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MAGAZIN
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Publikationsdatum
29. Mai 2015
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Ich kenne Goldmund vom Hörensagen und habe irgendwo einmal einer Vorführung beigewohnt. Alle, die ich fragte, hatten ähnliche Eindrücke. Goldmund war für mich noch vor wenigen Tagen ein Mythos. Das ist nun alles anders.

Das schmucklose blaue Industriegebäude in Plan-les-Ouates steht gegenüber einem Ferrari-Händler. Ich bemerkte den offiziellen Eingang von Goldmund nicht und befand mich plötzlich in einer Montagehalle mit HiFi-Geräten wohin das Auge reicht. Der Mythos hatte geendet.

Ich bin immer etwas abgebrüht, wenn mir jemand erzählt, die besten Lautsprecher, Systeme oder HiFi-Komponenten herzustellen. Bei Goldmund hörte ich das auch, aber mit einer Selbstverständlichkeit, die es mich fast glauben machte. Da könnte etwas dran sein.

Es gab andere Aussagen, die ich mit Erstaunen zur Kenntnis nahm: Luxus, Effizienz, Schnelligkeit, Business, Grundlagenforschung und "wir verdienen sehr viel Geld". Das hörte sich so gar nicht "audiophil" an. Es fehlte mir die zur Gewohnheit gewordene emotionale Verklärung einer Branche, die doch so einförmig auf der emotionalen Ebene kommuniziert, wie auf einer gut gestimmten Harfe.

Ich war besonders gut vorbereitet. Es schien mir wichtig. Ich spürte, dass es hier zur Sache geht, denn ein Mythos entsteht selten zufällig, zumindest dann nicht, wenn man damit sehr viel Geld verdient.

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