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Publikationsdatum
13. Dezember 2015
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Aus zwei Gründen sistierte ich vor einiger Zeit einen Vergleichstest verschiedener Kopfhörer-Vorverstärker/DA-Wandler: Die klangliche Vergleichbarkeit war nicht immer gegeben und der Klanggewinn erschien mir mehrheitlich fraglich. Damit brachte ich avguide.ch um willkommenen "Traffic" und mich um mein Honorar. Ganz zu schweigen von den Importeuren, die mich vielleicht nun auf die schwarze Liste unliebsamer Fachredaktoren setzen. Was ist vorgefallen, dass ich gleich mehreren Akteuren so viel Leid antue?

Die Vergleichbarkeit war nicht herzustellen, weil die Geräte nicht immer alle smarten Teile aus den Welten von Apple und Android digital unterstützten, zum Teil nur mit eigenen Player-Apps betrieben werden konnten und mir auch nicht bestätigten, ob ich nun die Musikdaten bekomme, oder das analoge Signal. Zu viele Unbekannte sind Gift für aussagekräftige Klangvergleiche. Was ich doch hörte, war ernüchternd, nicht signifikannt. Übungsabbruch, denn Vergleichstests lohnen nur, wenn etwas dran ist.

Warum gibt es die Geräte?

Äpfel und Androiden sind nicht berühmt für sorgfältigen Umgang mit Musikdaten, digital und dann analog. Das überlässt man besser den HiFi-Spezialisten. - Eine praktische Logik für die Letztgenannten. Man vertraut ihnen, weil sie aus der HiFi-Ecke kommen.

Dann lockt auch das Geschäft. Mit Kopfhörern kann man heute Geld verdienen und mit als notwendig befundenen Zusatzgeräten noch mehr. Ran an den Speck. In der Tat waren die von mir gehörten Unterschiede ab iPad mit Neutron-Player direkt analog oder über die Geräte wenig signifikannt und deshalb eben ernüchternd. Mal etwas mehr oder weniger oder gar nicht.

Zu wenig jedenfalls gemessen an Aufwand und Kosten. Mehrere Geräte sind deutlich grösser und schwerer als jedes iPhone/Android Gerät. Das mündet schon fast in eine Schlepperei oder ausgebeulte Veston-Taschen. Auch preislich liegen die Geräte zuweilen im Bereich der Smartphones.

Next Generation

Dann wurde ich hellhörig dank eines Beitrags des japanischen Apple-Blogs Macotakara. Apple soll ab iPhone 7 auf den Kopfhörerausgang verzichten wollen, weil man auf wireless-Anbindung setzt mit Bluetooth oder Airplay. Übrig bliebe der Lightning Stecker, und die Geräte könnten noch flacher werden. Das scheint mehr als ein Gerücht zu sein, denn die Leute sind gut informiert.

Für die klassischen Kopfhörer-Hersteller hätte das Konsequenzen, auch wenn die Android basierenden Hersteller sich dem nicht anschliessen würden. Der passive Schallwandler, der ein Kophörer ist, kann nicht mehr direkt angeschlossen werden und müsste wireless, vorzugsweise via Bluetooth, angesteuert werden (damit die Batterie-Hersteller noch etwas dazu verdienen) oder digital z.B. mit dem Lightning-Kabel.

Damit würde der Kopfhörer, wie wir ihn mehrheitlich wahrnehmen, als aktives Gerät ausgelegt werden, mit DA-Wandler und einem Signalverstärker. Das wäre gleichermassen notwendig als auch konsequent. Bei den günstigen Kopfhörern der Zukunft wäre dann alles integriert und die audiophilen Modelle benötigten dann das separate Gerät dazwischen geschaltet.

Warum nicht weg vom iPhone mit der Musik?

Aus meiner Sicht ist diese Entwicklung, obwohl sie noch nicht gesichert vorliegt, ein Grund, weshalb mobile Kopfhörervorverstärker bereits heute im Trend liegen sollen. Ob das wirklich der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls gibt es sie in grosser Vielfalt. Das kann kein Zufall sein und ist durch Klanggewinn nicht zu rechtfertigen.

Wenn Sie nun als qualitätsversessener Musikhörer das Haupt schütteln sollten, dann ist der Gedanke greifbar, sich doch für einen Hi-Res fähigen Musikspieler zu entscheiden, um das Musikhören unterwegs von den strategischen Planspielen der Smartphone-Multis zu entkoppeln.

Machen wir doch Schluss mit diesen Abhängigkeiten.

Wettbewerb