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Publikationsdatum
28. Februar 2011
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CeBIT lab ist die Plattform für Hochschulen, industrielle Forschungseinrichtungen sowie Start-Ups zur Präsentation von Zukunftsprojekten Ein Thema an der diesjährigen CeBIT vom 1. bis 5. März ist das 3D-Bild, das in vielen Bereichen der Informations- und Kommuniukationstechnologie aktuell ist. Die Automobilindustrie, Gesundheitsforschung oder Architekturbüros bedienen sich in vielen Bereichen dreidimensionaler Simulationen.

Auch in der Unterhaltungselektronik ist 3D ein angesagtes Thema. Das Marktforschungsunternehemen DisplaySearch rechnet damit, dass bereits 2014 weltweit über 90 Millionen 3-D-Fernseher abgesetzt werden, was etwa 40 Prozent aller verkauften Flach-TVs entsprechen würde. Das heisst allerdings noch nicht, dass auch 3D geschaut wird. Etwas umständlich ist fernsehen mit einer Shutterbrille und: Ende 2010 waren in Nordamerika lediglich 40 3D-Titel erhältlich – alles Genres zusammengenommen. Doch Kleingeräte, die dreidimensionale Bilder ohne Brille darstellen können werden an der CeBIT gezeigt oder sind angekündigt. Beispiele sind die Spielkonsole Nintendo 3DS oder das Smartphone LG Optimus 3D.

3D ohne Brille

Mit den Free2C_digital Display zeigt das HHI eine Lösung zur Herstellung räumlich darstellender Displays für Computerspiele. Ein grosser Sweet-Spot sollen dem User einen angenehmen Bewegungsspielraum geben (Bild: HHI)
3D ohne Brille ist jedoch noch weitgehend Zukunftsmusik, aber die dafür erforderlichen autostereoskopischen Displays sind bereits in Entwicklung. Dabei kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz - beispielsweise Kameras, welche die Augen des Betrachters verfolgen und permanent den Blickwinkel des dargestellten Bildes anpassen. Eine andere Technik arbeitet nach dem Prinzip von Wackelbildern. Über jeder Pixelspalte des Panels liegt eine so genannte Parallaxenbarriere - eine durchsichtige Schicht, die mit Schlitzen versehen ist. Über je zwei Pixelspalten befindet sich ein Schlitz. So sieht das eine Auge aus seinem Blickwinkel nur die erste Reihe an Bildpunkten und das andere nur die zweite.

 

Professionelle Anwendungen setzen in der Regel auf eine Kombination aus Blickwinkelerfassung und Parallaxentechnik. Dabei wird die Parallaxenschicht mit der Kopfbewegung verschoben, was deutlich höhere Blickwinkel möglich macht. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin hat ein System entwickelt ("Free2C_digital"), das auf diese Weise funktioniert. Perfektioniert wird die Darstellung über ein multimodales Display, das gleichzeitig verschiedene Ansichten einer Szene zeigen kann, so dass mehrere Zuschauer in den Genuss der 3-D-Wiedergabe kommen.

Holographische Technik

Das Prinzip eines holografischen Bildschirms (Bilde: Seereal)
Noch weiter in die Zukunft blicken die Wissenschaftler an der Universität von Tucson im US-Bundesstaat Arizona: Mit einer neuartigen Holografietechnik können sie bewegte 3D-Bilder nahezu in Echtzeit darstellen. Grundlage sei ein spezielles Display aus Polymermaterial, das in kurzen Abständen von einem Pulslaser mit neuen Bildern beschrieben wird, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature". Die Szenerie wird kontinuierlich von mehreren Kameras aus verschiedenen Winkeln aufgezeichnet, über eine schnelle Internetverbindung an den gewünschten Ort übertragen und dort mit Hilfe des Pulslaserstrahls dargestellt. Anwendungen sehen die amerikanischen Forscher in der Unterhaltungsindustrie, aber auch in der Telemedizin. Dass ihre Arbeit keine Sciencefiction ist, beweist eine Entwicklung der deutschen Firma Seereal: Das Dresdner Unternehmen kann bereits holografische Fernsehschirme herstellen, die räumliche Bilder darstellen.
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