Am 7. Mai 1908 wird Max Grundig in Nürnberg geboren, mit 22 Jahren eröffnet er seine Radiohandlung, aus der nach dem Krieg ein Weltkonzern entsteht.
Von Fürth und Nürnberg aus schuf Max Grundig eine Marke, die bald zu den bekanntesten in ganz Europa gehörte.
Der endgültige Durchbruch gelang ihm 1946 mit dem "Heinzelmann", einem Radio-Selbstbaukasten, mit dem Grundig das Alliierte Verbot des Radio-Verkaufs umging. Damit legte der umtriebige Franke den Grundstein zu dem Imperium, das er in den folgenden Jahrzehnten aufbaute.
1957 beschäftigte Grundig bereits 15 000 Menschen, in der Blütezeit Ende der 1970er Jahre waren es 38 000. Der Konzern zählte damals 23 Produktionsstätten allein in Deutschland und zahlreiche weitere Werke in verschiedenen europäischen Ländern. 1982 erzielte das Unternehmen den Höchststand im Umsatz von 2,5 Milliarden Franken.
Egal, ob Rundfunkgeräte, Fernseher oder HiFi-Anlagen - als Pionier der Unterhaltungselektronik hat Grundig deren Entwicklung mit zahlreichen Neuerungen in Technik und Design massgeblich beeinflusst.
Mit Massenproduktion zum Erfolg
Grundigs Rezept war ebenso einfach wie erfolgreich: Er setzte auf billige Massenproduktion. In den 50er und 60er Jahren war in beinahe jedem Haushalt ein Grundig Radio oder Fernseher anzutreffen. Nebst der soliden Technik begeistern die Grundig Radios dieser Zeitspanne mit noch heute mit ihrem schicken und verspielten Design.
Doch genau die Strategie der Massenproduktion brachte Grundig zunehmenden unter Druck, als japanische Hersteller im grossen Stil preiswerte Produkte auf den Europäischen Markt brachten. Grundig schrieb zunehmend Verluste und bis Ende der 80er Jahre verloren Tausende von Beschäftigten ihren Job.
Der Patriarch, dessen robuster und autokratischer Führungsstil gefürchtet war, musste sich nach einem Partner umsehen. Der niederländische Philips-Konzern stieg in Fürth ein und übernahm 1984 die volle unternehmerische Verantwortung. Max Grundig zog sich mit einer garantierten jährlichen Dividende von satten 40 Millionen Franken zurück.
Das Ende seines Imperiums erlebte er nicht mehr. Max Grundig verstarb im Alter von 81 Jahren am 8. Dezember 1989 in Baden-Baden. Doch auch Philips konnte den Niedergang des Geschäfts nicht aufhalten. Nach hohen Verlusten zog man sich 1997 zurück. Danach versuchten sich weitere Investoren bis am 1. Juli 2003 das Insolvenzverfahren über Grundig eröffnet werden musste.
Grundig wurde darauf durch die britische Gesellschaft Alba und den türkischen Elektronik-Hersteller Beko übernommen. Die Türken übernahmen Grundig dann im Dezember 2007 komplett.
In Deutschland wird inzwischen nicht mehr produziert. Lediglich die Verwaltung und der Vertrieb sowie ein Logistikzentrum sind noch in Nürnberg.
Max Grundig wäre heute 100 Jahre alt geworden.

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