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Publikationsdatum
22. Februar 2010
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LCD-Fernseher erzeugen das Bild mit Hilfe von Flüssigkristallen, die von einer Lichtquelle im Hintergrund des Panels durchleuchtet werden, Dieses Hintergrundlicht (Backlight) besteht ursprünglich aus Kaltkathodenstrahlröhren, so genannten CCFLs, die nebeneinander angeordnet sind. Sie haben den Nachteil, dass sie das Bild ungleichmässig ausleuchten und einen relativ geringen Kontrastwert ergeben.

Seit gut einem Jahr setzen sich LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung durch. Mit diesen können die genannten Nachteile je nach Bauweise weitgehend eliminiert werden. Mit LEDs ist es möglich, eine Vielzahl kleiner Lichtquellen über die ganze Panelfläche verteilt anzubringen, was eine regelmässigere Ausleuchtung ergibt. Zudem können die LEDs blockweise in ihrer Helligkeit gesteuert (gedimmt) werden, und zwar mit der für die Bildwiedergabe nötigen Geschwindigkeit. Einzelne Bildteile erscheinen so hell, und andere werden schwarz. Damit wird gegenüber den Leuchtstoffröhren ein deutlich höherer dynamischer Kontrast erreicht. LEDs haben als weitere Vorteile eine längere Lebensdauer als die Röhren, und sie verbrauchen weniger Energie.

Unterschiedliche Konstruktionen

Von der Seite beleuchtet: Mit der Edge-Lit-technologie sind sehr dünne TVs realisierbar. (Bild: Philips)

Im Aufbau der LED-Hintergrundbeleuchtung werden aktuell drei Varianten eingesetzt. Bei der Edge-Lit Technologie sind die LEDs seitlich an den Rändern des Panels angebracht. Das Backlight leuchtet das Bild also von seinen vier Kanten her aus.

Diese Anordnung führt zu einem nicht völlig regelmässigen Hintergrundlicht, und auch die Helligkeitsregelung der LEDs kann nicht für einzelne Bildelemente erfolgen, so dass der Kontrastwert im Rahmen der traditionellen Hintergrundbeleuchtung bleibt. Mit dieser Konstruktion sind jedoch LCD-Fernseher mit sehr geringer Bautiefe und geringem Stromverbrauch realisierbar.

Full-LED

Von hinten beleuchtet: Die Full-LED-technologie erlaubt es, die Bildsegmente individuell zu dimmen. (Bild: Philips)

Bei der Full-LED Backlight-Technologie sind die LEDs über das ganze Panel verteilt. Dies verunmöglicht die geringe Bautiefe der Geräte mit Edge-Lit-Technologie, und da wesentlich mehr LEDs zum Einsatz kommen, steigt auch der Energieverbrauch wieder an - wobei aber gegenüber der Röhren-Hintergrund-beleuchtung immer noch Energie gespart wird.

Die Anordnung der LEDs erlaubt es, einzelne Segmente des Bildes gezielt entsprechend dem Bildinhalt in der Helligkeit zu steuern. Einzelne Segmente können in dunklen Szenen ganz ausgeschaltet werden, so dass ein tiefes Schwarz entsteht. Diese Full-LED-Technologie erreicht sehr hohe dynamische Kontrastwerte.

RGB-LED

RGB-LED-Backlight: Die aufwendige Variante verspricht natürlichere Farben und den höchsten Kontrast (Bild: Samsung)

Noch aufwendiger ist die RGB LED-Backlight-Technologie. Hier besteht ein Element nicht aus einer, sondern aus drei LEDs, und zwar in den Farben rot, grün und blau. Damit kann das Hintergrund-licht durch Farbmischung beeinflusst werden. So ist ein erweiterter Farbraum bei nochmals grösserem Kontrastumfang realisierbar. Diese Technik ist allerdings teuer.

LEDs setzen sich in der Beleuchtung mit rasantem Tempo durch, so auch in der Hintergrundbeleuchtung bei LCD-Fernsehern. Da sie einige der Probleme von LCD-TVs markant reduzieren und da sie preislich immer interessanter werden, werden sie in naher Zukunft wohl zum Standard in der Ausstattung von LCD-TVs. Der Trend zu „grüner" Unterhaltungselektronik könnte diese Entwicklung zusätzlich beschleunigen.

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