23. Februar 2012 | seit 1999
FILMREZENSION

Erinnern und vergessen

Das Blaue vom Himmel

Marga flippt eines Tages aus und macht Dinge, die sie vorher nie getan hat. Ihre Tochter Sofia muss sich nun - widerwillig zuerst - um ihre Mutter kümmern.

ARTIKEL
Autor
Guido Dietrich
Publikationsdatum
23. Januar 2012
Themen
Drucken
Teilen mit Twitter

Sofia (Juliane Köhler) arbeitet als Fernsehjournalistin und hat eigentlich keine Zeit, sich um ihre Mutter zu kümmern. Doch die Dinge, die Marga (Hannelore Elsner) tut, weisen alle in die Vergangenheit, zum lange verstorbenen Ehemann Juris, zur gemeinsamen Liebesgeschichte, Hochzeit, Flucht während des Zweiten Weltkrieges, Trennung. Sofia reist mit ihrer Mutter nach Lettland, wo Marga aufgewachsen ist und ihren Mann kennengelernt hat. Das Drama der Jugend ihrer Eltern wird vor den Augen Sofias Schritt für Schritt aufgerollt. Hinter der Sehnsucht taucht Schuld auf. Sofias Bild von sich selber wird ihr immer unklarer, denn sie merkt, dass ihr ihre Mutter stets das Blaue vom Himmel erzählt hat, als es um die gemeinsame Vergangenheit ging.

Der Film erzählt in meist ruhigen, atmosphärisch dicht aufgeladenen - und gelegentlich überladenen - Bildern, die von einer stimmungsvollen Musik unterstützt werden, eine dramatische Geschichte über Liebe und menschliche Nähe, über Vergangenheitsbewältigung und älter werden. Ein emotional kraftvoller Film.

STECKBRIEF
Ausstattung: Trailer, Videoclip
Filmtitel: Das Blaue vom Himmel
Jahr: 2011
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Verlagslabel: die film gmbh
Genre: Drama
Regie: Hans Steinbichler
Herkunft: Deutschland
Bildformat: 1.85:1 - 16:9
Sprache: Deutsch
Bildwertung: 8
Untertitel: Englisch
Darsteller: Juliane Köhler, Hannelore Elsner, Karoline Herfurth
Tonwertung: 8
Code: 2
WEITERE ARTIKEL

Seeabenteuer

Meuterei auf der Bounty

1789 nimmt die Bounty unter Kapitän Bligh von Portsmouth aus Kurs auf Tahiti. Drastischen Strafen auch für die kleinsten Verstösse sind an der Tagesordnung.

Klassiker neu belebt

Metropolis

"Metropolis" wurde bald nach der Uraufführung stark gekürzt und verändert. Eine 2008 in Buenos Aires gefundene Kopie erlaubte eine weitgehende Rekonstruktion.

Einfach aber glücklich

Das Labyrinth der Wörter

Germain trifft auf einer Parkbank Margueritte. Sie zählen die Tauben, kommen ins Gespräch und schliesslich zeigt sie ihm die Welt der Literatur.

Anzeige
Wettbewerb