19. Oktober 2017 | seit 1999
FILMREZENSION
ARTIKEL
Publikationsdatum
14. November 2011
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter

Arthur Martin hat einen in Frankreich üblichen Namen, untersucht tote Vögel auf mögliche Vogelviren und ist nicht nur von Berufs wegen sehr exakt. Bahia Benmahmoud ist die einzige mit diesem Namen in Frankreich und auch in der Lebenseinstellung das pure Gegenteil von Arthur. Sie steht politisch links. Als Prostituierte wählt sie sich Kunden aus der Rechten, damit sie sie bekehren kann. Diese beiden Personen treffen aufeinander, hart aber immer wieder. Die Geschichte ihrere Familien wird bis zu den Grosseltern aufgerollt.

Der Film beleuchtet persönliche Schwierigkeiten und Vorurteile, die eine Beziehung schwierig gestalten können, aber auch gesellschaftliche Vorurteile, wie sie sich etwa an der Immigration (Bahias Vater ist aus Algerien eingewandert) oder der Religion zeigen (Martin etwa verschweigt seine jüdischen Wurzeln genauso wie seine Mutter die Geschehnisse während des 2. Weltkrieges).

Dabei bleibt der Film überaus witzig und locker. Das ist nicht zuletzt dem Drehbuch zu verdanken, das so raffiniert konstruiert ist, dass die verschiedenen Aspekte oft zwar nur kurz aber dennoch eindringlich auftauchen. Die beiden Hauptfiguren sind in ihren Gegensätzen sehr gut besetzt. Eine meisterhafte Komödie.

 

STECKBRIEF
Filmtitel:
Der Name der Leute
Herkunft:
Frankreich
Label:
X-Verleih
Jahr:
2010
Regie:
Michel Leclerc
Darsteller:
Sara Forestier, Jacques Gamblin, Carole Franck
Code:
2
Sprache:
Deutsch, Französisch
Genre:
Komödie
Untertitel:
Deutsch
Ausstattung:
Trailer, Interviews
Bildformat:
1.85:1 - 16:9
Tonformat:
Dolby Digital 5.1
Bildwertung:
8
Tonwertung:
7
Wettbewerb