dateien der Fotos eingebunden werden kann. Über das Wi-Fi-Modul ist die Fernsteuerung via Smartphone möglich.

Positiv fällt die Handlichkeit der Kamera auf. Dank ihrer Kompaktheit und dem geringen Gewicht kam sie immer mit und: sie liegt sehr gut in der Hand. Allerdings war wiederholt die Abdeckung zu den Anschlüssen offen, als ich die Kamera aus der Hosentasche nahm. Eine Kontrolle vor jedem „Tauchgang“ ist also nötig. Abgesehen von dieser Kontrolle ist die Kamera nach dem Einschalten schnell betriebsbereit. Fotos in den verschiedenen Modi und Szenenprogrammen gelingen gut, auch wenn die Kamera gerne hell belichtet (siehe Fotostrecke). Videos gelingen ebenfalls problemlos, solange man sich nicht bewegt. Da zittert und wackelt es gerne mal. Der Ton ist eher spitz, will heissen höhenbetont. Die TG4 nimmt nicht nur mit der Automatik auf, sondern hat auch eine manuelle Blendenvorwahl. Allerdings beschränkt sich diese auf drei Blendenwerte, nämlich F2.0, F2.8 und dann ein Sprung auf F8.0. Nebst der Robustheit inklusive Unterwasser-Tauglichkeit hat es mir vor allem der Makro-Modus angetan. Für eine Kamera dieser Klasse liefert er beachtliche Bilder. Für Ambitionierte, die das Beste aus ihren Bildern herausholen wollen, empfiehlt sich die TG-4 auch mit RAW-Aufnahmen.

Hier hat die Automatik zu stark versucht, die dunklen Partien aufzuhellen. Das Bild wirkt etwas flau, ein kräftigeres Schwarz gäbe mehr Ausdruck.
Hier hat die Automatik zu stark versucht, die dunklen Partien aufzuhellen. Das Bild wirkt etwas flau, ein kräftigeres Schwarz gäbe mehr Ausdruck.
Prägnantes Bild mit stürzenden Linien. Diese können dank RAW-Aufnahmen im Nachhinein korrigiert werden.
Prägnantes Bild mit stürzenden Linien. Diese können dank RAW-Aufnahmen im Nachhinein korrigiert werden.
Nicht korrigieren lässt sich die ungenaue Zusammensetzung mehrerer Bilder im Panorama-Modus. Da gibt's nur eins: nochmals probieren. Das ist manchmal mühsam, aber ein gelungenes Panoram hat's in sich.
Nicht korrigieren lässt sich die ungenaue Zusammensetzung mehrerer Bilder im Panorama-Modus. Da gibt's nur eins: nochmals probieren. Das ist manchmal mühsam, aber ein gelungenes Panoram hat's in sich.
Die Struktur der Stallwand ist fein dargestellt, die Wolken jedoch sind überbelichtet ...
Die Struktur der Stallwand ist fein dargestellt, die Wolken jedoch sind überbelichtet ...
Mit der HDR-Aufnahme (High Dynamic Range) sind die Wolken deutlich klarer durchgezeichnet. In diesem Modus werden Bilder unterschiedlicher Belichtung miteinander kombiniert. Aus der Hand aufgenommen wie hier, verwischen dadurch feine Strukturen, wie die der Stallwand.
Mit der HDR-Aufnahme (High Dynamic Range) sind die Wolken deutlich klarer durchgezeichnet. In diesem Modus werden Bilder unterschiedlicher Belichtung miteinander kombiniert. Aus der Hand aufgenommen wie hier, verwischen dadurch feine Strukturen, wie die der Stallwand.
Klare Darstellung feiner Details und differenzierte Farbabstufung.
Klare Darstellung feiner Details und differenzierte Farbabstufung.
Und gleich nochmals differenzierte Farbabstufung bei einer Unterwasser-Aufnahme. Die Algen hinterlassen jedoch mehr den Eindruck eines Gemäldes als den von Pflanzen.
Und gleich nochmals differenzierte Farbabstufung bei einer Unterwasser-Aufnahme. Die Algen hinterlassen jedoch mehr den Eindruck eines Gemäldes als den von Pflanzen.
Die Automatik hat die Tendenz, zu stark zu belichten. Dadurch wirken die Bilder flau.
Die Automatik hat die Tendenz, zu stark zu belichten. Dadurch wirken die Bilder flau.
Die Automatik lliefert jedoch auch kräftige Bilder mit satten Farben, die sich sehen lassen können
Die Automatik lliefert jedoch auch kräftige Bilder mit satten Farben, die sich sehen lassen können
Eindrückliche Aufnahmen sind mit dem Makro-Modus möglich, der ein herangehen bis auf 1 cm ans Objekt erlaubt.
Eindrückliche Aufnahmen sind mit dem Makro-Modus möglich, der ein herangehen bis auf 1 cm ans Objekt erlaubt.
Die Schärfentiefe könnte mit dem Focus-Stacking der TG4 erhöht werden. Doch auch dabei werden mehrere Bilder überlagert, was ohne Stativ oder bei einem Grashalm im Wind neue Probleme schafft.
Die Schärfentiefe könnte mit dem Focus-Stacking der TG4 erhöht werden. Doch auch dabei werden mehrere Bilder überlagert, was ohne Stativ oder bei einem Grashalm im Wind neue Probleme schafft.
Wettbewerb