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Publikationsdatum
8. August 2015
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Full-HD Fernseher mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln haben sich praktisch flächendeckend durchgesetzt. Sie stehen in jedem Wohnzimmer, es gibt Programme dazu bei Fernsehsendern, im Internet, auf der Blu-ray-Disc. Und es ist visuell ein grosser Unterschied zum Standard-TV, so dass der Unterhaltungswert beim Sport, bei Naturdokumentationen oder Spielfilmen deutlich höher ist.

Nach Full-HD kommt UHD (Ultra High Definition), zunächst einmal mit der 4K-Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten. 4K-Fernsher sind schon seit einigen Jahren marktreif und sollen nun gemäss einer Studie von Futuresource Consulting bis Ende 2015 weltweit 30 Millionen Mal verkauft worden sein. Das ist eine Zunahme von 147%, und das obwohl der gesamte TV-Absatz um 2% abnimmt. Hat 4K damit den Durchbruch geschafft?

Wohl kaum. Die 30 Millionen verkaufter 4K-TVs machen erst rund 12% des gesamten TV-Absatzes von 235 Millionen Geräten weltweit aus. Zudem haben vermehrt TV-Geräte mit grosser Bilddiagonale automatisch 4K mit an Bord, und das teils zu günstigen Preisen. Damit verhält es sich wie mit 3D. Auch diese Technik nahm bei den verkauften Stückzahlen stetig zu, schaffte die Akzeptanz beim Konsumenten jedoch nicht. Das damalige „Must-Have“ ist sang- und klanglos untergegangen.

4K mit Zukunft

Dennoch gehört 4K die nächste Zukunft – die übernächste heisst 8K und wird in den Labors bereits getestet -, und das aus verschiedenen Gründen. Da sind einmal die Bilder, die sich am besten für 4K eignen: die eigenen. Ich meine damit nicht die mit 4K-Cams aufgenommenen. Die vor allem von Technikbegeisterten eingesetzten Camcorder und Action-Cams schaffen es kaum über den 4K-Computermonitor hinaus. Die Fotos hingegen – und welches Foto hat heute noch weniger als 4K-Auflösung? – können dank der einfachen, oft drahtlosen Verbindung mit dem TV ohne den Umweg über den Computer direkt auf dem Flachbild-Fernseher angeschaut werden. Dort machen sie nicht nur eine gute Figur, sondern können auch allen gezeigt werden. Mit einem Grossbild-TV in 4K-Auflösung kommt das Dia-Schau-Feeling zurück.

Ein weiterer Grund, warum sich 4K durchsetzen wird, ist die Schwäche der heutigen Full-HD-Fernseher, beziehungsweise der dahinter steckenden LCD-Technik. Full-HD bietet ein eindrückliches Bild – solange sich nichts bewegt. Geht die Post aber ab, sei dies im Sport oder im Action-Streifen, oder macht die Kamera einen Schwenk, mag die Technik nicht mehr so richtig mit. Es gibt Bewegungsunschärfe, was einer Reduktion der sichtbaren Auflösung entspricht. Dagegen haben die Hersteller Mittel entwickelt mit Namen wie „Motion Compensation“. Der Bildprozessor soll es richten mit schnell errechneten und eingefügten Zwischenbildern. Das gibt ein ruhigeres, weniger verschmiertes Bild. Doch der Charakter etwa einer 24p-Filmaufnahme kann da verloren gehen. 4K bietet da die Möglichkeit, trotz Bewegungsunschärfe und LCD-Technik auf eine Full-HD-Auflösung zu kommen – sofern die Software vorhanden ist.

Ausgeklügelte Technik

Und die Software  wird kommen. Das zeigen die Bemühungen bei YouTube, Netflix oder bei der 4K-Blu-ray-Disc. Die netzbasierten Dienste verlangen nach höheren Übertragungsraten und benötigen effizientere Algorithmen zur Datenkompression. Um die Bilder wieder herzustellen und Fehler zu kompensieren, brauchen die Fernseher leistungsfähigere Prozessoren. Die Technik wird schneller und ausgeklügelter. So wird sie dereinst, wenn sich 4K durchgesetzt hat, in der Lage sein, saubere Full-HD-Bilder zu liefern. Ein grosser Verdienst von 4K – garniert mit einem schönen Dia-Abend in UHD.

Fotos wirken auf einem 4K-Fernseher eindrücklich (Bild: Panasonic)