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3. März 2016
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Am Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zeigten alle wichtigen Hersteller – mit Ausnahme von Apple – ihre neuen Modelle. Am lautesten trommelte dabei Samsung für ihre neuen Galaxy S7 und S7 Edge. Sogar Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kam auf die Bühne, um Samsung als Wunschpartner für neue virtuelle Realitäten auf Facebook zu propagieren.

Viel Speicher und wasserdicht

Auf den ersten Blick lassen sich die neuen Galaxys von ihren Vorgängern mit der 6er-Nummerierung kaum unterscheiden. In wichtigen Details hat Samsung auf die Wünsche der Benutzer und Anforderungen des Alltags gehört. So können nun wieder MicroSD-Speicherkärtchen eingeschoben werden, die dann den Speicher um derzeit bis zu 200 Gigabyte erweitern. Damit lässt sich zwar, so die Kritik, nicht der Platz für Apps vergrössern, sondern nur Speicher für Fotos und Videos schaffen. Aber im Zeitalter von 4K-Filmchen und Multimegapixelfotos fällt dort auch der grösste Speicherhunger an.

Kastriert ist das S7 in Europa leider auch bei seinen Dual-SIM-Fähigkeiten. Während man bei den asiatischen Modellen die Wahl hat, statt der MicroSD-Karte auch eine zweite SIM-Karte einzulegen, müssen die Europäer weiterhin Roaming-Gebühren berappen. Aber vielleicht hacken ja die Jungs von Cyanogenmod beide Mäkel in Zukunft einfach weg.

Uneingeschränktes Lob verdient Samsung aber dafür, dass und wie sie das S7 wasserdicht gemacht haben. Taucher bis 1,5 Meter soll das neue Handy bis 30 Minuten unbeschadet überstehen. Dafür hat man nicht einfach alle Löcher mit Plastikstöpseln verstopft, die im Alltag eh nur nerven oder verloren gehen. Vielmehr haben die Koreaner das Innenleben des S7 mit schützenden Lacken und Kunststoffen überzogen. Das Wasser läuft also zwar rein, aber danach auch gleich wieder, ohne Schaden anzurichten, raus. Den Trick kennen Besitzer von Ebook-Readern übrigens schon seit Jahren von einigen Tolino-Modellen.

Weniger Pixel für bessere Bilder

Das Galaxy S7 fokussiert deutlich schneller als bisherige Smartphones.

Einen heftigen Kampf haben vermutlich die Samsung-Techniker gegen die Samsung-Marketingleute ausgefochten, damit das S7 nur noch Bilder mit 12 Megapixel Auflösung knipst. Der Vorgänger hatte noch 16 Megapixel im Datenblatt. In der Praxis wird die Reduktion der Pixel aber schlicht zu besseren Bildern führen. Der einzelne Pixel ist grösser und fängt mehr Licht ein. Die Minimalblende wurde von f/1.9 auf f/1.7 verbessert. Letztlich soll der einzelne Sensorpunkt 95 Prozent mehr Licht erhalten. Das lästige Rauschen bei wenig Licht fällt so öfters weg. Vergleichsbilder zwischen iPhone 6s und Galaxy S7 finden sich bereits im Internet.

Technisch aufgerüstet hat man dafür bei der automatischen Scharfstellung. Eine von Canon stammende Technik sorgt dafür, dass jedem Bildpixel ein Schärfepixel zugeordnet ist. Mit diesem Phase Detection Autofocus soll das S7 deshalb in der Praxis um ein Mehrfaches schneller scharf stellen als das vielgelobte iPhone 6s.

VR-Kamera: Betrachter bestimmt

Die Gear 360 erstellt Videos und Fotos im Rundum-Panorama-Format. Sie werden in der Kamera gespeichert oder live auf ein Galaxy-Handy gestreamt.

Die Messeüberraschung von Samsung war aber letztlich die neue VR-Kamera Gear VR. Dieser Tennisball nimmt mit zwei Fischaugen-Objektiven 360-Grad-Videos und -Fotos auf. Auf dem Handy erscheinen sie als Livebilder fertig zusammengeklebt und entzerrt. Die Technik dürfte die Fotografie massiv verändern. Denn nicht mehr der Fotograf bestimmt das Bild, sondern der Betrachter. Dieser schiebt auf dem Handy oder natürlich auch in der Facebook-App im Bild solange rum, bis er das sieht, was ihn interessiert.

Die Bedienung der Gear VR ist simpel. Aufstellen, Knöpfchen drücken, und schon landen Videos und Filme in der internen SD-Speicherkarte. Der erwartete Preis von 450 Franken ist allerdings heftig, ferner muss man noch bis mindestens April auf den VR-Tennisball warten. Eine ähnliche Lösung zeigte übrigens auch LG mit ihrer 360 VR. Hier konnte man noch gar keine Angaben zu Preis und Termin machen.

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