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MAGAZIN

Neues Konstrukt

Hans Jürg Baum sprach mit Piega-Entwickler Kurt Scheuch

Blick hinter die Kulissen: Wie funktioniert das neuartige Lautsprechergehäuse der Piega CL 90 X?

ARTIKEL
Autor
Hans Jürg Baum
Publikationsdatum
29. Januar 2007
Themen
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avguide.ch: «Was ist die Idee, die hinter dem neuartigen Gehäuse steckt?»
K. Scheuch: «Ein ganz wesentlicher Punkt ist das spezielle, mit Hohlkammern versehene Aluminiumprofil, das aus einem Stück auf einer 7500 Tonnen Presse bei der Firma Alcan in Chippis gepresst wird. Das Gehäuse ist praktisch akustisch nicht mehr existent und der Verlustfaktor nicht mehr messbar.»

avguide.ch: «Heisst das nun, dass das Gehäuse auch völlig schalltot ist?»
K. Scheuch: «Das vollkommen schalltote Gehäuse kann es gar nicht geben, auch wenn man das Ganze in einen Bunker eingiessen würde. Auch Beton vibriert, wenn auch wenig. Wir sind aber sehr nahe am heute überhaupt technisch Machbaren.»

avguide.ch: «Wie ich aber gehört habe, musste doch noch viel am Gehäuse gearbeitet und bedämpft werden.»
K. Scheuch: «Die erste Version war überhaupt nicht befriedigend. Das doppelwandige Gehäuse war für uns Neuland. Wir mussten zuerst den optimalen Materialverbund zwischen doppelwandigem Aluminium- Gehäuse und den dämpfenden Werkstoffen finden.»

avguide.ch: «Ist es denkbar, dass man diese Gehäuseeigenschaften auch mal auf billigerem Wege erzielen kann?»
K. Scheuch: «Im Moment ist diese Konstruktion ideal, gerade was die Steifheit angeht. Würde ich die gleiche Konstruktion in MDF machen wollen, dann würde mir das Gehäuse massiv grösser. Anstelle von 3-mm-Wandstärke müsste man mindestens 2 x 20 mm wählen. Das Gehäuse würde insgesamt 8 bis 10 cm breiter, was eine unschöne Kiste zur Folge hätte.»


avguide.ch: «Die Anfangsschwierigkeiten bei der Gehäuse-Pressung waren beträchtlich. Wer musste für die immensen Kosten der Presswerkzeuge aufkommen?»
K. Scheuch: «Das war ja nicht unser Problem, sondern dasjenige des Alu-Lieferanten. Wir bezahlen nur einmal an die Werkzeugkosten. Bis das Ganze dann funktioniert, ist es eine Angelegenheit des Lieferanten.»

avguide.ch: «Verliert aber ein Lieferant bei solchen Schwierigkeiten nicht die Lust an einer Zusammenarbeit?»
K. Scheuch: «Die Firma Alcan will nach wie vor mit uns zusammen arbeiten, weil wir ein Kunde sind, der immer wieder scheinbar Unmögliches verlangt. Wir sind einer der Auslöser, weshalb diese Firma innovativ bleibt und sich im Grenzbereich des heute Machbaren profilieren kann. Das Ganze ist für Alcan eine Investition in die Zukunft.»

avguide.ch: «Besten Dank Herr Scheuch für das Gespräch.»


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