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21. November 2016
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Wer die musikalische Wirklichkeit eines Konzerts erfahren will, muss die musikalische Darbietung im Konzertsaal miterleben. Die meisten ambitionierten Musikhörer tun dies aber selten. Andererseits besitzen viele ambitionierte Konzertgänger keine vernünftige HiFi-Anlage. Dasselbe gilt auch für Musiker.

Die einen wollen das wirkliche Konzertereignis gar nicht mit nach Hause nehmen, die anderen wollen es gar nicht dort erleben, wo es stattfindet. Den meisten geht es nicht darum, wie es in dieser Wirklichkeit klingt. Sie wollen Musik hören und sich dabei gut fühlen.

Die Audio-Industrie verspricht den Kunden aber unisono ein Konzerterlebnis zuhause, ein Abbild der Wirklichkeit. Deshalb befasse ich mich mit dem, was wir unter Wirklichkeit verstehen.

Die seltene Wirklichkeit

Als es noch keine Musikaufzeichnungen gab, also vor Edison, konnte man Musik nur live erleben. Entsprechend selten bot sich die Gelegenheit dazu, abhängig von der Zugehörigkeit zu Gesellschaftsschichten. Wenn sich die Gelegenheit aber bot, erlebte man den Klang der Instrumente und Stimmen authentisch, verbunden mit einer Nähe zu den Musikern. Dabei handelte es sich ausschliesslich um akustische Instrumente ohne Mikrofone, Verstärkung und Lautsprecher.

Wenn man die Wirklichkeit eines Konzertereignisses heute so definierte, dann würde sie nur auf sehr wenige Konzerte zutreffen. Sie käme sehr selten vor. Aufwändige Operninszenierungen auf Grossbühnen sind ohne komplexe Technik undenkbar. Im Jazzkeller braucht es trotz der Intimität auch Technik für die Sängerin und die Instrumente, die leiser klingen als andere.

Die frühere und die heutige Wirklichkeit haben also nur noch selten etwas gemein.

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