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23. Juni 2016
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Die Silberscheiben mit der sperrigen Bezeichnung Ultra HD Blu-ray zaubern seit einigen Wochen mit 4K/UHD-Auflösung und HDR-Bildverbesserungen die schönsten Bilder auf den Fernseher. Um die Scheiben abzuspielen, braucht es allerdings einen neuen Player wie den Samsung UBD-K8500 oder den Panasonic DMP-UB900. Die sind allerdings mit Preisen von knapp 500 Franken kein Schnäppchen.

Die günstigere Alternative kommt im August von Microsoft. Die Xbox One S wird rund 300 Franken kosten. Als Geschenk kriegt man dabei noch eine Spielkonsole, 500 Gigabyte Festplattenspeicher und eine smarte Box für den TV dazu. Die Xbox streamt dann auch gleich 4K-Netflix-Filme oder macht mit Live-TV-Apps wie Zattoo den Kabel-TV-Anschluss überflüssig. Mit ihrer Festplatte dient die Spielkonsole zudem als Datenlager für die mit dem Handy erzeugten 4K-Videos und Fotos und zeigt diese in 4K/UHD-Auflösung. Eine ähnliche Spielkonsole wird auch von Sony (Playstation 4 Neo) erwartet, dort fehlen allerdings Detailangaben.

Eine Box für alles

Natürlich wird die Spielebox von Microsoft von den grossen Marken der Unterhaltungselektronik als Kinderkram belächelt. Das war übrigens auch bei den BD-Abspielgeräten so. Allerdings nur, bis die Spielkonsole PS3 von Sony zum weitverbreitetsten BD-Abspieler wurde.

Allerdings ist der Vergleich zwischen dem Alleskönner Xbox und einem spezialisierten Ultra-HD-Blu-ray-Player unfair. Denn letzterer beherrscht genau eine Funktion perfekt, nämlich das Abspielen von Silberscheiben. Sowohl seine Bedienoberfläche als auch seine Fernbedienung sind für diese Aufgabe ausgelegt. Ferner föhnt darin garantiert kein so lauter Lüfter wie in den auf Hochleistung getunten Spielkonsolen.

Das Abspielen von Kinofilmen per Game-Steuerung ist zwar ungewohnt. Notfalls liefert Microsoft aber auch übliche Movie-Controller.

Dass bei den nächsten Weihnachtseinkäufen aber dennoch mehr Kunden zu einer Xbox statt zu einem Ultra-HD-Blu-ray-Player greifen werden, liegt nicht nur an quengelnden Kindern. Die Spielkonsolenhersteller haben es nämlich geschafft, ihre Boxen zu wahren Universalisten hochzupäpplen. So lassen sich Fotos und Videos direkt vom PC zur Box streamen, und mit Apps wie Plex greift die Box auf die heimische Filmsammlung komfortabel zu. Im Gegensatz dazu geizen die Hersteller von Unterhaltungsgeräten oft bei Zusatzfunktionen und lassen beispielsweise nicht mal die Wiedergabe von 4K-Inhalten via USB-Dose zu. Schlecht für das Image der grossen Marken ist auch, wenn sie Funktionen ihrer Geräte einfach nachträglich kastrieren.

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