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Publikationsdatum
8. April 2016
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Irgendwie gehöre ich zur Radiogeneration. Ich weiss noch, was ein Hörspiel ist, weiss noch, wie romantisch Mittelwellensender rauschten, und habe noch ganze Hitparaden mit zitterndem Finger am Aufnahmeknopf des Kassettenrecorders durchgehört.

Entdeckungen via Apps

Als Freund des Digitalen habe ich aber inzwischen meinen Radiogenuss ziemlich angepasst. Im Auto und in der Küche dudeln schon längst Digitalradios mit DAB-Technik. Hauptgrund für die Umstellung war nicht fehlende UKW-Qualität, sondern altersmässige Abneigung üblicher Jubel-Trubel-Werbe-Blabla-Trends gängiger Radiostationen. Die nervenschonenden Alternativen wie Radio Swiss Classic/Pop/Jazz gibt es schlicht nur via DAB.

In den Genusszonen meiner Wohnung spielen aber meist multiroomtaugliche Geräte auf. Dort muss ich aber auf DAB verzichten. Stattdessen wird bei den meisten Multiroom-Systemen das Radio per Internet angeliefert. Unter den zigtausenden Sendern finden sich glücklicherweise auch meine obigen Favoriten.

Weil die meisten Hersteller von Multiroom-Lösungen mit dem Internetanbieter TuneIn zusammenarbeiten, befindet sich deren App schon seit Jahren auf praktisch all meinen Mobilgeräten. Als exklusive Internet-Radios zählen dann auch Linn Radio/Jazz/Classical zu meinen Favoriten. Denn Linn liefert handverlesene Musik mit 320 Kbit/s an, was sich von CD-Qualität kaum mehr unterscheiden lässt.

TuneIn ist die wohl am häufigsten verwendete Radio-App für Android und iOS.

Radiokonserven de luxe

Hinter der TuneIn-App verbergen sich unzählige Luxusfunktionen. So schlägt die App automatisch auch immer "ähnliche Sender" vor, was bei mir schon zu deutlichen Horizonterweiterungen geführt hat.

Am meisten liebe ich aber die Konservenfunktion. Tippt man beispielsweise in das Suchfenster "Echo der Zeit" ein, erscheinen sofort alle verpassten Sendungen des Nachrichtenmagazins. Antippen und Reinhören ist simpel.

Dank Unterstützung von Chromecast und Airplay kann man Radio und Konserven auch im ganzen Haus auf "richtigen Lautsprechern" geniessen. Natürlich funktioniert das Ganze auch mit der Hitparade. Weil die App sogar einen "Aufnahme-Knopf" hat, kann man seinen Lieblingssong sogar auf ewig in seinem TuneIn-Archiv ablegen.

Die Aufnahmefunktion lässt sich sogar mit Timern steuern. Wer will, kann sich von TuneIn mit dem Sleep-Timer in den Schlaf wiegen oder auch wecken lassen. Allerdings darf man die App dann unter iOS nicht schliessen.

TuneIn kann auch auf die Archive der Radiosender (Podcasts) zugreifen und Verpasstes jederzeit abspielen.

Audials für Musiksammler

Eine eher unbekannte, aber sehr leistungsfähige App ist auch Audials. Ihre Spezialität ist, dass man sein Musikprogramm via Interpreten bestimmen kann. Die App sucht dann automatisch die passenden Sender.

Auch bei Audials gibt es einen Aufnahmeknopf. Die Datei landet dann sogar direkt auf dem Mobilgerät und lässt sich später auch ohne Internetverbindung hören.

Wer einige Franken für die Pro-Version investiert, kann sogar „verpasste“ Songs aufnehmen. Ferner lässt sich Audials so einstellen, dass es automatisch auf den Lieblingssong wartet und diesen dann, egal im welchem Sender er läuft, aufzeichnet.

Via http://live.audials.com lassen sich übrigens viele Funktionen auch kostenlos in jedem Webbrowser nutzen. Am meisten Funktionen bietet die rund 50 Franken teure Windows-Version Audials one 2016. Die kann dann sogar via Spotify abgespielte Songs aufnehmen.

Radio-Apps mit mehr Infos

Die App von Radio.de hat sogar ein eigenes Magazin in der App.

Radiofans sollten sich auch die Apps Radioplayer.de und Radio.net auf ihre Mobilgeräte laden. Radioplayer ist auf deutsche Sender eingeschränkt, verknüpft dafür perfekt das laufende Programm mit Konserven aus der Mediathek. Ferner glänzt die App zu ausführlichen Infos zu den jeweiligen Sendungen.

Hübsch gemacht ist auch Radio.de, das im Register Magazine auch Textbeiträge bietet. Diese verführten mich beispielsweise dazu, einen Vormittag lang keltische Musik zu hören.

Mit vielen Funktionen inklusive Equalizer profiliert sich XiiaLive gegenüber anderen Radioplayern.

"Ein Radio für Künstler ohne Plattenvertrag" ist Klangkojoten. Wer die App installiert, wird garantiert mit musikalischen Neuentdeckungen belohnt. Ferner ist der Kojote wohl schlicht die einfachste Musik-App. Man kann lediglich mit seitlichem Wischen zwischen fünf Stimmungen auswählen und ist dann dem alternativen Musikprogramm ausgeliefert.

Zum Schluss noch unser App-Tipp für Hörspiel-Fans. Die Vorleser-App (www.vorleser.net) lädt über 750 Hörspiele und Hörbücher auf Mobilgeräte oder spielt sie als Stream ab. Wer die kostenlose App Podcast & Radio Addict installiert, findet mit dem Suchbegriff "Hörspiel" hunderte Produktionen der Radiosender und kann diese direkt abspielen oder herunterladen.

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